Starliner-Astronautenkapsel: Die Weltraummission von Boeing schlägt aufgrund von Uhrfehlern fehl

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Die Weltraummission von Boeing schlägt aufgrund von Uhrfehlern fehl

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Gerhard Hegmann

Boeing Crew-Kapsel Boeing Crew-Kapsel

Am Freitag wurde der Starliner von einer Alliance Atlas V-Rakete aus Cape Canaveral ins All abgefeuert

Quelle: AP / Terry Renna

Die Starliner-Astronautenkapsel ist eines der ehrgeizigsten Projekte von Boeing. Die Verbindung zur Raumstation "ISS" schlug jedoch fehl. Am Sonntag wartet nun ein riskantes Manöver.

DDie Panne im aktuellen Erstflug von Boeings Astronautenkapsel Starliner ist auf falsch koordinierte Uhren zurückzuführen. Da die Uhr der Rakete nicht korrekt synchronisiert war, feuerte die während des Testfluges unbemannte Kapsel ihre Triebwerke kurz nach dem Trennen von der Rakete zum falschen Zeitpunkt ab. Boeing-Raumfahrtmanager Jim Chilton gab die Erklärung bei einer Telefonkonferenz ab.

Ursprünglich sollte die am Freitag gestartete Kapsel einen Tag später mit der "Internationalen Raumstation" (ISS) verbunden worden sein. Aber die falschen Flugmanöver zur falschen Zeit und ihre Korrekturmaßnahmen haben zu viel Treibstoff verbraucht. Das Andockmanöver wurde daher abgebrochen. Stattdessen soll die Kapsel an diesem Sonntag bei Sonnenaufgang (7.57 Uhr Ostküstenzeit) auf dem Raketentestgelände in White Sands, New Mexico, landen.

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Es wäre die erste Landung einer US-amerikanischen Kapsel, die für Astronauten auf festem Boden und nicht wie die Apollo- oder Gemini-Kapseln im Meer ausgelegt ist. Bei einem kürzlich durchgeführten Test mit dem Starliner-Kapselfallschirmsystem wurde jedoch einer der drei Riesenfallschirme nicht ausgelöst. Diesmal sind die Boeing-Experten jedoch zuversichtlich, dass sich der Fehler nicht wiederholen wird.

Bei der Telefonkonferenz, an der auch Nasa-Chef Jim Bridenstine teilnahm, wurde deutlich, mit welchen Problemen die Experten nach dem reibungslosen Start der Starliner-Kapsel aus Florida zu kämpfen hatten. Als die fehlerhafte Zündung der Starliner-Motoren bemerkt wurde, erreichten die Korrekturbefehle der Bodenstation die Kapsel spät, weil sie in einer Art "Funkschatten" der Kommunikationssatelliten flog. Daher geriet die Kapsel zunächst in die falsche Umlaufbahn. Dies wurde nun korrigiert, obwohl nicht alles reibungslos verlief.

Seit 2011 sind die USA auf Flugoptionen angewiesen

Mit der Starliner-Kapsel, in der bis zu sieben Astronauten fliegen konnten, will Boeing den USA einen eigenen Zugang zur Raumstation "ISS" ermöglichen. Seit dem Ende der Space-Shuttle-Ära im Jahr 2011 sind die USA auf Flugoptionen in der russischen Sojus-Kapsel angewiesen. Ein Sitz kostete kürzlich gut 80 Millionen Dollar. Neben Boeing entwickelt das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk auch eine bemannte Kapsel (Crew Dragon). Im Mai absolvierte es erfolgreich seinen unbemannten Testflug zur "ISS". Diese Kapsel explodierte jedoch später während eines Motortests am Boden.

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Die NASA investiert Milliarden von Euro, um Astronauten selbständig in den Weltraum zur "ISS" fliegen zu können. SpaceX erhielt 2,6 Milliarden US-Dollar für die Entwicklung einer Passagierversion (Crew Dragon) aus der Dragon-Frachtkapsel. Für die Entwicklung der Starliner-Kapsel erhielt Boeing sogar unglaubliche 4,2 Milliarden US-Dollar. Als 2014 die Entscheidung für diese beiden Unternehmen fiel, bestand immer noch die Hoffnung, dass ein US-Astronaut bereits 2017 in seiner eigenen Kapsel sein würde. Es gab jedoch immer Verzögerungen.

Die entscheidende Frage ist nun, ob die Nasa aus Sicherheitsgründen einen weiteren unbemannten und selbst bezahlten Testflug von Boeing anfordert oder ob 2020-Astronauten beim nächsten Start der Starliner-Kapsel möglicherweise sitzen. Wie Boeing-Experten mehrfach betonten, hätten Astronauten an Bord bei der nun vorzeitig beendeten automatischen Mission manuell eingreifen können. Sie hätten dann die Kapsel zur "ISS" geflogen

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