Schröder verteidigt seine Entscheidung, sich nicht von Putin/Diena zu distanzieren

“Ich habe den Krieg mehrfach verurteilt, das wissen Sie. Aber hätte persönliche Distanzierung von Putin wirklich etwas Gutes gebracht?” fragte der Altkanzler am Mittwoch in einem Interview mit dem Magazin „Stern“ und dem Sender „RTL/ntv“.

In dem Interview verteidigte Schröder auch die umstrittene Gaspipeline Nord Stream 2, ein Projekt, das wegen des Krieges Russlands gegen die Ukraine gestoppt wurde.

“Die gute Nachricht ist, dass der Kreml eine Verhandlungslösung” für den Krieg in der Ukraine will, sagte Schröder im Gespräch mit dem Stern und RTL/ntv.

Als Alternative zur Nato-Mitgliedschaft könne ein Kompromiss die teilweise russische Kontrolle über den Donbass und die “bewaffnete Neutralität” der Ukraine beinhalten, meinte der Altkanzler.

Kiews Bemühungen, die 2014 von Russland annektierte Krim zurückzuerobern, seien vergeblich, räumte er ein.

“Die Idee, dass der Präsident der Ukraine [Volodimirs] Dass Selenskyj die Krim zurückerobert, ist absurd”, sagte Schröder. „Wer glaubt, dass der russische Präsident die Krim jemals aufgeben könnte?”

Schröder habe vergangene Woche Gespräche mit Putin geführt, bestätigte Kreml-Pressesprecher Dmitri Peskow am Mittwoch.

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba wies Schröders Behauptung zurück, Putin sei für Gespräche offen.

„Nichts ist zynischer als die Behauptungen von Putins Handlangern, Russland sei zu Gesprächen bereit“, twitterte Kuleba und betonte, dass die tägliche Bombardierung der Ukraine etwas anderes nahelege.

“Russland konzentriert sich weiterhin auf den Krieg. Alles andere ist Nebel”, betonte der Minister.

Andererseits sagte Selenskyj am Mittwoch in einem nächtlichen Videoanruf, es sei „einfach widerlich, dass die ehemaligen Führer einflussreicher Länder mit europäischen Werten zum Wohle Russlands arbeiten, das gegen diese Werte Krieg führt“. Namentlich erwähnte der Präsident der Ukraine Schröder nicht.

Im Mai entschied sich Schröder, den Posten des Vorstandsvorsitzenden des russischen Ölkonzerns „Rosneft“ aufzugeben und kündigte an, ein Angebot, Vorstandsmitglied des Gaskonzerns „Gazprom“ zu werden, nicht anzunehmen.

Es wurde bereits berichtet, dass die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD), deren Vorsitzender einst Schröder war, Mitte Juli einen Prozess eingeleitet hat, der zu Schröders Parteiausschluss wegen seiner engen Beziehungen zu Putin und russischen Energiekonzernen führen könnte.

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