Philosoph mit Solidarität: Promi-Geburtstag ab 1. Januar 2020: Rüdiger Safranski

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Rüdiger Safranski greift historische Größen auf und porträtiert sie so, dass auch Laien in ihren Bann gezogen werden. Er hat bekannte Biographien über wichtige deutsche Literaten verfasst. Kürzlich hat er ein Buch über den Dichter Friedrich Hölderlin veröffentlicht.

Und als Philosoph und Schriftsteller widmet er sich den Fragen der Zeit. Auch wenn er, wie in Zeiten der Flüchtlingskrise Ende 2015, mit öffentlichen Äußerungen neckt. Safranski, der in Badenweiler südlich von Freiburg lebt, wird am Neujahrstag 75 Jahre alt.

"Ich verstehe mich als Übersetzer, als literarischer Brückenbauer von der Geschichte bis zur Gegenwart", sagt Safranski an seinem Schreibtisch zu Hause im beschaulichen Kurort Badenweiler. Mit seiner Biografie über Hölderlin, die er im März 2020 zu seinem 250. Geburtstag schrieb, ist er auch im neuen Jahr auf Lesetour. Gleichzeitig schreibt er über seine neue Arbeit. Es wird ein Sachbuch über den Einzelnen, den Einzelnen, wie Safranski in einem Interview mit der Deutschen Presseagentur sagt. Die Veröffentlichung ist für Ende 2021 geplant.

Vor 35 Jahren, 1984, brachte der im süddeutschen Rottweil geborene Philosoph und Schriftsteller sein erstes Buch heraus. Es war eine Arbeit über den Schriftsteller E. T. A. Hoffmann. Safranski hat sich seitdem einen Namen im Umgang mit Menschen aus der Geschichte gemacht. Aus diesem Grund wurde er in literarischen Kreisen mit dem Titel „Master Biographer“ geadelt.

"Seine Bücher sind fast so lesenswert wie die Werke der Autoren, mit denen sie sich befassen", urteilte der inzwischen verstorbene Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki im Frühjahr 2013. So beschäftigte sich Safranski mit den Philosophen Arthur Schopenhauer, Martin Heidegger und Friedrich Nietzsche. Und er widmete sich den Dichterfürsten der deutschen klassischen Musik, Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe.

Safranskis Gabe ist es, schwierige Zusammenhänge und intellektuelle Höhen in Worte zu fassen, die selbst für Laien verständlich und verständlich sind, sagen Kritiker. Es ist ihm gelungen, die philosophische Stimmung seines Publikums zu stimulieren, die Leser zu unterhalten – und der Sache immer gerecht zu werden. Und im Gegensatz zu anderen kommt er gut ohne Selbstinszenierung aus.

Mit Erfolg: Safranski ist heute einer der beliebtesten deutschen Philosophen, sagt sein langjähriger Verleger Michael Krüger. Safranskis Bücher erscheinen im Hanser Verlag, München.

"Ich möchte grundlegende Fragen ansprechen, ohne den Überblick zu verlieren", sagt Safranski. Er widmete sich gerne dem Beginn des 19. Jahrhunderts, weil zu dieser Zeit die heutige Gesellschaftsordnung entstand. "Wenn ich mich mit den literarischen Figuren jener Zeit beschäftige, bekomme ich Antworten auf aktuelle Fragen unserer Zeit."

Safranski arbeitet abwechselnd, wie er sagt: "Nach einer Biografie gibt es immer eine philosophische Arbeit zu grundlegenden Fragen." Sein Buch "Wie viel Wahrheit braucht der Mensch?" Zuletzt beschäftigte sich Safranski in einem Buch mit dem Thema Zeit.

"Er ist ein Freund und ein wichtiger Initiator", sagt der Karlsruher Philosoph Peter Sloterdijk über seinen Kollegen. Sloterdijk und Safranski moderierten zehneinhalb Jahre lang das ZDF-Programm „Philosophisches Quartett“. Beide wurden auch durch diese Fernsehaktivität bekannt. Durchschnittlich haben eine halbe Million Menschen zugesehen. Das ZDF stoppte die Reihe jedoch im Frühjahr 2012. Andere Philosophen & # 39; Auch die TV-Engagements liefen aus.

Safranski gab Ende 2015 während der Flüchtlingskrise eine politische Erklärung ab. Die Auswahl der Wörter und Inhalte stieß auf Kritik. «Politiker haben die Entscheidung getroffen, Deutschland zu überfluten. Wenn der Bundeskanzler sagt, Deutschland wird sich ändern, möchte ich gefragt werden “, kritisierte er die damalige Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Safranski sprach die Sprache der Rechten, sagte der Publizist Georg Seeßlen. Hauptsächlich, weil er das Wort "Flut" verwendete.

Dafür steht er heute, sagt Safranski. Wenn zu viele Flüchtlinge kämen, wäre eine Integration irgendwann nicht mehr möglich. Darauf wollte er aufmerksam machen. Dies brachte ihm Kritik ein, aber seine Arbeit als Schriftsteller war nicht betroffen: "Die Menschen können es ziemlich gut trennen, auch wenn sie diese politische Aussage kritisch oder negativ sehen."

Der Geburtstag von Safranski fällt mit dem Jahreswechsel zusammen. "Als ich ein kleiner Junge war, dachte ich, es würde wegen mir gemobbt", sagt er. Weil Weihnachten und sein Geburtstag so nah beieinander liegen, hat er als Kind nur einmal Geschenke erhalten. "Es gab ein Durcheinander an Weihnachten, an dem Geburtstag ging ich mit leeren Händen." Literarisch will Safranski aktiv bleiben. "Ich gehe nicht zum alten Teil", sagt er. "Ich schreibe und arbeite, solange meine Kraft es zulässt."

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