Von Napoleons Fan zerstückelte Freundin – Ärzte bestätigen seine geistige Gesundheit

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Im vergangenen November erschütterte ein grausamer Mordfall Russland. An einem Samstagmorgen wurde der Geschichtsprofessor Oleg Sokolow in Sankt Petersburg aus einem Fluss gezogen. Er hatte einen Rucksack dabei, und seine Retter fanden die Arme einer Frau und eine Waffe. In der Wohnung des Historikers fand die Polizei später den Rest des zerstückelten Körpers und eine Säge. Der 63-Jährige gab im Krankenhaus zu, seinen Geliebten und Studenten getötet zu haben.

Angesichts der Brutalität der Tat stellten sich schnell Fragen nach dem Verantwortungsbewusstsein des Napoleon-Fans. Jetzt haben die Experten des Nationalen Medizinischen Forschungszentrums für Psychiatrie und Narkologie in Moskau seine psychische Gesundheit bestätigt. Zu diesem Ergebnis komme eine umfassende stationäre psychologische und psychiatrische Untersuchung, berichtet die Zeitung „Fontanka“. Zum Zeitpunkt des Verbrechens hatte er nicht an einer chronischen oder vorübergehenden psychischen Störung gelitten. Demenz oder eine andere psychische Erkrankung konnten ebenfalls nicht gefunden werden. Darüber hinaus halten die Experten die Wahrscheinlichkeit einer Beeinträchtigung für unwahrscheinlich.

Sokolow hatte ausgesagt, dass ein Streit mit seinem 24-jährigen Opfer der Grund für seine Tat sei. Während einer Gerichtsverhandlung behauptete er unter Tränen, die junge Frau habe ihn vor dem Verbrechen angegriffen. Der Bruder des Verstorbenen berichtete jedoch, dass seine Schwester ihn kurz vor ihrem Tod anrief und sagte, dass Sokolov sie geschlagen habe, weil sie an ihrem Geburtstag mit ihren Freunden ausgehen wollte. „Sie ist trotzdem gegangen“, sagte der Nachrichtenbruder – RBK-Website.

Exzentrisch und Tyrann

Sokolow galt als bedeutender Napoleonforscher und Experte für europäische Militärgeschichte. Seit 2003 ist er Mitglied der französischen Ehrenlegion und lehrte an der renommierten französischen Sorbonne. Der Wissenschaftler forschte nicht nur über Napoleon, sondern sah sich auch gern als Kaiser der Franzosen. Fotos zeigen Sokolow in Napoleons Uniform. Auf anderen ist er in historischen Schlachten zu sehen.

An der Staatlichen Universität St. Petersburg, wo Sokolow seit 2000 als Universitätsdozent für Neuere Geschichte lehrt, galt er als Exzentriker, sogar als Freak und Tyrann. In den Vorlesungen habe er in französischer Sprache minutenlang erbärmlich vor dem Auditorium gerufen, berichteten die Studenten.

Sokolow soll auch vor dem Mord an seiner Freundin in Gewalt verwickelt gewesen sein. Ein Student, der 2008 eine Affäre mit Sokolow gehabt haben soll, behauptete in der Moskauer Zeitung Komsomolets, der Professor habe sie an einen Stuhl gefesselt, ihr ins Gesicht geschlagen und gedroht, sie zu töten, wenn sie ihn verlasse.

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