Mehr als 60 Tote nach Autobombenanschlag in Mogadischu

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BBei einem der verheerendsten Sprengstoffangriffe der letzten Monate wurden am Samstag in der somalischen Hauptstadt Mogadischu nach Angaben eines Rettungsdienstes mindestens 61 Menschen getötet. Ein Vertreter des Aamin-Rettungswagens teilte Reuters mit, dass die Rettungskräfte bislang 61 Tote und 51 Verletzte in Krankenhäusern gebracht hätten. "Es gibt mehr Opfer und die Zahl der Todesfälle wird mit Sicherheit zunehmen."

Die dpa-Nachrichtenagentur berichtete, dass mindestens 73 Menschen unter Berufung auf den Chef des Medina-Krankenhauses, Mohamed Yusuf, gestorben seien. Bis heute seien 54 Verwundete in seine Einrichtung gebracht worden, teilte er der dpa mit. Das Opfergleichgewicht ist noch vorläufig und könnte sich rasch erhöhen. Mogadischus Bürgermeister Omar Mohamed Filish sprach kurz nach der Explosion von 90 Verletzungen, darunter viele Studenten. Nach Angaben der Polizei sind fünf Polizisten unter den Toten.

Nach Angaben der Polizei wurden bei dem Angriff auch drei türkische Staatsbürger getötet. Sie saßen mit ihrem Leibwächter in ihrem Geländewagen, als ein Lastwagen, der anscheinend mit Sprengstoff beladen war, an einem Kontrollpunkt in einer geschäftigen Gegend in die Luft jagte. Nach vorläufigen Angaben handelt es sich bei den türkischen Opfern um Ingenieure, die an der Sanierung der Straßenverbindung zwischen Mogadischu und Afgoye beteiligt waren.

"Die Gegend war voller Menschen"

Augenzeugen sprachen von einem Bild der Verwüstung. Ein anderer Polizeisprecher sagte, zwei Kleinbusse mit Schülern an Bord seien bei der Explosion am frühen Morgen schwer beschädigt worden. Augenzeugen berichteten von zerrissenen Körpern.

Regierungssprecher Mukhtar Omar ist der Ansicht, dass die Zahl der Opfer angesichts der Stärke der Detonation weiter zunehmen sollte. "Die Gegend war voll von Leuten, die in die Stadt gingen, um zur Schule zu gehen oder einzukaufen, als der schreckliche Angriff stattfand."

Obwohl es anfangs keine Geständnisbriefe gab, wird vermutet, dass die terroristische Shabaab-Miliz, die wiederholt Angriffe durchgeführt hat, hinter dem Angriff steckt. Sie kämpft gegen die somalische Regierung, die von den Vereinten Nationen (UN) unterstützt wird, und plant, ein islamistisches Regime in dem ostafrikanischen Land aufzubauen.

Die sunnitischen Fundamentalisten beherrschen weite Gebiete im Süden und im Zentrum Somalias. Die Streitkräfte der Vereinigten Staaten setzen Luftangriffe ein, um die Regierung beim Kampf gegen die Gruppe und bei der Ausbildung von Soldaten zu unterstützen. Eine Truppe der Afrikanischen Union (AU) leistet ebenfalls Unterstützung.

Somalia leidet seit Jahren unter Unruhen und Unsicherheit. 1991 stürzten Milizen den Diktator Siad Barre, kämpften dann aber gegeneinander.

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