Russisch lieb. Elektronik kostet dort deutlich mehr als in Tschechien

Der durchschnittliche Preis eines Mobiltelefons in Russland erreichte im Mai 12.991 Rubel (5.890 CZK), wie Daten des Statistikservers Statista zeigen. Dies ist ein Rückgang im Vergleich zum März, als der Durchschnittspreis 14.114 Rubel betrug, aber immer noch ein Viertel mehr als im Vorjahr.

Im Vergleich zu den Preisen bestimmter Modelle in der Tschechischen Republik ist der Unterschied oft noch deutlicher. Im Rahmen einer kleineren Umfrage in russischen E-Shops befassten sich die Nachrichten mit ausgewählten Modellen von Huawei-, Xiaomi-, ZTE- und Apple-Telefonen, während dieselben Telefone in Russland in einigen Fällen immer noch mehr als 75 Prozent teurer waren.

Gerade bei den amerikanischen Produkten der amerikanischen Firma Apple gibt es einen wirklich dramatischen Unterschied. Russlands größte Einzelhandelskette für Unterhaltungselektronik M.video bietet in seinem E-Shop das iPhone 13 (128 GB) für 82.999 Rubel (37.420 CZK) an. Tschechische Verbraucher kaufen dieses Modell bei einem geprüften Einzelhändler für nur 20.000 Kronen.

Erwähnenswert ist allerdings, dass M.video die höchsten Preise der überwachten E-Shops hatte, also beispielsweise bei einem anderen Händler Telemarkt24 Das iPhone 13 wird für einen deutlich niedrigeren Betrag von 58.490 Rubel (26.520 CZK) verkauft. Die Oberklasse mit größerer Speicherkapazität – iPhone 13 Pro (512 GB) wurde dann ab 106.490 Rubel (48.300 CZK) verkauft. Im Gegensatz dazu kaufen die Menschen in der Tschechischen Republik es bei regulären Einzelhändlern für nur 35.000.

Die Aktie von Huawei wird immer dünner

Für chinesische Telefonhersteller war der Preisunterschied mehr oder weniger gleich, obwohl China eines der wenigen Länder ist, das gute Beziehungen zu Russland unterhält. Beispielsweise reichte das Flaggschiff Huawei P50 Pro von 85.485 Rubel (38.770 CZK) bis 114.999 Rubel (52.150 CZK). Der Preis für dieses Telefon beginnt bei 21.990 CZK.

Bei Huawei muss allerdings erwähnt werden, dass im Gegensatz zu iPhones, die noch ab Lager verfügbar sind, einige E-Shops nur noch die letzten Modelle dieser Marke anboten, manche gar keine mehr. Dies bestätigt indirekt Informationen aus den Medien, dass sich Huawei stillschweigend aus dem russischen Markt zurückzieht.

Für eine andere chinesische Marke, Xiaomi, die für günstige Handys bekannt ist, haben wir uns beispielsweise das Modell Xiaomi Redmi 10C (128GB) angesehen. Im E-Shop Lite-Mobile Wir haben es für 13 390 Rubel (6 070 CZK) gefunden. Es kann in der Tschechischen Republik für nur 3,5 000 CZK erworben werden.

Auch bei noch günstigeren Handys aus China der Marke ZTE, die meist unter dem oben genannten Durchschnittspreis verkauft werden, blieb der Preisunterschied zwischen Russland und Tschechien ähnlich groß. Der E-Shop Telemarket24 bietet das Modell ZTE Blade A51 für 7.889 Rubel (3.575 CZK) an, während es in der Tschechischen Republik ab 2.200 CZK kostet.

PlayStation fast zweieinhalb Mal teurer

Noch krasser ist der Preisunterschied bei der Sony PlayStation 5 Spielkonsole. Eine einfachere Version ohne Antrieb wird in tschechischen E-Shops ab 11.790 CZK verkauft. In Russland fanden wir es das billigste und auf Lager verfügbare im E-Shop Mobilo4ka für 61.990 Rubel (27.215 CZK). Das ist langsam der zweieinhalbfache Preis bei uns.

Der bereits erwähnte größte russische Elektronikhändler M.video hat die PlayStation 5 nicht auf Lager. Wie die meisten anderen E-Shops steht auch dort nur, dass das Produkt “bald” verfügbar sein wird. Fakt ist jedoch, dass der Mangel an Spielekonsolen von Sony die Händler auf der ganzen Welt stört. Schuld daran ist die langjährige Chip-Krise.

“Russischer Amazonas” wurde weggefegt

Andererseits ist die Abwanderung vieler westlicher Technologieunternehmen aus Russland erkennbar, wenn man sich die Angebote von E-Shops anschaut. Am überraschendsten bei einem großen Einzelhändler Ozondas als “russisches Amazonas” bezeichnet wird. Der Laden hat derzeit kein einziges Telefon, keinen Laptop oder nicht einmal einen Fernseher auf Lager. Nach dem Anklicken der genannten Abschnitte erscheint auf seiner Website lediglich die Meldung „Es tut uns leid, aber es sind keine Produkte verfügbar“.

Laut Dmitry Vinogradov, Direktor von Merlion, Russlands größtem Distributor für Digital- und Computertechnologien, wird Dmitry Vinogradov auch in absehbarer Zeit die Elektronikkosten nicht auf das Vorkriegsniveau senken. Grund seien seiner Meinung nach Probleme mit Lieferungen aus dem Ausland und der Rückzug einiger Unternehmen aus dem russischen Markt, sagte das Wirtschaftsfernsehen RBK.

Graue Importe

Die Produkte westlicher Marken werden jedoch nie vollständig ausverkauft sein. Im Mai stimmte das russische Parlament zu, Einzelhändlern den Import von Waren aus dem Ausland ohne Zustimmung des Markeninhabers zu erlauben. Auf diese Weise erlaubte er de facto die sogenannten Grauimporte von Waren von Unternehmen, die den russischen Markt verlassen hatten. Das ist zum Beispiel Apple oder das südkoreanische Samsung.

Obwohl russische Verbraucher westliche Produkte nicht verlieren werden, können Verkäufer andererseits die Situation ausnutzen und Waren zu höheren Preisen verkaufen. Ein weiteres Problem können die Maßnahmen der Hersteller sein, die die Funktionalität ihrer Geräte nach der Verbindung mit dem Netzwerk aus der Ferne einschränken können.

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