Home Welt Shoreditch in East London: Epizentrum der britischen Street Art

Shoreditch in East London: Epizentrum der britischen Street Art

Gregory zieht seine schwarze rvca mütze in die stirn, der regen wird stärker. Er mag den Regen, weniger Menschen unterwegs. Das ist gut. Gregory ist ein Wallwriter, ein Graffitikünstler, der legal und illegal malt. Er führt uns durch seine Gegend, durch Shoreditch im heruntergekommenen Osten von London. Hier sind seine Straßen, hier ist seine Arbeit. Gregors Leben dreht sich um Ziegel, um die braunen, manchmal rötlichen, immer unverputzten Ziegel, die sich auf Wänden und Fassaden stapeln und außergewöhnliche Bilder tragen. Gregorys Bilder sind ebenfalls enthalten, da er ein bekannter Mann in der Street-Art-Szene ist, der zu einem Aushängeschild Londons geworden ist. Künstler aus ganz Europa haben Shoreditch zu Londons größter und vielleicht aufregendster Open-Air-Galerie gemacht, und Besucher können sich die wilden, spöttischen Reflexionen über den raschen Wandel der Metropole ansehen.

Es ist eng in Shoreditch, die Straßen sind eng und von gelben, verwaschenen Doppellinien begrenzt. Parken ist nicht erlaubt, aber die meisten Bewohner des Distrikts wissen sowieso nichts darüber. Ein Blick auf einen nicht bepflanzten Balkon, auf dem ein Mann mit misstrauischen Augen eine Zigarette raucht, zeigt, dass hier die Angehörigen der boomenden Metropole leben. “Vorsicht, auf diesem Platz ist es rutschig”, sagt Gregory, und der Hinweis ist angebracht, denn jeder, der nach Straßenkunst sucht, schaut nach oben und scannt Wände und Felsvorsprünge. Du schaust nicht auf die Straße. Wir stehen vor einem haushohen Wandgemälde bei Phlegm. Der englische Straßenkünstler malte die gesamte Rückseite eines Hauses. Die dunkle Arbeit scheint von einem Albtraum in Kafka gekommen zu sein. Es zeigt klaustrophobisch enge, erhöhte Steinhäuser, in die eine magere Kreatur mit einer Kerze klettert, um Licht unter die Dächer zu bringen. Schleimfarben in schwarz und weiß. Seine surrealen, ängstlich aussehenden Fabelwesen lösen Angst aus. Wir schauen uns um: Sozialwohnungen, Wäscheleinen, umgeworfene Mülleimer. Der Raucher knallt die Küchentür hinter sich auf den Balkon.

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