Totes Filmhuhn Sieglinde: Schadensersatzklage

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SEr war nur eine Explosion, sagt Ute Milosevic. Sieglinde, eine braune Legehenne mit rotem Wappen und flauschigem Gefieder, lebte auf Milosevics Bauernhof in Weeze, legte Eier, gackerte. Und leuchtete vor der Kamera – denn Sieglinde spielte in mehreren Produktionen wie "Wendy I" und dem Fernsehfilm "We are Sisters" als Filmhuhn. Laut ihrer Besitzerin war sie unglaublich talentiert. Sieglinde mochte die Leute, sie kam, als sie gerufen wurde, "jeder Tag war eine gemütliche Zeit". Das war das Ende des Sommers 2017. Ein frei laufender Hund eines Kinderwagens rutschte unter Milosevics Elektrozaun, rannte über ihre Koppel und biß Sieglinde tot.

Theresa Weiß

Ute Milosevic macht Schadensersatzansprüche geltend. Sie will 4.000 Euro von den Hundebesitzern, denn Sieglinde war nicht irgendein Huhn. Sie war bereits für weitere Bestellungen gebucht worden, daher empfahl die Tierfilmagentur von Milosevic, sich an einen Rechtsbeistand zu wenden.

In erster Instanz wurde Milosevic vom Bezirksgericht die Mitschuld am Tod des Huhns bewilligt; Da es frei im Hof ​​herumlief und somit Gefahren ausgesetzt war, erhielt sie nur eine Entschädigung in Höhe von 307,50 Euro vom Festwert von 615 Euro. 615 Euro sind viel für ein Huhn. Das Gericht argumentierte, dass Milosevic Trainingskosten für das Tier hatte. Sie wollte jedoch den Verlust zukünftiger Einnahmen aus weiteren Filmengagements nicht berücksichtigen. Milosevic ist nicht genug. Sie will Gerechtigkeit. Sie legte Berufung ein, die genehmigt wurde, und das Urteil wird nächsten Freitag in zweiter Instanz vor dem Bezirksgericht Kleve verkündet.

Liegt vor Gericht

Die fünfundfünfzigjährige liebt alle ihre Tiere. Auf dem viereinhalb Hektar großen Grundstück leben Alpakas, Hunde, Pferde, Minischweine, Gänse und einige Hühner. Aber sie hatte nur eine braune, das war Sieglinde. "Sie sind vollwertige Familienmitglieder", sagt sie. Aus diesem Grund ist der Tod von Sieglinde nicht nur eine finanzielle Kürzung.

Tierliebe: Sieglindes ehemalige Besitzerin Ute Milosevic füttert die restlichen Hühner auf ihrem Bauernhof in Weeze.


Was sie am Sieglinde-Prozess am meisten störe, sei die Einstellung der Hundebesitzer. An dem Sommertag, als ihr Hund der Shiba-Inu-Rasse das Sieglinde-Huhn schnappte, sagte einer der Spaziergänger "sehr abfällig", dass das tote Huhn mit zehn Euro bezahlt wurde.

Im ersten Prozess nannte er dann drei Zeugen, einen Küster, einen Lehrer und einen Tierpfleger, die aussagten, dass es auf Milosevics Farm viele braune Hühner gab. Die Hausfrau und Hundezüchterin vermutet, dass die Identität von Sieglinde in Frage gestellt werden sollte, um den Schadensersatzanspruch zu vereiteln. "Sie sind alle mit der gleichen Geschichte vor Gericht erschienen." Sie ist empört, als sie das am Telefon erzählt. "Dass ein Küster lügt!" Aber Milosevic hält eine genaue Aufzeichnung ihrer Tiere. Der Richter hatte auch bemerkt, dass dies eine Frage der Einigung war. Der Tod von Sieglinde durch den Hund galt als erwiesen, aber die Entscheidung wurde nur für die guten 300 Euro getroffen – wegen der Mitschuld.

Als der Prozess wieder aufgenommen wurde, sagte der Richter, dass Milosevic das Recht hatte, die Hühner frei auf ihrem Land herumlaufen zu lassen, auch wenn es nicht vollständig mit Drahtgeflecht eingezäunt war. Zudem liegt der Hof in einem Naturschutzgebiet, so dass Hunde ohnehin an der Leine gehalten werden müssten. Wenn das Urteil am Freitag gefällt wird, geht Milosevic davon aus, dass die 615 Euro wahrscheinlich an sie vergeben werden. Tatsächlich verlangt sie jedoch, dass die Zeugen wegen falscher Aussagen bestraft werden.

Milosevic weiß, dass nicht jeder den Wert ihres Huhns und ihre Liebe zu Tieren versteht. Sie ist jedoch der Ansicht, dass dies kein Grund ist, ihren Fall nicht korrekt zu behandeln und auf rechtsstaatlichen Grundsätzen zu bestehen.

Nicht jeder hat Talent

Milosevic vermutet, dass einige der am Prozess Beteiligten nicht verstehen konnten, warum sie ihre Tiere nicht in Ställe stellt oder warum sie jetzt einen Fehler wegen eines toten Huhns macht. Aber ihre Liebe zu Tieren ist tief: „Ich habe Tiere nach Hause gezogen, seit ich laufen konnte. Und meine Mutter war nicht gerade tierbesessen. Deshalb hat sie sich damals gesagt: "Warte, bis ich groß bin, dann werde ich hart zuschlagen." Also geschah es. Milosevic leitet den Hof seit 30 Jahren mit ihrem Ehemann und sie betreiben ihn in ihrer Freizeit. Sie hat dem Film von Anfang an Tiere geschenkt. Ein Schwein war seit 15 Jahren immer wieder für Werbung und Talkshows gebucht worden. Eines ihrer Alpakas erschien sogar in einem Film. Aber nicht jedes Tier ist geeignet: "Das müssen die Tiere für sich zeigen."

Sieglinde hat es gezeigt. Als ihr Tod bekannt wurde, setzten sich Schauspieler von "Wendy I" mit Milosevic in Verbindung, um zu bezeugen, wie besonders das Huhn war. "Sie können keinen Ersatz suchen, es gibt selten so gute Hühner." Selbst wenn Milosevic den vollen Betrag bekommen würde, den sie verlangt hatte, würde sie ein so erfolgreiches Huhn nicht wiederfinden, selbst wenn sie viel Tierzucht betrieben hätte, glaubt sie. Um sie zu trösten, schenkten Freunde und Familie ihr neue Hühner. Aber keine zeigt Sieglindes Talent.

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