Visionäre des Schicksals ZEIT ONLINE

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Die Ostdeutschen sind pragmatisch, ideologisch, sensibel und schätzen das Grundgesetz. Sie sind Visionen gegenüber misstrauisch. Timo Meynhardt schrieb dies in ZEIT (Nr. 49/19). Dem möchte man widersprechen. Wo soll ich anfangen? Der Autor gibt zu, dass "Ostdeutsche" auf diese Weise nicht existieren, so dass wir sie sofort überwinden können. Wer mit "den Ostdeutschen" gemeint ist, bleibt im Dunkeln. Er hatte sogar im April in der ZEIT schrieb, dass wir uns "vom Fokus auf kollektive Identitäten" verabschieden müssen.

Timo Meynhardt möchte ein tiefes Verständnis der "osteuropäischen Mentalität und Geschichte" im Osten sehen. Woraus soll es bestehen, wie soll es erworben werden? Fast alle Ostdeutschen schauten bis 1989 immer nach Westen; der Westen war der Maßstab für Freiheit, für Freizügigkeit; Der Quelle-Katalog bot Maßstäbe für eine bunte Warenwelt. "Die Russen", die als Besatzer kamen und immer blieben, wurden meist ignoriert, oft verachtet oder bemitleidet. Die Sichtweise Polens war immer noch die der überlegenen Deutschen, die sich das arme Ackerland ansehen. In den späten 1980er Jahren, als die Solidarność-Bewegung für Freiheit in den Streik trat, argumentierten SED-Kreise, die Polen seien "zu faul, um zu arbeiten". Die Argumentation war klar. Die DDR-Gemeinschaft mit den anderen mit Moskau verbundenen Bruderstaaten entkleidete die DDR-Bürger im Sommer 1990, als die D-Mark als Vorbote der Einheit über die "fünf neuen Länder" lief. Von da an niemand mehr im Vergleich zu den Polen oder Tschechen, die sich aus dem Sumpf ziehen mussten. Die Benchmark hieß jetzt Bayern oder Hessen.

Aber es gibt – und es gibt Zahlen – im Osten zum Verständnis, dass die Regierungen in Polen und Ungarn immer nationalistischer werden, die Rechtsstaatlichkeit und die Medienfreiheit einschränken und Flüchtlinge nicht nur nicht willkommen sind dort, aber vehement abgestoßen, gibt es auch Verständnis für Vladimir Putins aggressive Politik, sowohl intern als auch extern, für seine schamlose Unterdrückung demokratischer Kräfte. Hier besteht Einigkeit, nämlich für imperialistische Machtpolitik ohne Rücksicht auf Opfer, Minderheiten, Randgruppen. Natürlich nicht bei allen Ostdeutschen! Aber mit deutlich mehr Menschen als im Westen. Die Linke ist sich einig, dass die Sanktionen gegen Russland abgeschafft werden sollten AFD,

Die "sozialen Visionen", denen die SED-Führung folgte und deren Scheitern die Ostdeutschen so visionär gemacht haben soll, waren längst aufgebraucht, diskreditiert und unglaublich. Kaum jemand hat den Parolen vertraut. Denken Sie daran, wie viele Sekunden es gedauert hat, bis der Marsch am 1. Mai vorbei war, nachdem er mit den älteren Kameraden die Tribünen passiert hatte, und wie schnell sich alle von den Fahnen und Transparenten befreit haben – bis zu einem freien Tag! Nur noch sehr wenige hingen 1989 an "sozialen Visionen". Eine der Visionen von 1990 war vielmehr, dass Einigkeit und Wohlstand schnell erreicht werden konnten. Alliance 90, der Träger der Revolution von 1989 und besorgt darüber, ob die schnelle Einheit das Richtige war, wurde mit einem schlechten Wahlergebnis von 2,9 Prozent beiseite gelegt. Die Enttäuschung, dass der Weg in das "Wirtschaftswunderland" alles andere als einfach war, ist noch heute für viele spürbar. Daraus resultieren Frustration und Ressentiments über die Folgen der Gewerkschaft.

Es war jedoch eine Enttäuschung über eine Ankündigung: Nicht wenige hatten vor der raschen Währungsunion, vor dem 1: 1-Wechselkurs von DDR-Mark zu D-Mark und vor dem raschen Beitritt nach Artikel 23 des Grundgesetzes gewarnt. Die Wähler entschieden sich jedoch mit überwältigender Mehrheit für den Kurs von Helmut Kohl. Im Oktober 1989, als "nur" Freiheit auf dem Spiel stand, befanden sich die meisten noch hinter dem Vorhang, während die Mutigen auf den Straßen von Polizei, Kampfgruppen und der Stasi geschlagen und festgenommen wurden. Nach dem 9. November, als Demonstration für Einheit und Wohlstand, war jeder plötzlich ein Montagsdemonstrant.

Wenn behauptet wird, die Ostdeutschen hätten genug von Zukunftsvisionen, möchte man sagen: In Thüringen haben kürzlich 54 Prozent der Wähler Parteien mit "Visionen" gewählt. Die Parteien der Sparmaßnahmen, des Versuchs und des geringen Fortschritts befinden sich im freien Fall.

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