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Politik regiert die Kapitalmärkte

Händler an der Wall Street

Die Politik hat die Märkte unter Kontrolle.

(Foto: AP)

Frankfurt Die Kapitalmärkte sollten die Risiken und Chancen von Unternehmen und Branchen bewerten und sicherstellen, dass das Kapital so sinnvoll wie möglich eingesetzt wird. Soviel zur Theorie.

Die Praxis war lange Zeit anders: Die Kapitalmärkte hängen von der Politik ab. Und das wird mit jeder Krise stärker. Analysten und Investoren müssen daher vor allem die Politik verstehen, wenn sie die richtigen Entscheidungen treffen wollen.

Seit der Finanzkrise vor mehr als zehn Jahren wurden die Risiken auf dem Immobilienmarkt im Mutterland des Kapitalismus, den USA, de facto verstaatlicht. Immobilienkredite sind weitgehend mit staatlichen Garantien versehen. Seitdem haben die Zentralbanken bereits stark in die Märkte eingegriffen. Und in der Koronakrise überbieten sich Regierungen und Zentralbanken, Risiken aus den Märkten zu ziehen. Dabei unterstützen sie manchmal einzelne Branchen oder sogar Unternehmen sehr gezielt.

Warnung vor Zombiemärkten

Es ist erstaunlich, dass alles relativ gut funktioniert. Es gab lange Zeit Warnungen, dass die Märkte nicht mehr funktionieren könnten, lebensfähige “Zombie-Unternehmen” nicht mehr empfangen würden und jetzt von “Zombie-Märkten” die Rede ist. Aber die Weltwirtschaft lief bis zur Koronakrise gut. Ein Blick auf Japan zeigt, dass im Zusammenspiel von Geld- und Fiskalpolitik ganz andere Beträge angehäuft werden können, als wir es in Europa und den USA gewohnt sind. Es gibt also noch viel Spielraum, um die Märkte weiter zu manipulieren.

Die Idee der Kontrollfunktion der Kapitalmärkte wird immer mehr zum Mythos, ebenso wie die Idee der Trennung von Geld- und Finanzpolitik. In Wahrheit wird der Kapitalismus durch eine sich ständig ändernde Interaktion zwischen gewählten Politikern, den Technokraten der Zentralbanken und privaten Investoren kontrolliert.

Investoren müssen eine Entscheidung treffen. Sie können sich von allen Risiken fernhalten, da diese kaum rational bewertet werden können. Oder spielen Sie das Spiel und versuchen Sie, davon zu profitieren, dass ein großer Teil der Risiken vorerst vom Staat übernommen wird.

Wie endet das alles? Wir wissen es nicht. Vielleicht gewöhnt sich jeder einfach an den Zustand.

Mehr: Ökonomen fordern von der EZB mehr Krisenhilfe.

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