Chemnitz – Ein Jahr nach einem tödlichen Messer-Angriff in Chemnitz hat die rechtsextreme Bewegung Pro Chemnitz weniger Teilnehmer als angekündigt zu einer Demonstration auf die Straße gebracht.

Beobachter schätzten, dass am Sonntagabend mehrere Hundert Menschen dem Aufruf folgten. Die Stadt registrierte 1000 Teilnehmer. In den Reihen von Pro Chemnitz wurden Deutschlandfahnen geschwenkt und es wurde "Wir sind das Volk" gerufen.

In Sicht- und Hörweite hatte sich der Gegenprotest der Allianz Chemnitz nazifrei versammelt. Es gab auch ein Stadtfest und eine Gewerkschaftsveranstaltung in der Stadt. Die Polizei wurde mit einem größeren Trupp eingesetzt. Unterstützung erhielt die sächsische Landespolizei laut einer Sprecherin von der Bundespolizei sowie von Beamten aus Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Am 26. August 2018 war ein Deutscher am Rande des Chemnitzer Stadtfestes erstochen worden. Die Tat hatte rechtsgerichtete Demonstrationen und rassistische Angriffe ausgelöst, die Chemnitz monatelang erschütterten. Für die ersten Demos hatten sich vor allem Hooligans aus dem Umfeld des Chemnitzer FC mobilisiert. Danach rief Pro Chemnitz regelmäßig zu Paraden auf. Die Wähler & # 39; Verband wird im sächsischen Verfassungsschutzbericht 2018 als Rechtsextremist eingestuft.

Wegen des tödlichen Anschlags am Donnerstag war ein Syrer zu neuneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Angeklagte hatte während des Prozesses geschwiegen, in einem Fernsehinterview jedoch bestritten, den 35-Jährigen erstochen zu haben. Nach einem zweiten Verdächtigen aus dem Irak wird weltweit gesucht.

Chemnitzer Bürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) sagte, Pro Chemnitz suche die Bühne. Im vergangenen Jahr war die Allianz erfolgreich. "In einer Demokratie gibt es ein Versammlungsrecht. Pro Chemnitz genießt das", sagte der Stadtchef. Aber sie hofft, "dass das Bild dieser Stadt nicht nur das ist". Ereignisse wie die dreitägige Bürgerpartei waren "die stärkste Reaktion" auf die Ereignisse des letzten Jahres.

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