Was sind Aluminium-Strangpressprofile und wofür braucht man sie?

Aluminium-Strangpressprofile bieten vielseitige Gestaltungsmöglichkeiten und werden in zahlreichen Branchen eingesetzt. Durch das Strangpressverfahren erhalten die bearbeiteten Materialien hervorragende Umformungseigenschaften, sodass Profile in allen erdenklichen Größen und Formen mit allen möglichen Eigenschaften und Fähigkeiten hergestellt werden können.

Neben Profilen können mit dem Strangpressverfahren auch Drähte, Rohre und Stangen produziert werden. Für das Strangpressverfahren für Profile ist Aluminium nur eines von mehreren möglichen Materialien. Ein anderes typisches Material ist Magnesium.

Warum ausgerechnet Aluminium?

In der Industrie wird Aluminium hochgeschätzt, da es ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis besitzt und sich genauso effizient aushärten lässt wie Stahl. Außerdem ist das Leichtmetall offen für eine Vielzahl unterschiedlicher Legierungen, sodass dem Endprodukt bestimmte Eigenschaften mitgegeben werden können, die in der jeweiligen Branche nachgefragt sind. Im Zuge der grünen Energiewende wird in der Automobilindustrie verstärkt auf Aluminium anstelle von Schwermetall gesetzt, weil leichtere Fahrzeuge weniger Kraft verbrauchen.

Für Aluminium spricht überdies seine Resistenz gegenüber äußeren Einflüssen, wofür nicht nur seine Dichte, Zugfestigkeit und Steifigkeit verantwortlich sind, sondern auch ein chemischer Spezialeffekt: Das silbrig glänzende Material – mit seiner außergewöhnlichen Reflexionsfähigkeit – bildet unter dem Einfluss von Sauerstoff eine Oxidschicht, die einen dauerhaften Schutzfilm darstellt und Rostbefall vermeidet.

Darüber hinaus ist das Leichtmetall so flexibel, dass es sich in jede beliebige Form bringen lässt. Wird es ausgewalzt, können die Scheiben hauchdünn werden.

Die Herstellung von Aluminium-Strangpressprofilen

Das Strangpressen des Rohmaterials aus Aluminium wird entsprechend mit einer Strangpresse durchgeführt. Dazu werden Aluminium-Gussbolzen in der Form von Zylindern unter Einwirkung von Hitze in eine Matrize geschoben, deren Form zur Verhinderung von Ausweicheffekten einem massiven Rohr entspricht. Dieser Vorgang wird in der Materialbearbeitung Extrusion genannt. Er ist mit festen bis zähflüssigen Materialien möglich.

Während der Extrusion wird auf das Rohmaterial ein Druck von etwa 3.300 Tonnen ausgeübt. Die ideale Umformungstemperatur liegt je nach Legierung zwischen 400 °C und 460 °C. Da die Hitzeeinwirkung unter dem Schmelzpunkt von Aluminium liegt (660 °C), handelt es sich um ein Verfahren der Kaltverfestigung. Auf diese Weise kann das Material seine Zugfestigkeit und Härte bewahren. Die Bolzen verbleiben nun so lange in der Matrize, bis sie so weich und knetbar sind, um dann in die geeignete Form überführt werden zu können.

Nach der Abkühlung – unter dem Einfluss von Wasser und Luft – folgt durch Sägen, Schleifen, Entgraten, Strecken oder Stanzen eine mechanische Nachbearbeitung, bis die endgültige Form hergestellt ist. Modernere Methoden sind hierbei 3D-Biegen und Lasergravuren. Für Hohlkörper kommen Dornen mit einer luftundurchlässigen Wandung zum Einsatz, während die Kombination aus Aluminium und dem Strangpressverfahren Profile mit einer grazilen Wandstärke ermöglicht, die deutlich unter einem Millimeter liegt. Qualitätshersteller kommen hierbei auf Spitzenwerte von 0,2 mm. Auf diese Weise eignen sich die Profile auch für Klein- und Kleinstteile, etwa in der Computerindustrie, bei der die Miniaturisierung ein Qualitätsmerkmal ist.

Die Oberflächenveredelung mittels Eloxal-Verfahren, Pulverbeschichtung und Nasslackbehandlung stellt den letzten Arbeitsschritt in diesem Prozess dar. Ihr Mehrwert liegt in der Verleihung zusätzlicher Eigenschaften in puncto Schutzfähigkeit, Härte und Kratzfestigkeit. Andere Gründe für die Veredelung sind in der Erzeugung eines optisch ansprechenden Erscheinungsbildes zu finden. Aluminium-Strangpressprofile sind schließlich für die Färbung geeignet, was ebenfalls für die Ästhetik spricht. 

