Nach dem US-Angriff drohen Schwankungen an den Börsen

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Die Finanzmärkte haben auf die Eskalation am Persischen Golf am Freitag deutlich reagiert. Die Anleger flohen aus riskanten Vermögenswerten und suchten Schutz bei solchen Anlagen, die als sicher galten. Konkret bedeutete dies, dass die Aktienkurse fielen, nachdem die Wall Street am Donnerstag ein Rekordniveau gemeldet hatte. Andererseits stiegen die Preise für erstklassige Anleihen ebenso wie die Preise für Öl und Gold.

Die europäischen Börsen verloren meistens fast ein Prozent. Der Rabatt war in Deutschland etwas höher. Der Dax fiel vorübergehend unter die Marke von 13.200. In der Zwischenzeit verlor Lufthansa aufgrund des deutlich höheren Ölpreises fast ein Zehntel ihres Wertes.

Auch die Preise anderer Fluggesellschaften sind gesunken. Sie sind insbesondere durch steigende Kerosinpreise belastet. Die Fraport-Aktie litt unter einer schlechten Prognose für die Zukunft deutscher Flughäfen, kam jedoch mit einem geringeren Abschlag davon.

Die Verschärfung des Streits zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten hatte den größten Einfluss auf die Ölpreise für Rohstoffe. Investoren fürchten Lieferengpässe – denn die Straße von Hormuz vor der iranischen Küste ist eine wichtige Schifffahrtsroute für Öltanker. Der wichtigste Energieträger stieg am Freitag um rund vier Prozent. Brent-Öl kostete zeitweise knapp 70 US-Dollar pro Barrel.

Investoren suchten zum Beispiel Schutz in US-Staatsanleihen. Dementsprechend sank die Rendite auf zehnjährigem Papier auf rund 1,8 Prozent. Die entsprechende Bundesanleihe erzielte eine Rendite von rund -0,3 Prozent. Gold gilt auch als sicherer Hafen. Zeitweise wurden mehr als 1.500 US-Dollar für die Feinunze bezahlt.

Dramatische Veränderung der Anlegerstimmung

Nach den dramatischen Ereignissen stellt sich die Frage: Wie groß ist das Risiko, dass sich die Situation verschlechtert? Experten bemerkten zumindest, dass die Spannungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten im Nachhinein noch nicht zu echten Eskalationen geführt haben. Und die Börsen schienen diesen anfänglichen Bewertungen zustimmen zu wollen. In den späten Handelsstunden am Freitag entspannte sich die Situation an den Märkten etwas.

Wei Li, Top-Manager beim größten Vermögensverwalter Blackrock, hat eine eigene Interpretation der Ereignisse. Er sieht eine dramatische Veränderung der Anlegerstimmung in nur 24 Stunden. "Einerseits verbessern sich die Fundamentaldaten etwas, andererseits kommt es häufig zu starken Schwankungen an den Aktienmärkten", so die Analysten von Bloomberg.

In der kommenden Woche dürften sich weitere Entwicklungen im Konflikt zwischen den USA und dem Iran auf die Finanzmärkte auswirken. Anhaltende starke Preis- und Preisschwankungen würden nicht überraschen. Abhängig von der geopolitischen Situation werden die kommenden Wirtschaftsdaten die Märkte jedoch mehr oder weniger stark beeinflussen.

Auf der Geschäftsseite dürften nach Ansicht von Commerzbank-Experten der US-Arbeitsmarktbericht und insbesondere Daten aus der deutschen Industrie von Interesse sein. "Wir erwarten, dass die US-Wirtschaft weiterhin starke neue Arbeitsplätze schafft und sich die deutsche Industrie stabilisiert", heißt es. Die Daten aus Übersee kommen am Mittwoch, Dienstag und Freitag, die deutschen Industrieproduktionszahlen am Donnerstag.

Weitere Daten werden veröffentlicht. Die Inflationsrate für das Euro-Währungsgebiet ist am Dienstag fällig. Deka-Analysten erwarten im Dezember 1,3 Prozent, was immer noch deutlich unter dem 2-Prozent-Ziel der EZB liegt. Das wirtschaftliche Vertrauen in die Eurozone ist für Mittwoch geplant, gefolgt von der Arbeitslosenquote in der Region am nächsten Tag.

Mehr: Die Ruhe am Ölmarkt ist vorbei: Die Investoren preisen geopolitische Risiken erneut ein. Der Fokus liegt insbesondere auf einer strategisch wichtigen Meerenge.

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