Seltenes Sonnenphänomen kann Nordlichtfestival schaffen – VG

NORDLICHTER: So könnte der Himmel an mehreren Orten im Süden des Landes am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche aussehen. Das Bild von Anfang dieses Jahres wurde von Havnehagen und über den Kanal nach Krapfoss aufgenommen.

Am Mittwoch und Donnerstag besteht im Süden des Landes die Möglichkeit, Nordlichter zu sehen. Der Grund ist ein ganz besonderes Weltraumwetter.

Das Phänomen, das am Donnerstag die Erde treffen wird, wird als „Kannibalen-Corona-Massenausbruch“ bezeichnet.

Das ist etwas, das in den letzten Jahren entdeckt wurde, so der Sonnenforscher am norwegischen Weltraumzentrum, Pål Brekke.

Es funktioniert so, dass manchmal auf einen Sonnensturm ein weiterer Sonnensturm folgt, der sich etwas schneller bewegt. Der zweite holt den ersten ein und die beiden bilden zusammen einen noch stärkeren Sturm, erklärt der Forscher gegenüber VG.

– „Kannibale“, weil einer den anderen frisst, um noch stärker zu werden.

CORONA-LOCH: So sieht ein Corona-Loch in der Sonne aus.

Eruptionen auf der Sonne können aus starken Lichtblitzen bestehen. Diese senden massenhaft Röntgenstrahlen aus, die Minuten später auf der Erde einschlagen. Es wirkt sich unmittelbar in der Erdatmosphäre aus, erklärt Brekke.

Zu anderen Zeiten werden große Mengen Gas ausgestoßen, was als Korona-Masseneruption bezeichnet wird. Diese Gaswolke braucht ein bis drei Tage, um das Magnetfeld der Erde zu treffen.

Dies hilft normalerweise, das Nordlicht zu erzeugen, kann aber auch Satelliten beschädigen.

– Das Besondere dieses Mal ist, dass es zwei Gaswolken gibt, zusätzlich zu dem, was wir ein Koronaloch auf der Sonne nennen. Die Kombination daraus wird am Mittwoch- und Donnerstagabend zu vielen Nordlichtern führen.

– An beiden Abenden besteht möglicherweise die Möglichkeit, das Nordlicht weit im Süden Norwegens zu sehen.

Vorausgesetzt, die Wettergötter spielen mit und es ist nicht komplett bewölkt, wo du bist.

SONNENSTURME: Diese Abbildung zeigt die beiden Sonnenstürme, die zu einem sogenannten „Kannibalen-Corona-Massenausbruch“ führen könnten.

Eine Art Wettervorhersage für den Raum

Mit Hilfe von Satelliten kann man die aus der Sonne austretenden Gaswolken beobachten, so die Geschwindigkeit abschätzen und die ungefähre Ankunftszeit auf der Erde vorhersagen.

– Ein bisschen wie wenn die Meteorologen draußen in der Nordsee einen Sturm beobachten und abschätzen können, wann er auf die Küste trifft. Das ist in etwa das Gleiche wie bei den Meteorologen. Es sei eine Art Weltraumwettervorhersage, erklärt Brekke.

– So wie man manchmal Schwierigkeiten hat, das Wetter genau zu melden, kann sich auch dieses ändern, aber wenn es wie geplant läuft, kann man die Nordlichter fast bis ganz unten in Norddeutschland sehen.

ERKLÄRT: Der Sonnenforscher Pål Brekke erklärt das Phänomen, das diese Woche Nordlichter nach Südnorwegen bringen kann.

Kann Probleme bereiten

Laut Brekke ist dies der “freundliche” Teil davon. Neben dem Nordlicht können extrem starke geomagnetische Stürme Probleme mit dem Stromnetz verursachen.

In der Vergangenheit ist aufgrund solcher Stürme Strom verloren gegangen, und die Energieunternehmen werden einige Vorsichtsmaßnahmen treffen, wenn der Sturm stark genug ist.

– Dieser Sturm ist wahrscheinlich nicht stark genug, um so etwas zu tun, gibt Brekke zu bedenken.

– Es trifft nicht auf die Erdoberfläche, sondern auf das Magnetfeld der Erde.

Einige, die aufgrund des Phänomens Probleme haben können, sind jedoch Satellitenbesitzer. Die Stürme führen dazu, dass die Erdatmosphäre ausgeblasen wird, was wiederum dazu führen kann, dass Satelliten mehr Reibung spüren und schneller an Höhe verlieren. Satelliten können auch die Orientierung verlieren, während der Sturm das Magnetfeld der Erde passiert.

Auch bei der hochfrequenten Funkkommunikation, die am häufigsten in Flugzeugen in den Polarregionen zum Einsatz kommt, kann es zu Problemen kommen.

– Daher kann es für viele wichtig sein, diesen Stürmen zu folgen.

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