Tesla: Die verrückten Höhen und Tiefen des Tesla-Anteils

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Der Aktienkurs von Tesla ähnelt eher dem eines vielversprechenden Technologie-Start-ups als dem eines globalen Automobilunternehmens. Zwischen Sommer 2019 und Anfang 2020 stieg der Anteil des Elektroautoherstellers zunächst um mehr als 300 Prozent, bevor er nach der Koronapandemie um 60 Prozent fiel. In den folgenden Wochen feierte sie ein spektakuläres Comeback und gipfelte am Mittwoch in einem vorläufigen Hoch: Die Aktie brach zum ersten Mal das Rekordhoch von 1.000 USD, obwohl es durch die fallenden Preise am Donnerstag etwas nach unten gezogen wurde. Der Preis hat sich seit dem Crash Mitte März mehr als verdreifacht.

Börsenspieler lieben solche Kursbewegungen. Wetten mit hohem Gewinnpotential können in kürzester Zeit platziert werden. Selbst die kleinste Meldung reicht aus, um ein neues Feuerwerk auszulösen. Diesen Mittwoch hatte Tesla-Chef Elon Musk seinen Mitarbeitern in einem Brief klar gemacht, dass er die Produktionspläne für sein Sattelzugmodell vorantreiben wollte. Die Aktie stieg prompt um mehr als acht Prozent.

Die Tatsache, dass Tesla endlich zum Spielball der Spekulanten geworden ist, war bereits zu Beginn des Jahres offensichtlich: Der Anteil stieg innerhalb von 24 Stunden um 20 Prozent. Der Preissprung wurde wahrscheinlich nur von Spekulanten ausgelöst, die auf fallende Preise gesetzt hatten. Sie mussten schnell Aktien kaufen, um ihre Verluste zu begrenzen.

Solche Geschäfte haben wenig mit der tatsächlichen Substanz des Unternehmens zu tun. Branchenexperten haben lange darüber gestritten, was Tesla wirklich wert ist. Aber es ist bereits klar, dass der Hype um Tesla neugierige Blumen treibt.

Tesla ist an der Börse mehr wert als BMW, Daimler und Volkswagen zusammen. Die drei deutschen Automobilhersteller bauen jährlich rund 16 Millionen Autos, Tesla nur 370.000. Jedes 2019 verkaufte Tesla-Auto entspricht somit einem Marktwert von mehr als 450.000 Euro. Zum Vergleich: Bei Volkswagen sind es nur 6.800 Euro.

“Man kann mit Recht sagen, dass sich der Aktienkurs von Tesla auf eine Weise entwickelt, die wenig mit traditionellen Börsenzahlen zu tun hat”, sagte Tim Urquhart, Autoanalyst bei IHS Markit, dem in London ansässigen Analystenunternehmen Telegraph. Es gibt viele Hoffnungen der Anleger, dass sich die Technologie von Tesla durchsetzen wird.

Und bald könnte Tesla die nächste verrückte Marke an den Finanzmärkten knacken: Nur ein weiterer Preisanstieg von 11 Prozent trennt den kalifornischen Elektroautohersteller davon, den derzeit wertvollsten Automobilhersteller Toyota am Börsenwert einzuholen. Zumindest in Bezug auf den Marktwert wäre Tesla weltweit die Nummer eins, obwohl das Unternehmen meilenweit davon entfernt ist, so viele Autos wie seine Konkurrenten zu verkaufen.

Für Investoren scheint das keine Rolle zu spielen. Kein Wunder also, dass sich der Tesla-Börsenrummel auf andere kleine Unternehmen ausgeweitet hat: Der Aktienkurs des völlig unbekannten Elektro-Lkw-Herstellers Nikola ist innerhalb eines Monats um 300 Prozent gestiegen. Das Unternehmen aus Phoenix, mit dem Tesla unter anderem mit einem Wasserstoff-Pickup konkurrieren will, ist jetzt an der Börse wertvoller als der US-amerikanische Autogigant Fiat Chrysler. Und das trotz der Tatsache, dass das Start-up noch kein einziges Auto verkauft hat.

Ikone: Der Spiegel

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