“Ungleichheit wächst weiter, Reiche zahlen immer weniger Steuern”

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Die Ungleichheit zwischen Arm und Reich nimmt weltweit weiter zu. Das sagt Oxfam Novib in seinem Jahresbericht am Vorabend des Weltwirtschaftsforums in Davos, der Spitze von Politikern, Weltführern und Unternehmen.

Die 22 reichsten Männer der Welt halten zusammen mehr als alle Frauen in Afrika. Mehr als 2000 Milliardäre sind zusammen reicher als die 4,6 Milliarden ärmsten Menschen, die 60 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Oxfam Novib greift in den Bericht ein Zeit für Pflege wieder zu zwingender Vorstellungskraft, um auf die weltweite Kluft zwischen den (Super-) Reichen und denen aufmerksam zu machen, die wenig bis gar nichts haben.

Die Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben, ist nach Angaben der Entwicklungsorganisation rückläufig. Aber die Ungleichheit nimmt zu, auch weil Superreiche und multinationale Unternehmen immer weniger Steuern zahlen. Die Zahl der Milliardäre hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Während die Reichen immer reicher werden, ist die Botschaft, dass Bildung und Gesundheitsfürsorge in vielen Ländern zunehmend unter Druck geraten.

An der Unterseite stecken

In diesem Jahr gilt besondere Aufmerksamkeit Frauen und Kindern. In armen Ländern verbringen sie oft die meiste Zeit mit Kochen, Putzen und Pflegen von Kindern und älteren Menschen. Laut Oxfam Novib ist unbezahlte Pflegearbeit einer der “verborgenen Motoren, die von einem System eingesetzt werden, mit dem Gewinne an große Unternehmen und deren Anteilseigner abfließen können”.

Aufgrund dieses Systems haben Frauen und Kinder wenig oder gar keine Zeit, ein angemessenes Einkommen zu verdienen oder eine Ausbildung zu besuchen. “Sie stecken am Ende der Wirtschaft fest”, heißt es in dem Bericht.

Die Niederlande spielten eine schlechte Rolle

Laut Oxfam Novib spielen die Niederlande eine “schlechte Rolle”, wenn es darum geht, die Kluft zwischen Arm und Reich zu vergrößern. Aus internationalen Forschungen geht hervor, dass von den Gewinnen, die multinationale Unternehmen weltweit zur Vermeidung von Steuern abschöpfen, kleine 10 Prozent in den Niederlanden landen. “Unser Land muss jetzt die Steuerumgehung wirklich beseitigen”, sagt Oxfam-Novib-Direktor Michiel Servaes.

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