Nachrichten

Medizinstudium: So kannst du auch mit einem schlechten Abi Medizin studieren

Medizinstudium: So kannst du auch mit einem schlechten Abi Medizin studieren

Die Konferenz der Bildungsminister hat die Zuteilung der Studienplätze neu organisiert. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur neuen Vertragsmedizin.

1. Was ist das Problem überhaupt?

Das Verfahren, das bisher die Zuteilung von Studienplätzen für die Medizin regelt, ist zum Teil nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Dies hat das Bundesverfassungsgericht im Dezember 2017 entschieden. Daher sollten fünf Dinge geändert werden.

  • Abiturstufen müssen vergleichbar sein. Seit dem Abitur in
    Unterschiedliche Bundesländer haben unterschiedliche Gewichtsklassen
    nicht überall gleich wert. Es ist zum Beispiel einfacher in
    Thüringen erhält einen Schnitt von 1,0 als in Bayern. Das Pure
    Abitur-Grade dürfen daher nicht so viel an Gewicht wie zuvor bekommen
    braucht einen Ausgleichsmechanismus.
  • Die Wahl des Ortes darf nicht wichtiger als die Abiturnote sein. Bislang kann es vorkommen, dass eine Kandidatin mit einem Abitur von 1.1 keinen Studienplatz bekommt, weil sie in Berlin studieren will, wo der Numerus Clausus (NC) bei 1,0 liegt. Aber in einer anderen Stadt hätte sie einen Platz bekommen.
  • Die Universitäten müssen mindestens ein weiteres Auswahlkriterium für das eigene Verfahren der Universität festlegen, das unabhängig von der Abschlussnote ist.
  • Die Wartezeit, auf die derzeit 20 Prozent der Studienplätze entfallen, sollte maximal acht Semester betragen, also vier Jahre.
  • Das Auswahlverfahren für Bewerber sollte bundesweit einheitlich sein.

Oben

2. Erfüllt der neue Staatsvertrag die Forderungen des Bundesverfassungsgerichts?

Ja. Dazu wurden die Zuteilungsquoten teilweise geändert und durch neue ersetzt. So weit das Zuteilung von Studienplätzen wie folgt: 20 Prozent der Plätze werden von den besten Studenten belegt, weitere 20 Prozent von Bewerbern mit akkumulierten Semesterzeiten, die restlichen 60 Prozent werden nach dem Auswahlverfahren der Universität vergeben. Der neue Vertrag wird das ändern: Die beste Quote bleibt erhalten, jedoch mit einem erhöhten Gewicht von 30 Prozent. Die Bewertungen zwischen den Ländern werden vergleichbar und wichtiger als die lokale Wahl. Die Quote für das Semester bricht ab und wird durch eine Eignung von 10 Prozent ersetzt. Die Quote für hochschulspezifische Wettbewerbe bleibt unverändert bei 60 Prozent, der Abiturgrad wird jedoch an Einfluss verlieren. Darüber hinaus sollte der Bewerbungsprozess standardisiert werden.

Oben

3. Was wird in der Eignungsquote geprüft?

Welche Leistungen für die Eignung erbracht werden müssen, kann von den Universitäten festgelegt werden. Dies bedeutet, dass an jeder medizinischen Fakultät ein weiterer Test durchgeführt wird. Eines ist sicher: Das Abitur kann nicht enthalten sein.

Oben

4. Wie verändert sich der Auswahlprozess der Universitäten?

Neu ist, dass die Hochschulen neben der Abschlussnote zwei weitere Kriterien berücksichtigen müssen, die strengen Richtlinien unterliegen. Ein mögliches Kriterium ist der bereits weit verbreitete Medical Study Course (TMS), der grundlegendes medizinisches Verständnis oder die Fähigkeit zum Lesen von Diagrammen untersucht. Eine andere Möglichkeit wäre die Einführung von Berufserfahrung. Eines der qualitätsunabhängigen Kriterien muss beachtlich gewichtet werden. Universitäten, die zuvor die Abiturnote als einziges Kriterium verwendet haben, müssen nun neue Kriterien einführen.

Oben

5. Ist das Wartesemester jetzt ungültig?

Nein noch nicht. Die Konferenz der Bildungsminister gewährt eine Übergangszeit von zwei Jahren. In dieser Zeit können weibliche Bewerber von ihrem Wartesemester profitieren, obwohl die Quote dafür abgeschafft wird: Die Semester werden mit abnehmendem Gewicht in den beiden Jahren zusätzlich berücksichtigt. Wenn Sie alleine warten, wird niemand einen Platz zum Lernen bekommen, weil in der Übergangszeit weitere Kriterien erfüllt sein müssen. Nach der Übergangszeit ist es nicht mehr möglich, ein Wartesemester einzuleiten.

Oben

6. Was bedeutet die Vereinheitlichung des Bewerbungsprozesses?

Die Standardisierung könnte ein Problem darstellen: Das Bewerberportal "Hochschulstart" ist bislang noch nicht für ein standardisiertes Verfahren ausgelegt. Beispielsweise werden Interviews, die Teil eines College-Auswahlverfahrens sind, nicht berücksichtigt, wenn sie nach Ablauf der Bewerbungsfrist durchgeführt werden. Es kann eine Weile dauern, bis der Start der Universität entsprechend umprogrammiert wird.

Oben

7. Haben Bewerber aus den unteren Klassen schlechtere Chancen?

Ja, weil es einen Ausgleichsmechanismus zwischen den Schulliga-Klassen verschiedener Bundesländer geben wird. Für Abiturienten aus Bundesländern mit guten Durchschnittswerten werden sich die Chancen verschlechtern, was die Chancen für Abiturienten aus Bundesländern mit Abitur erhöht. Die Noten werden in einen prozentualen Rang übersetzt, der sie in Zukunft vergleichbar macht.

Oben

8. Kann die Auswahl der Kandidaten als Auswahlkriterium herangezogen werden?

Bisher haben fast alle Universitäten die Standortwahl eingeschränkt, so dass Kandidaten ausgewählt werden, die ihren Standort priorisiert haben. Das kann jetzt nur noch in seltenen Fällen so sein. Antragsteller können daher weiterhin lokale Präferenzen angeben, dies wird jedoch bei der Auswahl weniger berücksichtigt. Wenn eine Präferenz gewählt wurde, die die Abiturnote nicht erlaubt, kann der Bewerber trotzdem einen anderen Platz erhalten.

Oben

9. Wann tritt der neue Staatsvertrag in Kraft?

Der neue Staatsvertrag tritt im Sommersemester 2020 in Kraft und gilt daher für alle Bewerber, die sich im Herbst 2019 für ein Medizinstudium entscheiden.

Oben

Post Comment

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.