Home Nachrichten Bayern-Wahl: Markus Söder verliert die weiblichen Wähler der CSU

Bayern-Wahl: Markus Söder verliert die weiblichen Wähler der CSU


So schlimm war es seit 1950 nicht: Nach dem jüngsten Bayern-Trend kommt die CSU bei den Landtagswahlen am Sonntag nur zu 33 Prozent. Wenn sich diese Vorhersagen bewahrheiten, wäre das eine Katastrophe für die Partei. Ein Scheitern für den CSU-Chef Horst Seehofer und den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder würde verantwortlich gemacht.

Die CSU, die einst die stolze Partei der Bauern und der Mittelklasse war. Die Party von Laptops und Lederhosen, die sowohl modern als auch konservativ war. Der globale Gedanke, war aber in den Dörfern zu Hause. Eine Partei der Gegensätze, die die Fähigkeit zu einem besaß.

Eine Party von Männern?

Ein Beispiel: Die CSU gilt als männliche Partei. Alle Vorsitzenden waren Männer, alle bayerischen Ministerpräsidenten waren Männer, 80 Prozent der Mitglieder sind Männer. Trotzdem zieht die Partei traditionell Wähler an. Bei der Landtagswahl 1974 wählten 63,4 Prozent der Frauen die CSU. Für Männer waren es 58,9 Prozent. Immerhin stimmten 47,4 Prozent der Frauen bei der Landtagswahl 2013 für die CSU – 46,1 Prozent der Stimmen gingen an Männer. Dies zeigt, dass die CSU Frauen braucht.

Aber die Entschlossenheit der CSU fällt den Wählern zunehmend schwer. Im Sommer eskalierte der Streit zunächst zwischen den Schwesterparteien: CSU-Innenminister Seehofer forderte direkte Ablehnungen von Asylsuchenden an der Grenze zwischen Bayern und Österreich, CDU-Kanzlerin Angela Merkel wies sie zurück. Die ständigen Entgleisungen haben der CSU im Gegenteil nicht geholfen. Sie fiel immer wieder runter.

Vor allem Frauen, manche glauben an die CSU, könnten mit den schrillen Forderungen der Führung wenig anfangen. Frauen mögen die Rhetorik nicht, sagte Daniela Ludwig, stellvertretende Vorsitzende der Frauenunion Deutschlandfunk. "Sie sind oft sehr sozial und lokal gut verwurzelt, kennen viele Einzelfälle und fühlen sich durch eine harte Rhetorik dann manchmal sogar persönlich betroffen", sagte sie.

Die Partei verliert nach allen Seiten

Das Problem: Sie verlieren auch auf der anderen Seite. Manche finden die CSU weich gewaschen: Statt eigene Themen zu setzen, redet sie die AfD nach dem Mund, so der Eindruck. Die Wähler scheinen in einer solchen Situation das Original vorzuziehen.

Für Söder ist das eine äußerst schwierige Situation. Eigentlich ist der Typ eher krachledern. (Lesen Sie hier ein Porträt). Im März übernahm er die Ministerpräsidentschaft von Seehofer. Jetzt, wenige Tage vor den entscheidenden Landtagswahlen, ist er laut einer n-tv-Umfrage der unbeliebteste Premierminister der Republik. Sein Politikstil kommt nicht an.

Er versucht es zu ändern, spricht von "Brücken bauen", er will das "Auseinanderdriften der Gesellschaft" verhindern. Vielleicht kommt der Schwung zu spät, vielleicht glauben ihm die Wähler nicht. Bislang konnte Söder den Abwärtstrend seiner Partei jedoch nicht aufhalten.

Söder macht teure Geschenke

Im Moment versucht Söder immer noch, Berlin für das bevorstehende Wahldebakel verantwortlich zu machen. "Das sind alles Zahlen, die unglaublich von der Berliner Politik beeinflusst sind", sagte er der "Bild". Aber wenn Söder die Frauen verliert, kann er das nicht auf Bundespolitik schieben. Trotz massiver Stimmenverluste stimmten 6,6 Prozent der Frauen in der Bundestagswahl für die CSU – und nur 5,7 Prozent der Männer. Frauen wählen eher Merkel, die prägende Figur in der Union. Das zeigen die vergangenen Wahlen immer wieder. Das war auch bei den allgemeinen Wahlen 2017 der Fall.

Söder probiert es jetzt mit Geschenken aus: "Familienzuschlag" heißt das neue Konzept, pro Kind sollen Eltern in Zukunft 250 Euro in Bayern erhalten, ab dem dritten sogar 300 Euro. Unabhängig vom Einkommen der Familie. Er möchte auch die Bayerische Eigenheimzulage und das bayerische Baukindergeld vorstellen: 10.000 Euro erhalten einmalig, das ist Eigenheim. Plus 1500 Euro pro Kind und Jahr für zehn Jahre. Söder wirbt offensiv und nach dem Prinzip Gießkanne für die Frauen.

Aber ist das genug? Bei allem Anschein: eher nicht.

Im Video: Warum die Frau dieses Landwirts mit der Familienpolitik der CSU unzufrieden ist

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