Die Verwendung von Aluminium-Strangpressprofilen

Die hervorragende Offenheit für verschiedene Formen und Größen sowie die Vielfalt an Eigenschaften, die durch das Strangpressverfahren möglich sind, bietet für die Aluminium-Strangpressprofile einen bunten Strauß an Einsatzmöglichkeiten. Kunden kommen aus verschiedenen Branchen wie der Kühltechnik, Beleuchtungstechnik, Medizin, Elektronik, Landwirtschaft, Lagerung, Solarindustrie, Maschinenherstellung, dem Bauwesen, Transport und dem Militär, um nur einige Beispiele zu nennen.

Im Bereich der Robotik, die in der Industrie 4.0 den Zukunftstraum der Moderne endlich erfüllt, kommen Strangpressprofilen sogar eine Schlüsselrolle zu. Vorbei sind die Zeiten aus der Industrie 3.0, als Menschen noch Roboter bedienen mussten. In der Industrie 4.0 interagieren die Roboter vielfältig miteinander, steuern sich wechselseitig und besitzen einen selbstlernenden Algorithmus, der von KI-Entwicklern unter anderem im Schach und Go erprobt wurde.

Strangpressprofile aus Aluminium finden sich des Weiteren in Sportgeräten, Autos, Pergolen, Leuchten, Bürogeräten, Mikrowellen, Möbeln, Batterien, Radarkomponenten und im Weltraum wieder, wo die Profile in Raumschiffen eingesetzt werden. Diesen Höhenflug haben sie ihrer Leichtigkeit, Flexibilität und Resilienz zu verdanken.

Was sind die Vorteile des Strangpressverfahrens mit Aluminiumprofilen?

Das Strangpressverfahren besticht mit einer hohen Flexibilität, denn mit ihm lassen sich Materialien wie Aluminium akkurat in die gewünschte Form pressen. Sonderwünsche können fast immer realisiert werden. So sind asymmetrische Profilformen ebenso möglich wie Hohlprofile, prismatische Profile, Torsionen, Parallelitäten und raue Oberflächen.

Hinzu kommt die Möglichkeit, verschiedene Materialien zu verwenden. In Bezug auf Aluminium haben wir bereits davon gesprochen, dass das Leichtmetall mit einer enormen Vielfalt an Legierungen gekoppelt werden kann, sodass jeder Geschäftskunde Profile mit spezifischen Eigenschaften erhält, die er in seiner Branche braucht.

Generell zeichnen sich mit dem Strangpressverfahren gefertigte Einzelstücke aus Aluminium durch eine ausgezeichnete Korrosionsbeständigkeit aus. Die Produkte sind resistent gegenüber extremer Hitze und Kälte, sodass die Profile sowohl in der Kühltechnik als auch in der Solarindustrie nachgefragt werden.

Die Profile sind in jeder Umgebung einsatzbereit. Durch die Maßtoleranz der Profile, die versierte Hersteller auf Werte von 0,02 Millimeter bringen können, sind Aluminium-Strangpressprofile für den Einsatz in der Computer- und Mikrotechnologie prädestiniert.

Filigrane Formen werden wiederum durch mögliche Wandstärken bis zu einer Dicke von 0,2 Millimeter und einem Profilgewicht von 0,003 kg realisierbar. Dabei können die aus Aluminium bestehenden Profile eine Länge aufweisen, die theoretisch gegen Unendlich strebt.

Auch in anderer Hinsicht lässt sich die Flexibilität der robusten und langlebigen Strangpressprofile aus Aluminium nutzen. Dadurch können mehrere Funktionen in einem Profil untergebracht werden. Mittels der Mehrkern-Technologie können ferner Kombinationen aus mehreren Teilen in ein funktionierendes Ganzes verwandelt werden.

Fazit: Aluminium-Strangpressprofile sind überall

Aluminium-Strangpressprofile gehören zu den zahlreichen nützlichen Utensilien, die für die Funktionsfähigkeit unserer komplexen Welt einen herausragenden Beitrag leisten, ohne dass dieser Beitrag den meisten Menschen bewusst ist. Besonders ihre Offenheit für Formen und Größen sowie ihre Resistenz gegenüber Umwelteinflüssen verschiedener Art beeindrucken, sodass sich ihr Einsatzspektrum auf solch unterschiedliche Industrien wie der Kühltechnik, Solartechnik, Raumfahrt und Möbelherstellung erstreckt.

Ob einfach oder komplex, ob heiß oder kalt, ob groß oder klein, Aluminium-Strangpressprofile leisten überall einen wertvollen Beitrag für die Wirtschaft.

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