Rodeln: zwei junge Pioniere (neues-deutschland.de)

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Caitlin Nash (links) und Natalie Corless haben mit ihrem Weltcup-Start am Wochenende eine lange überfällige Rodelgeschichte geschrieben.

Caitlin Nash (links) und Natalie Corless haben mit ihrem Weltcup-Start am Wochenende eine lange überfällige Rodelgeschichte geschrieben.

Foto: imago images / Michael Kristen

Caitlin Nash und Natalie Coreless waren sich bewusst, dass sie bald Geschichte schreiben würden. "Wir sind etwas nervös, aber zusammen schaffen wir es", sagte Coreless kurz vor ihrem historischen Start im Doppelsitzer-Rennen des Whistler-Rodel-Weltcups. Nie zuvor gab es dieses rein weibliche Paarrennen auf dem Schlitten mit den Senioren, aber die beiden Kanadier feierten nun genau diese Premiere auf ihrer Heimstrecke. "Wir freuen uns sehr, dass wir die ersten sind, die es bei der Weltmeisterschaft geschafft haben", sagte Nash.

Seit Beginn des Zweisitzer-Wettbewerbs war das Reglement nie auf Männer beschränkt, sondern Frauen hatten die körperlichen Vorteile in Bezug auf Gewicht und Kraft de facto ausgeschlossen. In den letzten Jahren hat sich das Internationale Olympische Komitee jedoch zunehmend dem Ziel verschrieben, so viele Frauen und Männer wie möglich an den Olympischen Spielen teilnehmen zu lassen. Deshalb fordern sie Wettkämpfe für Frauen, bei denen es noch keine gab. Die Skispringer feierten 2014 Premiere, die Nordischen Kombinierer folgen demnächst. Dabei war der Druck groß, den Rodlern im Zweisitzer 2022 in Peking eine eigene Konkurrenz zu machen.

Bei den letzten Spielen in Pyeongchang vor fast zwei Jahren hielt der dreifache Olympiasieger Georg Hackl diese Idee für verfrüht. »Dies ist eine große Herausforderung für die Frauen. Die Grundlage dafür fehlt völkerübergreifend. Eine solche Entwicklung kann man nicht innerhalb weniger Jahre erzwingen «, sagte Hackl in Südkorea. »Diese Disziplin muss zuerst eingerichtet werden. Der Zweisitzer ist schwerer zu kontrollieren als der Einsitzer, und die Sturzgefahr ist viel höher. «

Das IOC folgte dieser Logik ein halbes Jahr später und lehnte den Antrag des Weltrodelverbandes FIL auf Einführung eines Zweisitzer-Wettbewerbs im Jahr 2022 ab. Da die FIL solche Wettbewerbe jedoch schon lange auf Jugend- und Juniorenebene veranstaltet, werden auch junge Frauen teilnehmen darf im Januar 2020 im Doppelpack bei den Olympischen Jugendspielen auf der legendären Natureisbahn in St. Moritz starten.

Caitlin Nash und Natalie Coreless rasen dann ebenfalls die Rinne hinunter, denn beide sind erst 16 Jahre alt. Wie alle anderen Teams fahren sie auf einem österreichischen Standard-Firmenschlitten, dessen Schwerpunkt etwas niedriger liegt und dessen Läufer etwas weiter voneinander entfernt sind als die Männer. Dies sollte die Sturzgefahr verringern. Laut Weltverband sollten mindestens 17 Nationen von ihrem Angebot Gebrauch machen, einen solchen Schlitten kostenlos zu mieten.

Die beiden jungen Kanadier sind nicht einmal die besten Frauen. Bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Innsbruck Ende November wurden sie Sechste, gut drei Zehntelsekunden hinter dem sächsischen Duo Jessica Degenhardt und Vanessa Schneider. Die Tatsache, dass sie die ersten WM-Starter sein durften, hat etwas damit zu tun, dass nicht so viele Männer-Doppel die lange und teure Reise zu den kanadischen Rockies unternahmen. Aber Kanada selbst hat nur ein Doppel gemacht, obwohl man zwei Startplätze belegen kann. So war Platz für Nash und Coreless, die über genügend Qualifikationen verfügten, um ohne Sturz die Ziellinie zu erreichen, um zum Hauptrennen zugelassen zu werden.

Dort waren die Kanadier am Samstagabend vorletzter – das italienische Ehepaar Ivan Nagler und Fabian Malleier fielen – und lagen am Ende mit nur 2,7 Sekunden Rückstand auf die deutschen Sieger Toni Eggert und Sascha Benecken auf den 22. Platz. In einer Sportart, in der oft Tausendstel über Siege entscheiden, ist das noch eine ganze Menge, aber auch die 16-jährigen Junioren wollten an diesem Tag nicht vorne mitmischen. "Wir haben gezeigt, dass Frauen in einem solchen Wettbewerb mithalten können", sagte Caitlin Nash. »Wir wollten nur einen guten Start haben und zwei gleichmäßige Läufe fahren. Wir haben unsere Ziele erreicht und sind sehr zufrieden damit «, fügte sie dem Fernsehsender CBS hinzu.

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