Leichtathletik – Ein cleveres Quartett – Sport in der Region

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Die deutsche 1500-Meter-Junioren-Meisterin Jana Reinert ist neu bei den LG Stadtwerken.

"Bestimmt!" Sagt Jana Reinert ohne zu viel nachzudenken. Was muss man schließlich noch zum Jahreswechsel tun – warum also nicht etwas so Offensichtliches? Die 21-Jährige sagt nicht alles, aber es schwingt bereits in ihrer Stimme mit. Die Frage, die sie gestellt hatte, war, ob nach dem Dreifachsieg, den die 800-Meter-Läuferin der LG Stadtwerke München bei den deutschen Meisterschaften im vergangenen August in Berlin feierte, ein vierfacher Sieg ihr Ziel sein würde. Die Antwort von Reinert kommt schnell und natürlich. "Unser Trainer würde sich auf jeden Fall freuen", fügt sie hinzu.

Ihr Trainer Andreas Knauer, der gemeinsam mit Jonas Zimmermann die erfolgreiche Münchner Laufgruppe betreut, hat die gleiche Frage etwas zurückhaltender beantwortet. Dieser Dreifachsieg war etwas Unverschämtes, Christina Hering vor Katharina Trost, ihrer langjährigen Rivalen in der vergangenen Saison; und mit etwas Abstand dahinter Mareen Kalis, ebenfalls für München. Totale Dominanz. "Wie Mareen ihren Sprint auspackte, war eine großartige Sache", sagte Knauer und blickte zurück, um einige Konkurrenten aufzulisten, die nächstes Jahr auch um die Spitzenpositionen kämpfen könnten. Ein solches Unterfangen wäre "extrem schwierig", fasst er zusammen – daher ist es am besten, überhaupt nicht darüber zu sprechen. Wobei: "Ein Riesengeschäft" wären die Plätze eins bis vier, natürlich muss er zugeben, "eine wirklich heiße Geschichte". Zumal man in einem solchen Rennen in Zukunft ganz andere Team-Taktiken anwenden könnte. All dies sind Gedanken, die jetzt automatisch auftauchen, da es offiziell ist, dass Jana Reinert zum Jahreswechsel das LG Karlsruhe verlässt und zu LG München wechselt.

Deutsche U23 Meisterschaften Wetzlar 16 06 2019 Siegerin über 1500 m Jana Reinert LG Region Ka

Jana Reinert gewann im Juni aufgrund von Bandscheiben auf der längeren Strecke die Deutsche Meisterschaft über 1500 Meter in der Altersgruppe U23.

(Foto: Axel Kohring / imago)

Das war nicht wirklich überraschend. Reinert studiert im dritten Semester Rechtswissenschaften in München. Sie trainiert hier seit einem Jahr und kannte die Münchner Laufgruppe bereits aus gemeinsamen Trainingslagern. Sie sagte, sie fühle sich zu verbunden mit ihrem alten Verein, um die Veränderung vor einem Jahr vorzunehmen, und sie sei auch Teil einer vielversprechenden Saison dort. Aber jetzt hat sie ihr Leben überwiegend in München verbracht, da es "nur fair" ist, dass Trainer und Ausbildungskollegen in Zukunft offiziell dazugehören, denkt sie. Damit ist der deutsche Juniorenmeister nun über 1500 Meter in die Gruppe eingetreten, der dann sehr schnell und natürlich eine andere Frage beantwortet: "800 oder 1500 Meter?" – "800!"

Aufgrund eines Bandscheibenvorfalls habe sie sich kürzlich für die längere Strecke entschieden, erklärt Reinert. Sobald die Nachwirkungen vollständig beseitigt seien, würde sie die kürzere Strecke wieder vorziehen. Das heißt, die eine, auf der sie im direkten Wettbewerb mit den anderen drei steht, sehr ähnlich wie Katharina Trost, 24, die auch beide laufen könnte, aber zuletzt die 800 Meter gewählt hat, auf denen Christina Hering seit Jahren ihre Titel sammelt.

Persönliche Angaben zur Leichtathletik in München

Kurz vor Weihnachten war es wirklich bemerkenswert, dass eine alte Saison in der Leichtathletik von München zu Ende ging, eine neue bevorstand und wie üblich alle möglichen persönlichen Details dazwischen entstanden waren. Denn der Shot Putter Valentin Döbler trat im traditionellen Weihnachts-Shot des TSV München-Ost nicht mehr an. Der langjährige Hoffnungsträger der LG Stadtwerke München in dieser Disziplin beendete seine Karriere mit 23 Jahren, von denen man nicht mehr erwarten konnte, dass sie ihn so weit bringen, dass es sich lohnt, sie fortzusetzen. Christian Zimmermann vom Kirchheimer SC gewann den Wettbewerb mit 18,75 Metern, in der Juniorenklasse mit dem fünf Kilo schweren Ball überholte der Diskusspezialist Alexander Schaller seine LG-Kollegen mit 18,72 Metern.

