Pünktlichkeit des Zuges: David Kriesel um 36c3

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DDrei Viertel aller Züge kommen pünktlich an, d. H. Mit einer Verspätung von weniger als sechs Minuten am jeweiligen Bahnhof. Wer oft mit dem Zug fährt, hört sich vielleicht unwahrscheinlich an, weil die wahrgenommene Wahrheit oft anders aussieht: Fast immer gibt es etwas. Diese wahrgenommene Wahrheit des Vielzugfahrers wurde vom Datenwissenschaftler David Kriesel in einem sehr unterhaltsamen Vortrag auf dem Chaos Communication Congress aufgegriffen. Kriesel lebt in der Nähe von Bonn – dieses Detail wird wichtig sein – er reist oft mit der Bahn und führte die folgende Studie unter dem Titel "BahnMining – Pünktlichkeit ist ein Schmuckstück" als privates Hobbyprojekt durch.

Andrea Diener

Kriesel fand in seinem E-Mail-Posteingang heraus, dass die 75-prozentige Pünktlichkeit nicht stimmte, was mit "verspäteten Alarmmeldungen" von seinen letzten Zugreisen behaftet war. So begann er am 8. Januar, „den Zug zur Datenspeicherung aufzubewahren“, wie er sagt, basierend auf der Pünktlichkeit an den Haltestellen, die während der Fahrt schwanken kann. Einige Züge holen zu spät auf, andere fahren jedoch irgendwann richtig ein.

Der Zug verfügt über öffentliche Schnittstellen, über die Sie als Datenexperte die Fahrplandaten abrufen können. Kriesel rief, die Datenmenge sei enorm, nur die Fernbahnhöfe stündlich, weil sich seine Studie ausschließlich auf den Fernverkehr konzentrierte – auch weil der Nahverkehr zu 99 Prozent pünktlich ist. Vorsorglich bat er den Zug um Erlaubnis, die Daten herunterladen zu dürfen und einen kleinen Gemeinschaftsvortrag darüber zu halten (die fünftausend Zuschauer im klebrigen Saal Ada lachen an dieser Stelle herzlich), den die Firma freundlicherweise genehmigte.

"Es gibt etwas an Berlin, das funktioniert"

Kommen wir nun zur Sache: Kriesel hat die Stationen seiner Ermittlungen zunächst farblich gekennzeichnet, Blau steht für Pünktlichkeit, Rot für die Anfälligkeit für Verzögerungen. Es gibt eigentlich mehr oder weniger pünktliche Bahnhöfe, zum Beispiel in Ostdeutschland ist alles blau, dort funktioniert es mit dem Zug. Alles rund um Köln und Bonn hingegen leuchtet tiefrot und Hamburg als rote Insel im Norden. Und hier kommt der Wohnort von Kriesel ins Spiel: Natürlich kommt nicht jeder Zug zu spät, aber laut Kriesel "lebe ich nur schlecht".

Es gibt auch Bahnhöfe, die Verspätungen verursachen. Dies sind wieder Köln, Hamburg, der Frankfurter Flughafen und am schlimmsten der Frankfurter Hauptbahnhof. Zumindest stimmt dies mit der wahrgenommenen Wahrheit des Autors dieses Textes überein und erklärt viel. Umgekehrt gibt es Bahnhöfe wie Bremen, Berlin Hauptbahnhof und Berlin Spandau, die so lebhaft sind, dass der Zug sie verspätet ausgleichen kann. "Berlin hat tatsächlich etwas zu bieten", schließt Kriesel.

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