VW will mit 34 neuen Modellen dem wirtschaftlichen Abschwung trotzen

| |

Wolfsburg Die Marke Volkswagen wird die Elektromobilität im nächsten Jahr ernst nehmen. Insgesamt plant der Wolfsburger Autohersteller im Jahr 2020 weltweit 34 neue Modelle. Acht davon sind rein batteriebetriebene Elektrofahrzeuge oder neue Hybridautos.

Brandstätter verwendete große Worte für das Modellpaket, das die Kernmarke VW für das kommende Jahr geplant hat. "Volkswagen startet die größte Elektrooffensive der Automobilindustrie", sagte er. Mit dem Einstieg in die Elektromobilität startet VW vor allem in Europa. Nächsten Sommer wird der erste ID.3 zu den Händlern rollen. Die Marke präsentiert damit ihr neues, voll batteriebetriebenes E-Auto im Golfformat.

Der erste elektrische SUV aus Wolfsburg soll ebenfalls Ende des Jahres verfügbar sein. Das neue Auto, das voraussichtlich den Namen ID.4 tragen wird und in etwa die Größe eines VW Tiguan haben wird, könnte aus Sicht des Wolfsburger Autoherstellers aufgrund der wachsenden Bedeutung zu einem weltweiten Verkaufsschlager werden des SUV-Segments. Über den gesamten Produktlebenszyklus der bisher üblichen sieben Jahre will VW rund zwei Millionen davon verkaufen.

"Für uns ist das wirtschaftlich ein besonders wichtiges Auto", betonte Brandstätter. Das elektrische SUV soll Volkswagen auch dabei helfen, dieses Modellsegment aus der umweltpolitischen Linie zu streichen. VW will mit dem ID.4 zeigen, dass der weniger klimaschädliche Elektroantrieb auch in sportlichen Offroad-Fahrzeugen zum Einsatz kommt.

Volkswagen wird die Elektrooffensive später in China und Nordamerika starten. In der Volksrepublik befinden sich derzeit zwei Anlagen für die neue ID-Familie im Bau. In den USA wird ein bestehendes Volkswagen Werk für konventionelle Fahrzeuge durch eine weitere Fertigungslinie für Elektromodelle ergänzt.

Volkswagen startet den Verkauf des neuen elektrischen SUV in Nordamerika und China, da dieses Fahrzeugsegment dort wichtiger ist als in Europa. Die ID.4 sollte ab Ende 2022 bei Händlern in den USA erhältlich sein.

Volkswagen sieht übrigens keinen Ausweg aus dem Kurs der chinesischen Regierung, die Elektromobilität in den kommenden Jahren auszubauen. Die Tatsache, dass die Verkaufszahlen für E-Modelle in der Volksrepublik in diesem Jahr zurückgingen, ist auch auf den insgesamt schwächeren Automarkt in China zurückzuführen. Elektrofahrzeuge würden dann etwas seltener verkauft, heißt es bei VW.

Darüber hinaus musste die Regierung die staatlichen Mittel für den wachsenden Elektronikmarkt einschränken. Angesichts der zunehmenden Zahl von Zulassungen würde im Durchschnitt weniger staatliche Finanzierung für jeden einzelnen Autokäufer zur Verfügung stehen.

Die chinesische Führung musste ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten überdenken, und es gab auch in der Volksrepublik kein unbegrenztes öffentliches Budget. Trotzdem gelang es Volkswagen, Marktanteile und Absatzzahlen in China zu steigern.

Besseres Betriebsergebnis

Weltweit dürfte die Marke VW ihre Auslieferungszahlen im Jahr 2019 weiter gesteigert haben, was nun trotz einer allgemein schwächeren Weltwirtschaft ein Ende findet. Im Jahr 2018 erzielte Volkswagen weltweit einen Umsatz von rund 6,2 Millionen Euro. "Obwohl in der Branche ein rauer Wind weht, sind wir heute zuversichtlich, dass wir die Auslieferungen des letzten Jahres übertreffen können", sagte Brandstätter, COO der Marke.

In einem um rund fünf Prozent schrumpfenden Weltmarkt setzt Volkswagen „ein Ausrufezeichen“. Die Kernmarke VW repräsentiert fast 60 Prozent des gesamten Fahrzeugabsatzes im Volkswagen Konzern.

Auch in diesem Jahr konnte Volkswagen laut Brandstätter das operative Ergebnis erneut verbessern. Aktuelle Zahlen gab er nicht an. Stattdessen bezog sich Volkswagen auf die zuletzt veröffentlichten Zahlen für das dritte Quartal.

Danach stieg die operative Rendite in diesem Bereich deutlich auf 4,1 Prozent. Im Vorjahr war sie aufgrund der massiven Probleme mit der damals neuen Abgas- und Zulassungsnorm WLTP auf 1,0 Prozent gesunken.

Brandstätter nannte als ersten Grund für die Ergebnisverbesserung die "laufende Restrukturierung des Kerngeschäfts". Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet der mit dem Betriebsrat vor drei Jahren vereinbarte „Zukunftspakt“, der die Produktivität in den deutschen VW-Werken steigern soll.

Von den geplanten Kosteneinsparungen von drei Milliarden Euro wurden bis Ende 2019 rund 2,6 Milliarden Euro erzielt. Dies bedeutet aber auch einen Stellenabbau in deutschen Werken. 23.000 Arbeitsplätze werden abgebaut. Dem steht ein Neubau von rund 9.000 Arbeitsplätzen insbesondere im zukunftsträchtigen IT-Bereich gegenüber.

CFO Arno Antlitz sagte auch, dass die Strategie der Marke Volkswagen funktioniert. Auch in einem schwierigen globalen Automarkt hält der Hersteller an seiner Prognose fest, das Renditeziel von vier bis fünf Prozent in diesem Jahr zu erreichen.

Einen ähnlichen Wert will VW im kommenden Jahr erreichen, 2022 soll die operative Rendite mindestens sechs Prozent betragen. "Unsere Fahrzeuge überzeugen und unsere konsequente Kosten- und Investitionsdisziplin wirkt sich positiv aus", sagte Antlitz.

Mit der Situation in den Werken in Deutschland war der VW-Finanzvorstand jedoch nicht zufrieden. "Das Feld der Produktivität bleibt in den deutschen Werken", sagte er. Die "hohen Produktionskosten" müssten künftig durch Produktivitätsfortschritte wesentlich mehr kompensiert werden.

Dass sich Volkswagen im vergangenen Jahr wirtschaftlich positiv entwickelt hat, liegt auch an den guten Ergebnissen in den Produktionsstätten außerhalb Deutschlands. In Nord- und Südamerika, zwei Märkten, in denen Volkswagen seit vielen Jahren Verluste verbucht, will der Wolfsburger Autohersteller im neuen Jahr die Gewinnzone erreichen.

Mehr: Finanzinvestoren, Konzerne und Autohersteller wetteifern um Fahrzeugvermittlung. Die Kontrolle der Kundendaten und Warenströme verspricht Milliardengewinne.

.

Previous

Tunesien hofft auf Regierung

Die NFL hat nur drei schwarze Cheftrainer. Einige nennen es "Verweigerung der Gelegenheit".

Next

Leave a Comment

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.