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Schalke 04: Karriereknick – Pläne mit Schubert geraten ins Wanken

Alexander Nübel gibt seit mehreren Monaten keine Interviews. Darauf, so heißt es, hätten sich sein aktueller und sein zukünftiger Arbeitgeber verständigt. Es liege schließlich weder im Interesse des FC Schalke 04, den der Torhüter zum Saisonende verlassen wird, noch im Interesse des FC Bayern, wo Nübel ab der kommenden Spielzeit unter Vertrag stehen wird, wenn er sich öffentlich äußert.

So gab es nach der 0:1 (0:1)-Niederlage der Schalker gegen Werder Bremen, bei der Nübel sein Comeback im Tor der Königsblauen geben durfte, keinen Kommentar von ihm. Allerdings gab es auch von Markus Schubert, der für Nübel wieder auf die Bank musste, kein Wort darüber, wie er sich derzeit fühle.

Das Schweigen der Keeper verdeutlicht das Dilemma von Nübel, Schubert – und von Schalke 04. Es ist für alle Beteiligten alles irgendwie blöd gelaufen, seit sich im Dezember abzeichnete, dass Nübel seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird.

Eine Chronologie, die von vorne bis hinten Scheitern beinhaltete

Die Chronologie des Schalker Torhüter-Dramas: Am 15. Dezember sah Stammkeeper und Mannschaftskapitän Nübel, der bis dahin eine stabile Saison gespielt hatte, beim 1:0 gegen Eintracht Frankfurt nach einem brutalen Foul die Rote Karte. Für ihn wurde Schubert eingewechselt. Der 21-Jährige wurde ins kalte Wasser geworfen – und machte seine Sache gut. Damals musste sich Schubert allerdings auch noch nichts beweisen. Es schien ja klar, dass er nach abgelaufener Sperre Nübels wieder ins zweite Glied zurücktreten wird. Schubert spürte also keinen Druck.

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Dann machte Nübel kurz vor Weihnachten seinen Wechsel öffentlich – die Fans schäumten, Trainer David Wagner und die Vereinsverantwortlichen reagierten enttäuscht. Anfang Januar gab Nübel nach Absprache mit Wagner sein Kapitänsamt auf. Trotzdem sollte er die Nummer eins bleiben – obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch gesperrt war und gar nicht spielen konnte.

Markus Schubert machte sich vor der Partie gegen Werder war, aktiv beiwohnen durfte er ihr dann später nicht

Markus Schubert machte sich vor der Partie gegen Werder war, aktiv beiwohnen durfte er ihr dann später nicht

Quelle: REUTERS

Zum Rückrundenstart spielte also weiter Schubert – jetzt aber unter besonderer Beobachtung. Vor jedem Spiel lautete die Frage: Ist er stark genug, um Nübel dauerhaft zu beerben? Die Fans forderten von Wagner, Schubert im Tor zu lassen. Zunächst hielt Schubert dem Druck stand. Dann, im zweiten Rückrundenspiel, ging Schalke mit 0:5 beim FC Bayern unter.

Wagner stellte daraufhin Nübel, dessen Sperre abgelaufen war, wieder ins Tor. Doch die Fans pfiffen ihn aus. Nübel spielte zunächst passabel, doch die Fans pfiffen weiter. Und nachdem er sich beim 0:5 gegen Leipzig und dem 0:3 gegen Köln massive Fehler geleistet hatte und von einem Teil der Anhänger regelrecht angefeindet wurde, nahm Wagner erneut den Wechsel vor: Schubert kam wieder rein, Nübel wieder raus. „Mit den ganzen Umständen, dem Vereinswechsel, hatte ich nicht das Gefühl, dass Alexander Nübel sein Potenzial auf den Platz bringen kann“, sagte Wagner Anfang März.

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Doch besser wurde gar nichts – im Gegenteil. Schubert spürte nun den massiven Druck, der auf ihm lastete. Der 21-Jährige, der auch in der U21-Nationalmannschaft der Vertreter von Nübel, 23, war, wirkte unsicher. In den ersten drei Spielen nach dem Re-Start der Bundesliga unterliefen ihm teilweise spielentscheidende Fehler: Beim 0:4 in Dortmund war er an zwei Gegentoren beteiligt. Beim 1:2 in Düsseldorf sah er beim 1:1 der Fortunen zumindest unglücklich aus, als er einen Freistoß von Kevin Stöger nur nach vorne abklatschen konnte.

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Also wechselte Wagner wieder zurück. „In den letzten Spielen konnte „Schubi“ der Mannschaft leider nicht helfen und die Sicherheit geben, die wir uns von ihm erhofft haben“, sagte der Trainer. Leicht gefallen sei ihm das nicht, so Wagner. „Für ihn persönlich ist das eine schwierige Situation“, erklärte er, nachdem er die Keeper am Freitag, einen Tag vor dem Spiel gegen Bremen, von seiner Entscheidung in Kenntnis gesetzt hatte. „Markus Schubert hat es gefasst aufgenommen. Er war nicht überrascht“, sagte der Trainer.

Doch gefreut haben dürfte sich Schubert nicht. Denn die Degradierung könnte für ihn einen Karriereknick bedeuten. Denn plötzlich wird auch in Zweifel gezogen, was der ursprüngliche – und durchaus sinnvolle – Plan der Schalker mit Schubert vorgesehen hatte.

Alexander Nübel im Luftduell gegen Werders Yuya Osako

Alexander Nübel im Luftduell gegen Werders Yuya Osako

Quelle: AFP/BERND THISSEN

Im vergangenen Sommer war das Torhütertalent ablösefrei von Dynamo Dresden geholt worden, um es langfristig aufzubauen. Er sollte zunächst im Windschatten von Nübel und Ralf Fährmann, der erfahrenen Nummer zwei, lernen und reifen. Dann aber verließ Fährmann, der erst in der Vorsaison von Nübel im Schalker Tor abgelöst worden war, überraschend den Verein und ließ sich zu Norwich City ausleihen. Durch die Turbulenzen, die dann die Bekanntgabe von Nübels Wechsel ausgelöst hatte, geriet nun alles vollends durcheinander. Das war zu viel für Schubert.

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Werder Bremen konnte mit einem Sieg gegen Schalke 04 drei wichtige Punkte im Abstiegskampf holen. Trainer Florian Kohfeldt weiß aber, dass diese Punkte noch gar nichts bedeuten.

Tatsächlich erscheint es derzeit offen, mit welchem Status Schubert in die kommende Saison gehen wird. Als Nummer eins? Kehrt Ralf Fährmann aus Norwich zurück, oder kommt gar einer neuer Torwart? Auf die Frage, ob Schubert durch die erneute Herausnahme aus dem Tor für die Schalker Zukunft verbrannt sei, antwortete David Wagner: „Nein, das würde ich nicht sagen.“

Tatsächlich ist die Frage aktuell nur schwer zu beantworten. Viel hängt von der mentalen Stärke des Markus Schubert ab. Die aufzubringen wird nicht leicht.

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