Snapchat: Freundesvorschläge einschränken soll Minderjährige schützen

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Snapchat will mit der Einführung neuer Funktionen minderjährige Nutzer der Plattform besser schützen. Zum Beispiel sind Freundschaftsvorschläge für Kinder im Alter von 13 bis 17 Jahren jetzt begrenzt.

Nur wenn jemand bereits mehreren Freunden bekannt ist, wird er oder sie über die Quick-Add-Funktion als potenzieller Freund vorgeschlagen. Auf diese Weise erhofft sich die Social-Media-Plattform, dass Nutzer seltener mit böswilligen Parteien in Kontakt kommen. Laut Snapchat betrifft es beispielsweise Erwachsene, die versuchen, Drogen zu verkaufen.

Mit wie vielen direkten Kontakten jemand bereits befreundet sein muss, um in die Vorschläge aufgenommen zu werden, wurde noch nicht bekannt gegeben.

Snapchat möchte Eltern auch mehr Kontrolle darüber geben, mit wem ihre Kinder über die App interagieren. Das Unternehmen gibt an, die Privatsphäre der Nutzer zu respektieren. Weitere Informationen zu diesen Funktionen sollten in den kommenden Monaten bekannt werden.

Verletzlich

Snapchat ist eine beliebte App bei jungen Leuten in den Niederlanden. Laut Forschern hat die App in unserem Land mehr als 2,5 Millionen Nutzer, von denen die überwiegende Mehrheit jünger als 20 Jahre ist.

„Wir wissen, dass Kinder im Internet verwundbar sind“, sagt GZ-Psychologin und Social-Media-Expertin Najla Edriouch. In mehr als ein Viertel aller ermittelten Missbrauchsfälle erfolgte der Erstkontakt über Apps wie Snapchat und TikTok. Dabei handelte es sich um insgesamt 86 Sexualdelikte, berichtete das niederländische forensische Institut im vergangenen Jahr.

Laut Edriouch kann der Schritt, den Snapchat jetzt geht, sicherlich einen Unterschied machen. Das ist aber noch schwer zu sagen, denn die Details zur neuen Funktion fehlen noch. „Letztendlich finden Menschen mit böswilliger Absicht immer einen Weg. Aber natürlich ist es gut, wenn es ihnen schwerer gemacht wird“, sagt Edriouch.

Imageschaden

Ihrer Meinung nach scheint der Schritt des amerikanischen Technologieunternehmens in einen Trend zu fallen. Sowohl Facebook als auch Instagram haben kürzlich ähnliche Änderungen im Zuge von Studien, die zeigen, wie stark diese Apps auf das Wohlbefinden vor allem junger Nutzer wirken können.

Edriouch: „Das hat die Leute zum Nachdenken gebracht und Unternehmen werden angesprochen. Man sieht dann, dass Plattformen alle möglichen Maßnahmen ergreifen, um ihre Follower besser zu schützen. Ich denke, das ist auch mit folgendem Gedanken im Hinterkopf: Wie können wir auch Eltern sein? Sie haben das Gefühl, dass ihr Kind eine sichere Plattform benutzt, also werden sie es nicht verbieten.“

Unabhängig von den genauen Beweggründen eines Unternehmens ist es besonders wichtig, dass Plattformen aktiv werden, findet der Psychologe. Sie weist darauf hin, dass die Zeit, die junge Menschen in sozialen Medien verbringen, während der Pandemie und des Lockdowns weiter zugenommen hat.

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