Schiedsgerichtsbarkeit mit UFO vereinbart: Streiks bei Lufthansa abgewendet

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Lufthansa Passagiere können aufatmen: Weitere Streiks des Kabinenpersonals sind für die Airline nicht mehr möglich.

Das Unternehmen hat mit der Kabinengewerkschaft Ufo eine umfassende Schiedsvereinbarung getroffen, die eine Verpflichtung zur Wahrung des Friedens bis zum Ende des Verfahrens beinhaltet, wie beide Seiten am Freitag bekannt gaben. Begleitet werden soll eine Mediation und ein außergerichtliches Qualitätsverfahren, um Streitigkeiten außerhalb des Tarifs beizulegen.

Dem Abkommen gingen drei Streikwellen mit insgesamt rund 2.000 Flugausfällen und monatelangen Verhandlungen zwischen den tief gespaltenen Tarifparteien voraus. Ein Turnaround wurde erst mit dem Eintritt des neuen Lufthansa-Personaldirektors Michael Niggemann erreicht.

Das Schiedsverfahren ist nach Angaben des dpa von den zuvor benannten Schiedsrichtern Matthias Platzeck und Frank-Jürgen Weise durchzuführen, die bereits an der langwierigen Einleitung beteiligt waren. Für die beiden Begleitverfahren wurden zusätzliche Sachverständige bestellt.

Der Eintritt in das Schiedsverfahren bedeutet für die rund 22.000 Lufthansa-Flugbegleiter eine sofortige Verbesserung. Die Zwischenaufenthalte in Japan und Südkorea werden erneut verlängert und die Mitarbeiter erhalten eine Sonderzahlung von jeweils 1.500 Euro.

Neben Tarifverhandlungen zu Arbeitsbedingungen, Renten und Löhnen haben die langen Auseinandersetzungen zwischen den Streitparteien zu Konflikten geführt. Es geht unter anderem um persönliche Beschwerden von Lufthansa und damit verbundene Haftungsfragen gegenüber ehemaligen und gegenwärtigen Vorstandsmitgliedern der Gewerkschaft. Der frühere Ufo-Chef Baublies wurde ebenfalls von Lufthansa Services entlassen.

Das UFO schließt seit 2002 Tarifverträge mit Lufthansa ab. In einer schweren Führungskrise der Gewerkschaft im vergangenen Jahr bezweifelte das Unternehmen die Zahlungsfähigkeit und erkannte Entscheidungen des UFO-Vorstandes, zum Beispiel die Beendigung von Tarifverträgen, nicht an. Eine entsprechende Klage auf Rücknahme des Gewerkschaftsstatus wurde inzwischen zurückgezogen.

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