Tour de France in Dänemark

Gegen Ende der diesjährigen zweiten Etappe der Tour de France werden die Fahrer eine spektakuläre 18 Kilometer lange Strecke in Dänemark durchlaufen. Eine Strecke, über die alle reden und die große Folgen haben kann.

– Es kann das ganze Feld in Fetzen sprengen, sagt Mads Kaggestad, Fahrradkommentator von TV 2, gegenüber Dagbladet.

„Wenn es nur wenig Wind gibt, herrscht komplettes Chaos“, schreibt das niederländische Radsportmagazin Im Leadertrikot.

„Auf dem Feld kann totale Panik ausbrechen“, schreibt das Fahrradmagazin Straße.cc.

HOCH OBEN: Die Brücke ist so gebaut, dass große Schiffe unterfahren können. Foto: Shutterstock/Rex/NTB
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– Kann viel Zeit verlieren

Der Straßenabschnitt heißt Great Belt Link, eine 18 Kilometer lange Straßenverbindung, die aus zwei Brücken und einem Tunnel besteht, zwischen Nyborg auf Fünen und Halskov auf Seeland in Dänemark.

Die Strecke kommt gegen Ende einer flachen, 200 Kilometer langen Etappe. Das heißt aber nicht, dass die Bühne für TV-Zuschauer langweilig wird.

– Es gibt dort auch Wind entlang der Küste, also kann es eine Etappe sein, die einen großen Unterschied machen kann. Wir haben schon früher gesehen, wie der Wind auf dem Feld reißt und kämpft. Es mag Gesamtfahrer geben, die es schaffen können, und viele, die viel Zeit verlieren können, sagt Kaggestad.

TV 2 Tour de France Mads Kaggestad und Marius Skjelb¾k im Studio bei Aker Brygge.

TV 2 Tour de France Mads Kaggestad und Marius Skjelb¾k im Studio bei Aker Brygge.
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– Wie schwierig ist es, bei so einem Wind zu fahren?

– Ich würde sagen, es ist wahrscheinlich so schwer wie mit dem Fahrrad auf einen Berg zu fahren. Aber in den Bergen vermeidet man den Positionskampf, sagt Kaggestad und erklärt:

– Man muss ein bisschen rücksichtslos sein, um die Position zu bekommen, die man braucht, um nicht im Seitenwind wegzublasen. Und jeder ist ein bisschen rücksichtslos, also balanciert jeder in Sachen Sicherheit auf Messers Schneide.

VERLASSEN: Das Radrennen in Kapstadt verlief nicht ganz nach Plan. Sehr starker Wind zwang die Organisatoren, das Rennen kurz nach dem Start zu beenden. Video: CNN/Facebook/Divan Loots.
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– Keine freundliche Atmosphäre

Der Experte glaubt, dass viele Fahrer vor der Etappe ängstlich sind.

– Auf der Bühne wird es garantiert ein Überschlag, und man muss vor so einer Etappe mental wahnsinnig hart sein. Auf dem Feld darf man keinen Zentimeter abweichen, denn auf so einer Bühne herrscht nicht viel freundschaftliche Atmosphäre. Das sei nicht der Fall, sagt Kaggestad.

NORWEGISCHE HOFFNUNG: Kaggestad glaubt, dass Alexander Kristoff die zweite Etappe der diesjährigen Tour de France gewinnen kann.  Foto: Tor Erik Schröder / NTB

NORWEGISCHE HOFFNUNG: Kaggestad glaubt, dass Alexander Kristoff die zweite Etappe der diesjährigen Tour de France gewinnen kann. Foto: Tor Erik Schröder / NTB
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Für norwegische Radsportfans kann die zweite Etappe jedoch besonders spannend werden. Kaggestad glaubt, dass es gut zu einigen der Norweger passen kann, insbesondere zu Alexander Kristoff.

– Ein reduziertes Feld und Kampf im Seitenwind sollten Kristoff sehr gut liegen. Schon in Runde zwei besteht Grund zur Hoffnung auf einen norwegischen Etappensieger, glaubt Kaggestad.

Die Tour de France startet in diesem Jahr erstmals am 1. Juli in Dänemark. Die Etappe über die Verbindung zum Großen Belt findet am 2. Juli statt.

siehe auch  Tausende nach Sturzflut im Death Valley eingeschlossen – VG

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