Lichtenberger Register: Ausgeschlossen und angegriffen (neues-deutschland.de)

0
17
Das Obdachlosenlager am Bahnhof Lichtenberg

Das Obdachlosenlager am Bahnhof Lichtenberg

Foto: Imago Bilder

Die auf dem Vorplatz des Bahnhofs Lichtenberg lebenden Obdachlosen werden zunächst nicht vertrieben. Aber sie sind noch lange nicht sicher. Englisch: www.germnews.de/archive/dn/1996/03/27.html Die Deutsche Bahn wollte das Lager kurz vor Weihnachten nach Beschwerden der Anwohner geräumt haben – sie wollten dort Fahrradständer bauen, hieß es – der Landkreis konnte dies in letzter Minute verhindern und verhandelte eine Nachfrist bis zum Ende des Jahres Januar. Bezirksbürgermeister Michael Grunst (LINKS) wollte nicht verraten, wohin die Menschen am Donnerstag danach gehen könnten. Eines ist jedoch klar: Lichtenberg hat ein Problem mit der Obdachlosigkeit.

“Ich erlebe eine zunehmende Brutalisierung der Sprache gegen Obdachlose”, sagte Grunst. Er hatte im vergangenen Jahr über 60 Beschwerden erhalten, viele davon mit klarem sozialchauvinistischen Inhalt. »Mit 20 Prozent bleibt die Luft fern. Das ist wirklich schockierend «, berichtet der LINKE Politiker. “Die Zivilgesellschaft darf nicht an Solidarität mit den Betroffenen verlieren”, warnt er im Hinblick auf das Lichtenberger Register, dessen vorläufige Ergebnisse am Donnerstag des vergangenen Jahres vorgelegt wurden.

Die Dokumentation rassistischer, antisemitischer, anti-LGBTIQ * und anderer diskriminierender Vorfälle im Distrikt verzeichnet eine Zunahme der Vorfälle um fast 15 Prozent im Jahr 2019. Angriffe, Drohungen, Propaganda und Sachschäden werden registriert, die an das gemeldet werden registrieren oder in der Polizeistatistik erscheinen. Demnach gab es in Lichtenberg im vergangenen Jahr durchschnittlich zwei Angriffe und fast drei Bedrohungen pro Monat. Als Grund für die Zunahme nannte Michael Mallé aus der Abteilung Lichtblicke, in der das Register angesiedelt ist, vor allem neonazistische Aktivitäten im Europawahlkampf und eine höhere Bereitschaft zur Registrierung.

“Die meisten Vorfälle sind rassistisch motiviert”, sagte Mallé. Beispielsweise wurde im Februar letzten Jahres ein 14-jähriges Mädchen im Bezirk Rummelsburg von einem 32-Jährigen rassistisch beleidigt und in die Rippen geboxt. Der 14-Jährige wurde von Polizisten auf dem Bürgersteig liegend aufgefunden und musste im Krankenhaus behandelt werden.

Vorfälle, insbesondere in den Bereichen Antisemitismus und LGBTIQ-Feindseligkeit, nahmen stark zu (siehe Kasten). Zuletzt sorgte ein anti-homosexueller Angriff auf zwei junge Frauen, die sich geküsst hatten, im Dezember für Schlagzeilen. In Hohenschönhausen stieß ein Mann aus einer Gruppe eine 19-Jährige zu Boden und trat ihr mehrmals ins Gesicht. Er schlug ihrem 18-jährigen Begleiter auch mehrmals ins Gesicht.

Bezirksbürgermeister Michael Grunst ist schockiert über die Zahlen: “Die Menschen in Ewigkeit und Misanthropie sind eine Schande für unseren Bezirk.” Trotz aller Bemühungen von Politik und Zivilgesellschaft konnte der Anstieg der Zahlen nicht verhindert werden, bedauert Grunst. Der Distrikt plant, in diesem Jahr einen Antisemitismus- und einen Diversity-Beauftragten einzusetzen.

Die endgültigen Zahlen für das vergangene Jahr werden zusammen mit den Registraren aus den anderen Distrikten im März vorgestellt. Mallé fordert alle Beteiligten auf, Vorfälle zu melden und zu melden. Bei der Feindseligkeit gegenüber Obdachlosen hätten beispielsweise nur Zeugen und Hilfsorganisationen Kontakt mit dem Standesamt aufgenommen, nicht jedoch die Opfer. Dies hätte nur die Erfassung weniger Fälle ermöglicht, und es ist davon auszugehen, dass die Anzahl der nicht gemeldeten Fälle weitaus höher ist. Dies bestätigt auch der Bezirksbürgermeister: »Sie müssen sich nur an den Bahnhof Lichtenberg setzen. Was Sie dort erleben, geht über Statistiken hinaus. «

,

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here