Was die Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag von Humboldt über uns aussagen.

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EINch, wie schön! Schauen Sie, das hat er aus Kamtschatka mitgebracht. "" Dreißig Jahre vor seinem Tod war er noch jung. "Die Damen freuen sich, dass hinter dem Glas trockener Königslachs so gekonnt drapiert ist, dass das dezente Licht der alten Fischhaut schmeichelt, ihr wieder etwas Glanz verleiht. Vom majestätischen Oncorhynchus tshawytscha, der laut Etikett war, ist nicht viel übrig aus der Bolschaja gezogen. Das Jahr 1829 ist vermerkt und als Sammler: Alexander von Humboldt. Zu dieser Zeit war er auf einer Reise nach Sibirien, kam nach Ob und Irtysch. Er erreichte nie Kamtschatka.

Sonja Kastilan

Sonja Kastilan

Verantwortlich für den Bereich "Wissenschaft" der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Der Königslachs ist Teil des Fonds des Museums für Naturkunde Berlin, der bis Ende Februar eine „Humboldt-Intervention“ zeigt: Mineralien, Steine. Sein Fisch wurde inzwischen an das Deutsche Historische Museum ausgeliehen und ist dort bis Mitte April in einer Ausstellung über die Brüder Wilhelm und Alexander von Humboldt zu sehen. Ein Besuch lohnt sich gerade deshalb, weil das Jubiläumsjahr zum 250. Geburtstag des am 14. September 1769 in Berlin geborenen Alexander zu Ende geht. Die beiden bieten auch genug Anreize, weit weg von der auffälligen Beschlagnahme: Reibung statt Projektion, mehr Inhalt, weniger Andachtsobjekte. Dies wirft ein anderes Licht auf ihr funkelndes Bild. Auch das von Alexander, der im Sommer 1799 mit knapp dreißig Jahren seine berühmte Amerika-Reise antrat, wurde durch sein mütterliches Erbe finanziert und kehrte erst fünf Jahre später nach Europa zurück. Nach Paris. Berlin, das er nicht liebte, musste länger auf ihn warten: bis zum 16. November 1805.

Staub nicht auffangen

Naturwissenschaftler wie er lassen sich nicht anhand ihrer Tagebücher, Zeichnungen oder Vorträge erklären, sagt Johannes Vogel, Leiter des Naturkundemuseums, sondern anhand ihrer Sammlung – ihrer unmittelbaren Erfahrung und Beschäftigung mit der Natur. Dies ist bei Darwin der Fall, und bei Humboldt ist es nicht anders, auch wenn er nicht so strukturiert gedacht und gearbeitet hat. "Die Sammlungen dieser Menschen sind für mich die Grundstruktur ihrer Ideengeschichte", sagt Vogel, der Sammlungen auch als globale Wissenschaft betrachtet: "Eine Infrastruktur, auf die wir Fragen beantworten wollen, die wir heute noch nicht gestellt haben Morgen, übermorgen. Nicht um Staub zu fangen oder Menschen mit Glitzer zu erfreuen. Humboldt muss es ähnlich gesehen haben, er hat uns seine Felsensammlung gegeben, eine Institution für die Ewigkeit.

Am 23. Juni 1802 versuchte Humboldt den Chimborazo (nach einer Zeichnung von Thibault) im heutigen Ecuador zu besteigen. Obwohl er versagt hat, ist dieses Abenteuer eine der berühmtesten Folgen seiner Reise.


Im Deutschen Historischen Museum gesellt sich nun Malachit aus dem Ural zum Feueropal aus Mexiko. Neben Lachs sind Messinstrumente, Karten, Tagebücher und Briefe ausgestellt, Alexanders Federkiels, sein Schreibtisch: Reisen und Alltag. Das überholte Bild, Wilhelm sei der Kulturwissenschaftler, Alexander der Naturwissenschaftler, wird aufgeklärt. Humboldt ist aber nicht nur Forscher für die gesammelten Pflanzen, Geodaten oder Tierproben: "Kulturelle Faktoren spielen für ihn eine entscheidende Rolle", sagt Ottmar Ette, der den Lehrstuhl für Romanistik an der Universität Potsdam innehat und beteiligt war Damit beschäftigt sich Humboldt seit fast vier Jahrzehnten, zum Beispiel in einem Langzeitprojekt zu "Science in Motion".

"Er denkt Kultur und Natur zusammen, trennt diese Bereiche nicht, nimmt den politischen, historischen Wandel wahr und fragt, aus welcher Kultur der Wandel kommt." Wir könnten von ihm lernen, wenn wir noch Zweifel an seiner Bedeutung hätten, aber es war wichtig, dass Ette und Johannes Vogel sich wieder einig sind, dass sich die Spitzenpolitik mit ihm befasst: mit dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier eröffnete das Jubiläumsjahr in Quito, Ecuadors Hauptstadt, symbolisch für Lateinamerika. Deutschland ist eine Republik der Gelehrten, sagt Vogel. "Die Tatsache, dass sich Gesellschaften durch Wissenschaft entwickeln, wurde gut aufgenommen, und Alexander von Humboldt ist kein schlechter Botschafter dafür."

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