Versicherer treiben Praxistest in der Tempolimitdebatte voran

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erlaubte Höchstgeschwindigkeit

Die SPD fordert eine allgemeine Höchstgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern auf deutschen Autobahnen.


(Foto: AP)

Berlin In der Diskussion um eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen schlägt die deutsche Versicherungswirtschaft einen Praxistest vor. Damit soll geklärt werden, "ob eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen tatsächlich zu einer erheblichen Erhöhung der Sicherheit führt und wenn ja, um wie viel", sagte Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung für Versicherer im Verband der Deutschen Versicherungswirtschaft, dem Redaktionsverbund Deutschland (Montag). "Bisher wurden die Auswirkungen nicht wissenschaftlich untersucht. Was Deutschland betrifft, haben wir eine Lücke."

Die Polizeigewerkschaft bittet auch um eine Stellungnahme zu den Vorteilen einer Geschwindigkeitsbegrenzung. "Die Bundesregierung sollte einen wissenschaftlichen Bericht in Auftrag geben, um gültige Zahlen zu den Vorteilen einer Geschwindigkeitsbegrenzung zu erhalten", sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der GdP, Michael Mertens, das Handelsblatt. "Auf dieser Basis kann man die derzeit sehr emotional aufgeladene Diskussion sicher auf eine objektive Ebene bringen."

Die GdP befürwortet ein Tempolimit. Das Verkehrssicherheitskonzept ist hier entscheidend. "Die Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen verringert auch das Risiko schwerer Unfälle mit den am schwersten verletzten Personen", sagte Mertens. Schätzungen gehen davon aus, dass mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung landesweit etwa 80 Todesfälle pro Jahr vermieden werden können. "Schon aus diesem Grund wurde diskutiert, ob ein Tempolimit von 130 Stundenkilometern angebracht ist", betonte der GdP-Vize.

Die Diskussion um ein Tempolimit wurde in den letzten Wochen neu entfacht. Die Bundesregierung von CDU / CSU und SPD ist in dieser Frage gespalten. Svenja Schulze von der SPD absolvierte einen Konfrontationskurs mit CSU-Verkehrsminister Andreas Scheuer, der ein Tempolimit strikt ablehnt. "Ich bin für eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen", sagte sie, weil sie tödliche Unfälle verringert und jährlich ein bis zwei Millionen Tonnen CO2 einspart. "In dieser Hinsicht spricht der gesunde Menschenverstand für ein allgemeines Tempolimit, das seit langem in fast allen EU-Ländern verfügbar ist."

SPD-Vorsitzende Saskia Esken folgte ebenfalls: Es gibt nur wenige Länder ohne Tempolimit, wie beispielsweise Nordkorea. Die SPD hatte Anfang Dezember auf einem Parteitag eine Höchstgeschwindigkeit von 130 auf Autobahnen gefordert. Scheuer lehnt dies ab: "Wir haben weitaus mehr herausragende Aufgaben, als dieses hochemotionale Thema immer wieder ins Schaufenster zu stellen – für die es keine Mehrheiten gibt."

Mehr: Die SPD hat erneut die Diskussion um ein Tempolimit ausgelöst. So rational die Forderung auch sein mag, die Partei wird sie politisch nicht nutzen.

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