Der Abschied von Döbler ist weit entfernt von allem, was sich in der Münchner Leichtathletik-Community personell verändert hat. Der Eintrag der Mitteldistanzläuferin Jana Reinert (großer Text) aus der LG Region Karlsruhe ist sicherlich der bekannteste Name, der auf der Kreditseite auftaucht. Trainerin Johanna Schneider wird sich um die 18-jährige Allround-Langspringerin Denise Jaeschke kümmern, die 2019 mit 4698 Punkten die drittbeste Siebenkämpferin Bayerns war und nach einer Eins vom TSV Schleißheim zurückkehrt -jähriges Zwischenspiel. Vor allem in den Sprintgruppen sind einige neue, junge Gesichter aufgetaucht. Der 16-jährige Eddie Reddemann verstärkt die Gruppe um Trainer Michael Ehrenreich. Zuvor war er für den TSV Vaterstetten aktiv und gehörte 2019 über 100 (11,07 Sekunden) und 200 Meter (22,23 Sekunden) zur bayerischen U-18-Spitze. Das Trainerduo Jonas Wahler / Christian Schlüter trainiert nun drei weitere Sprinttalente: Lorenz Hamburger (15) kommt vom TSV Vaterstetten, Daniel Graßl (17) nach einjähriger Wettkampfpause vom MTV Ingolstadt und Lorenz Lauerbach (17) vom ESV München .

Im Mittel- und Langstreckenbereich hat das LG zwei neue Supervisoren, nämlich Michael Wilms, der selbst über 400 Meter bis zum Marathon bemerkenswerte Bestzeiten hat, und Clemens Bleistein, den achten der Weltmeisterschaften 2018 über 3000 Meter. Ab sofort erstellen sie Trainingspläne für Tobias Tent (14), der vom LC Tölzer Land nach München gezogen ist, und für Luca Haller (15), zuvor LG Oberland.

Die Münchner LG-Mittelstrecker Sebastian Gleißl und der 400-Meter-Mann Linus Wiedenbauer, die zum Förderverein des LG Regensburg gewechselt sind, sind abgereist. Die 19-jährige Sprinterin Louise Wieland startet aufgrund ihres Studiums für den Hamburger SV. Sprinterin Charlene Keller und Mittelstürmerin Jasmin Swedan tragen ab sofort das Trikot des TSV Graefelfing. Sprinter Nicolai Trageser trat dem Sprintteam Wetzlar bei. Der 16-jährige Diskuswerfer Florian Ertl hat seine sportliche Laufbahn wegen des hohen Zeitaufwands beendet. Andreas Liebmann

Reinert ist es gewohnt, sich mit den anderen zu duellieren. Zuletzt war es vor allem Kalis, mit dem sie die Norm für die U-23-Europameisterschaft gejagt hatte – ohne Erfolg. "Wir waren auf einem Level", sagt sie genau über lange Zeit: Beide setzten ihre Saisonbestzeit im Mai auf 2: 04,90 Minuten, bevor Kalis im August in Berlin neun Hundertstelsekunden weniger brauchte. Jetzt sei es für beide wichtig, so Knauer, möglichst schnell zum 2: 03.50 zu kommen, was ihnen nach der U 23 weitere Unterstützung im Perspektivenkader verschaffe.

Knauer beschreibt die zierliche Jana Reinert als "lebhafte Person", sie versteht sich als "feurige" Läuferin. "Jeder hat seine eigenen Stärken", vergleicht Knauer. Katharina Trost zum Beispiel hat dieses Gefühl der Geschwindigkeit, fast wie eine innere Uhr, der sie folgt. Reinert muss gezügelt werden. Jenseits des Zuges haben die vier viel gemeinsam. "Sehr schlau, entschlossen, gut organisiert", nennt Knauer seine Läufer. Kalis, Medizinstudent, 1.0-Abitur, spielte im Orchester; Hering, ebenfalls Gymnasiast, spielte Flöte, studierte Management; Nach einem Stipendium in den USA wechselte Trost in den Grundschulunterricht und meisterte parallel zum Staatsexamen ihr erfolgreiches Jahr 2019, das im Weltcup-Halbfinale gipfelte. "Wir haben alle eine ähnliche Wellenlänge", sagt Reinert, Abschluss 1.4, Klavier. "Lernen ist für uns genauso wichtig wie Sport. Wir wissen, dass wir dort auch die Unterstützung unserer Trainer haben und das Vertrauen, dass wir immer versuchen, alles in Einklang zu bringen."

Jana Reinert kam sehr schnell in diese Gruppe, so gut, dass es sich Ende Juli sehr seltsam anfühlte, als die anderen in Ulm den deutschen Titel als 3 × 800-Meter-Staffel gewannen und sie mit Karlsruhe Siebte wurde. Natürlich werden die Optionen jetzt auch für die Staffelteams erweitert. "Ich bin auf jeden Fall froh, endlich mit den Mädchen laufen zu können", betont Reinert. Und es geht nicht einmal um Plätze und Medaillen.

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