Vereinbarkeit von Beruf und Familie: weniger Arbeit, mehr Freizeit

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Achten Sie auf Ihre eigene Zeit

Für viele Menschen ist es wichtig, weniger zu arbeiten und mehr Zeit für private Dinge zu haben.

(Foto: Cynthia Kittler für das Handelsblatt)

Düsseldorf Nicht nur Auflösung, sondern ein gesellschaftlicher Trend: Immer mehr Menschen wollen weniger arbeiten. Anwälte, Zeitmanagementexperten und Arbeitspsychologen geben Tipps, wie dies in der Praxis umgesetzt werden kann.

ARBEITSRECHT – Wege zu weniger Arbeit

1. Sabbatical

Machen Sie eine Weltreise, setzen Sie Ihre Ausbildung fort oder tun Sie einfach nichts: Ein Sabbatjahr macht es möglich – vorausgesetzt, der Chef spielt mit. Es gebe keinen Rechtsanspruch auf ein Sabbatical, sagt Arbeitsrechtsanwalt Sebastian Schröder von der Düsseldorfer Anwaltskanzlei Aquan. "Größere Unternehmen bieten dies jedoch häufig selbst an."

Für das Sabbatjahr gibt es verschiedene Modelle: Überstunden sparen und dann feiern. Alternativ verzichten Mitarbeiter vor dem Sabbat auf einen Teil ihres Gehalts und erhalten diesen während ihrer Freizeit. Oder: unbezahlten Urlaub bekommen. Wer Überstunden kürzt oder auf Löhne verzichtet, bleibt während des Sabbaticals sozialversichert. Wenn Sie unbezahlten Urlaub haben, müssen Sie eine freiwillige Krankenversicherung abschließen.

"Wenn Menschen das Gefühl haben, ausgebrannt zu sein, kann eine längere Pause hilfreich sein, um mehr Sinn und Freude in ihrer Arbeit zu finden", sagt Hannes Zacher, Professor für Arbeitspsychologie an der Universität Leipzig. Sein Tipp: Setzen Sie sich in der Pause einmal im Monat mit Ihren Kollegen in Verbindung, um sich wieder auf die Arbeit vorzubereiten.

2. Teilzeitarbeit

Das Recht auf Teilzeitarbeit ist klar geregelt. Wer seit sechs Monaten in einem Unternehmen mit mehr als 15 Mitarbeitern arbeitet, kann seine Arbeitszeit verkürzen – sofern keine "betrieblichen Gründe" gegen ihn sprechen, wie dies im Teilzeit- und Zeitarbeitsgesetz festgelegt ist. Diese existieren nur, wenn der "Workflow erheblich beeinträchtigt ist" oder "unverhältnismäßige Kosten verursacht".

Schröder sagt: "Ob der Mitarbeiter vier Tage die Woche kommt oder weniger Stunden am Tag arbeitet, kann mit seinem Chef besprochen werden." Seit 2019 haben die Mitarbeiter das Recht, von Teilzeit zu Vollzeit zu wechseln. Diese Teilzeitbrücke gilt für Unternehmen mit 46 oder mehr Mitarbeitern, sofern der Mitarbeiter mindestens ein Jahr und höchstens fünf Jahre in Teilzeit arbeitet.

"Wer in Teilzeit arbeitet, kann sich leichter vom Tagesgeschäft erholen, ist immer glücklicher", sagt Jutta Rump, Direktorin des Instituts für Arbeit und Beschäftigungsfähigkeit in Ludwigshafen. Die Wahrheit gehört aber auch: Wenn Sie eine Teilzeitbeschäftigung haben, arbeiten Sie nicht mehr zu 120 Prozent, sondern oft noch zu 100 Prozent – zu einem niedrigeren Gehalt.

3. Job Sharing

Mitarbeiter können mit ihrem Unternehmen vereinbaren, einen Job zu teilen. Nach Angaben des Familienministeriums bieten 32 Prozent aller Unternehmen eine solche Aufgabenteilung an – beispielsweise Amazon, Bosch, Evonik oder Thyssen-Krupp. Die Softwaregruppe SAP zeigt, dass Jobsharing auch im Management möglich ist: Jede Managementposition wird so ausgeschrieben, dass sie von zwei Mitarbeitern besetzt werden kann.

4. Und was gilt für Manager?

Das selbe wie Gesetz für Angestellte. Schließlich sieht das Arbeitsrecht ausdrücklich vor, dass der Arbeitgeber allen Arbeitnehmern "auch in Führungspositionen" die Teilzeitbeschäftigung ermöglichen muss.

"In der rechtlichen Realität fällt es Unternehmen jedoch schwer, ihren Managern weniger Arbeit zukommen zu lassen", sagt Rechtsanwalt Schröder. Wenn die Manager darauf bestehen würden, würde dies häufig zu Karrierekürzungen führen. Im Übrigen haben Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer keinen Rechtsanspruch auf Teilzeitbeschäftigung, da sie sogenannte "Organe der Gesellschaft" sind.

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