Operation Phlebotomy: Dopingsünder Johannes Dürr zu 15 Monaten auf Bewährung verurteilt

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Der ehemalige Langläufer Johannes Dürr wurde vom Landgericht Innsbruck wegen Dopings zu 15 Monaten Bewährungsstrafe verurteilt. Neben Blutdoping wurde dem 32-jährigen Österreicher auch vorgeworfen, zum Doping anderer Sportler beigetragen zu haben. Letzteres hielt das Gericht jedoch nur teilweise für erwiesen.

Dürr hatte sich zuvor schuldig bekannt und vor allem sein eigenes Blutdoping wieder zugegeben. Die Richterin Martina Eberherr räumte ein, dass sich die Athleten in einem System befanden, in dem massiver Druck auf sie ausgeübt wurde. Dies war bei der Verurteilung berücksichtigt worden. Dürr drohte eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Dürr bestritt, dass er von 2015 bis 2018 auch als Vermittler und Helfer des Erfurter Sportarztes Mark S. eine wichtige Rolle gespielt habe, resümierte der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. In der Zwischenzeit war geplant, die Geschäfte des Erfurter Arztes zu übernehmen, um selbst Blut zu lagern. Er organisierte auch SIM-Karten für die Dopingkommunikation mit einem Freund in Slowenien. Aber nichts mehr.

Insbesondere wies er die Vorwürfe zurück, die die ehemaligen Langläufer Max Hauke ​​und Dominik Baldauf dem Erfurter Arzt Mark S. vor Gericht vorgetragen hatten. Das Gericht folgte der Auffassung von Dürr unter anderem aufgrund der Konsequenzen, die Dürrs Aussagen in einem ARD-Dokumentarfilm für die beiden Athleten hatten. Hauke ​​und Baldauf wurden in den vergangenen Wochen wegen Blutdopings zu fünf Monaten Bewährungsstrafe verurteilt.

Dürrs Aussagen in der Dokumentation lösten die Dopinguntersuchungen aus, die im Februar 2019 zur „Operation Bloodletting“ führten. Bei Razzien in Erfurt und bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften wurde Mark S. als Zentrum eines mutmaßlichen Doping-Netzwerks festgenommen. In der Blutdopinguntersuchung wurden 23 Athleten gefunden. Mark S. ist in München in Gewahrsam. Der Prozess gegen den Arzt wird wahrscheinlich erst in wenigen Monaten beginnen. Er droht eine Haftstrafe von mehreren Jahren.

Icon: Der Spiegel

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