Was Experten für 2020 erwarten

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Frankfurt Hätten die Währungsexperten eine weltweite Abwertung vorhergesagt, hätte der US-Dollar 2019 an Wert verlieren müssen. Die meisten hatten vor einem Jahr einen schwächeren Wechselkurs vorhergesagt.

Aber es stellte sich anders heraus: Der Dollar legte gegenüber dem Euro sogar etwas mehr als zwei Prozent zu. Er profitierte von der hohen wirtschaftlichen Unsicherheit, die viele Anleger veranlasste, Anlagen im Dollarraum zu bevorzugen.

Viele Analysten erwarten auch in diesem Jahr einen schwächeren Dollar. Der Euro könnte vom Kompromiss zwischen den USA und China profitieren und die Rezessionssorgen in Europa lindern.

Die Entwicklung im Jahr 2019 zeigt auch, dass Prognosen mit Vorsicht zu betrachten sind. Für Anleger kann der Wechselkurs über Gewinne oder Verluste entscheiden, insbesondere wenn sie Aktien oder Anleihen in anderen Währungen halten.

Auch diejenigen, die nur Anteile an Unternehmen aus dem Euro-Währungsgebiet halten, werden abhängig von den Absatzmärkten, in denen die Unternehmen tätig sind, von der Entwicklung der Devisenmärkte betroffen sein. Ein Überblick über die Erwartungen an den Devisenmarkt für 2020.

Dollar hat "hohen Kopf"

Als weltweit führende Währung erhält der Dollar natürlich die größte Aufmerksamkeit auf dem Devisenmarkt. Gegenwärtig sprechen mehrere Faktoren gegen den Dollar. Erstens wird es als relativ hoch eingestuft. Gemessen an der Kaufkraft sind es rund 1,40 US-Dollar pro Euro – aber derzeit sind es 1,11 US-Dollar pro Euro, was die Wertschöpfung deutlich steigert.

Langfristig ist die Kaufkraftparität ein guter Maßstab für die Bewertung einer Währung, d. H. Der Kaufkraft im Vergleich zu anderen Währungen. "Der Euro handelt seit einigen Jahren schwach gegenüber dem Dollar", sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann in seinem Ausblick. Aus seiner Sicht ist es daher wahrscheinlicher, dass der Euro eher aufwerten als abwerten wird.

Es gibt auch Argumente von wirtschaftlicher Seite, die für den Euro und gegen den Dollar sprechen. Leuchtmann geht davon aus, dass sich die Konjunktur im Euroraum in diesem Jahr stabilisiert und die EZB die Zinssätze konstant hält. In den USA rechnet er hingegen mit einer erneuten Kürzung der Fed, was den Dollar tendenziell schwächen wird. Ähnlich argumentiert der BayernLB-Devisenexperte Manuel Andersch. "Der Rückgang des US-Dollars auf der Zins- und Wirtschaftsseite bleibt hoch", schreibt er.

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Die US-Regierung könnte auch versuchen, den Dollarkurs weiter zu drücken. US-Präsident Donald Trump hat wiederholt erklärt, er sei mit dem vergleichsweise harten Dollar unzufrieden und habe die Fed aufgefordert, die Zinsen zu senken. "Die Wut von Präsident Donald Trump gegen die Fed wird im Präsidentschaftswahlkampf wahrscheinlich zunehmen", schreibt der Commerzbank-Analyst Leuchtmann. Direkte Interventionen auf dem Devisenmarkt sind jedoch in der Praxis sehr schwierig. Hinweise allein in diese Richtung könnten den Dollarkurs schwächen.

Einer der wenigen Analysten, die einen stärkeren Dollar erwarten, ist Gregory Daco, US-Ökonom bei Oxford Economics. Er verweist insbesondere auf das vergleichsweise hohe Zinsniveau in den USA. Dort sind die Zinssätze derzeit die höchsten von allen sogenannten G10-Währungen, die viel gehandelt werden.

Er sieht einen weiteren Faktor, der für einen stärkeren Dollar spricht, darin, dass sich die USA in den letzten Jahren vom weltgrößten Energieimporteur zum Exporteur gewandelt haben. Über viele Jahre hinweg verursachten Energieimporte große Defizite in den USA. Leistungsbilanz, dh im Waren- und Dienstleistungsverkehr mit anderen Ländern. Das schwächt tendenziell den Wechselkurs.

Dank des Fracking-Booms können die USA nun ihren eigenen Energiebedarf decken und in einigen Fällen sogar Energie exportieren. Dies hat ihre Leistungsbilanz verbessert – auch wenn sie immer noch ein Defizit aufweist. "Der Fracking-Boom bedeutet, dass die USA schneller wachsen und eine härtere Währung als zuvor haben können", glaubt Daco.

Selbst unter Dollar-Pessimisten prognostiziert keiner der Analysten einen dramatischen Fall des Dollars. Der BayernLB-Experte Andersch erwartet, dass ein Euro Ende 2020 rund 1,18 US-Dollar kosten wird. Dies würde einen Anstieg des Euro um gut fünf Prozent bedeuten. Auch der Commerzbank-Experte Leuchtmann rechnet zum Jahresende mit 1,18 US-Dollar. Der unicredit-Devisenstratege Roberto Mialich erwartet zum Jahresende einen Kurs von 1,16 USD pro Euro, und die Deutsche Bank prognostiziert 1,15 USD.

Die Unsicherheit über den Brexit belastet das Pfund

Neben dem Dollar stand im vergangenen Jahr auch das britische Pfund im Rampenlicht – vor allem aufgrund des Brexit. Nach Ansicht der meisten Analysten wird dies auch 2020 einen entscheidenden Einfluss auf die Preisentwicklung des Pfunds haben. Klarer Erfolg bei den Wahlen im Dezember, es gibt eine klare Mehrheit im britischen Unterhaus für den Brexit-Kurs von Premierminister Boris Johnson. Ende 2019 genehmigte das Parlament ein Gesetz, das den Austritt Großbritanniens aus der EU zum 31. Januar vorsieht.

Die Brexit-Frage wird aber keinesfalls vom Tisch sein. Es ist noch unklar, welchen Status Großbritannien in Handelsangelegenheiten mit der EU haben wird. Zunächst gibt es eine Übergangszeit bis Ende 2020, in der praktisch alles beim Alten bleibt. Über ein umfassendes Freihandelsabkommen wird derzeit verhandelt. Viele Experten bezweifeln jedoch, dass bis dahin noch genügend Zeit zur Verfügung steht. Dies droht Ende 2020 erneut ein harter Brexit.

Ein weiterer Faktor, der gegen das Pfund spricht, ist eine mögliche Zinssenkung durch die britische Zentralbank. Während andere große Zentralbanken wie die Fed und die Europäische Zentralbank (EZB) 2019 die Zinsen senkten, hielt sich die Bank of England bislang zurück. Viele Experten rechnen daher damit, den Leitzins von derzeit 0,75 in diesem Jahr zu senken.

Auf der anderen Seite spricht die relativ niedrige Bewertung für das Pfund. Seit dem Brexit-Votum am 23. Juni 2016 hat die britische Währung gegenüber dem Euro um fast 12 Prozent abgewertet. Der Citi-Experte Ebrahim Rahbari weist auch darauf hin, dass die britische Wirtschaft mit ihrem hohen Dienstleistungsanteil weniger anfällig für die Folgen des Handelskonflikts ist. Die Commerzbank geht davon aus, dass ein Euro bis Ende 2020 rund 0,90 GBP kosten wird. Die Deutsche Bank prognostiziert einen Zinssatz von 0,89 GBP und Unicredit von 0,86 GBP.

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