Was tun, wenn der Versicherte mit Corona im Rückstand ist?

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Frankfurt Stornierte Bestellungen, Geldsorgen, Existenzangst: Die Koronakrise betrifft viele Menschen finanziell. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung von Covid 19 sind ein Wendepunkt, insbesondere für viele Selbstständige und Kleinunternehmer: Aufgrund der Coronavirus-Pandemie müssen Geschäfte, Musikschulen, Sportstätten, Restaurants, Pubs und Friseurläden bis auf weiteres schließen und viele Mitarbeiter werden in Kurzarbeit versetzt.

Alles andere, was automatisch erledigt wurde, kann plötzlich Probleme verursachen – wie regelmäßige Zahlungen für die Versicherungsprämie für die Lebensversicherung oder die Kfz-Police.

Die Regel ist tatsächlich klar: Der Kunde zahlt seine Prämien regelmäßig und der Versicherer zahlt im Notfall eine Entschädigung. Aber was passiert, wenn die Versicherten aufgrund der Koronakrise jetzt in ihren Beiträgen zurückbleiben?

Es ist keine Kleinigkeit. Prämienschulden in der Versicherungsbranche können ebenso wie Mietschulden zur Kündigung führen. Aber so weit muss es nicht gehen. “Wenn Sie Zahlungsprobleme haben, wenden Sie sich sofort an Ihren Versicherer”, berät Rechtsanwältin Rita Reichard vom Verbraucherberatungszentrum Nordrhein-Westfalen. Das Wichtigste ist oft die schnelle und ehrliche Kommunikation mit dem Unternehmen.

“Machen Sie deutlich, dass Ihre finanzielle Situation derzeit angespannt ist”, empfiehlt der Anwalt. Es gibt oft Möglichkeiten, kleinere Engpässe zu vermeiden. Der Versicherer ist oft entgegenkommend, weil nur sehr wenige Unternehmen ihre Kunden verlieren wollen.

2. Ist der Versicherungsschutz weg, wenn ich eine Erinnerung erhalte?

Nein, so schnell geht es nicht. “Bei bestehenden Versicherungsverträgen ist der Schutz bei der ersten Abmahnung nicht abgelaufen”, sagt Rechtsanwalt Reichard. Wenn das Unternehmen dem Kunden bereits eine Mahnung gesendet hat, sollte der Kunde die in der Mahnung festgelegte Zahlungsfrist besser einhalten. Andernfalls könnte der Versicherer die Schadensregulierung, beispielsweise im Falle eines Einbruchs, verweigern und den Vertrag ohne vorherige Ankündigung kündigen.

Wenn es sich um einen neuen Vertrag handelt, müsste der Verbraucher den ersten Beitrag spätestens zwei Wochen nach Abschluss überweisen, sofern nichts anderes vereinbart ist. “Andernfalls kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten und Sie sind ungeschützt, falls in der Zwischenzeit etwas passiert”, sagt der Anwalt der Verbraucherberatungsstelle.

3. Was soll ich tun, wenn ich von einem langfristigen Geldmangel ausgehe?

Wenn Verbraucher aufgrund der Corona-Krise dauerhafte Zahlungsprobleme haben, kann der Kunde in Absprache mit dem Versicherer die Prämienzahlungen für bestimmte Policen vorübergehend aussetzen, den Vertrag aussetzen oder sogar die Prämien senken, beispielsweise durch einen Wechsel von monatlichen bis jährlichen Zahlungen. Wenn der Vertrag ausgesetzt wird, besteht für diesen Zeitraum kein Versicherungsschutz. Im Falle eines Aufschubs kann die Zahlung für einige Monate ausgesetzt werden, der Vertrag läuft mit dem gleichen Versicherungsschutz weiter, wonach die ausstehenden Beträge bezahlt werden.

Zum Beispiel bietet HDI Leben, einschließlich der HDI Pensionskasse, seinen Kunden an, sofort ohne konkreten Nachweis zu beantragen, dass sie ihre Beitragszahlungen bis spätestens 31. Dezember 2020 für bis zu sechs Monate aussetzen (“Corona-Pause”). Auch der Versicherer Der Bayer gewährt in der Lebensversicherung einen „bürokratischen Zahlungsaufschub von bis zu drei Monaten“, der je nach Vertragsart auf bis zu zwölf Monate verlängert werden kann.

Im Falle einer kapitalbildenden Lebensversicherung hat der Gesetzgeber auch vorgesehen, dass der Versicherte seine Police beitragsfrei einstellen kann. “Aber die Verbraucher sollten über diesen Schritt zweimal nachdenken”, warnte Rechtsanwalt Reichard. “Weil das normalerweise nicht rückgängig gemacht werden kann.” Versicherte sollten daher zunächst prüfen, ob es andere Möglichkeiten gibt, Geld zu sparen.

4. Kann ich auch Geld für eine Kfz-Police überweisen?

Dies ist nicht wirklich möglich, da dies normalerweise mit einer Außerbetriebnahme des Fahrzeugs einhergeht. “In Bezug auf die Haftpflichtversicherung ist die Kfz-Versicherung – im Gegensatz zur Teil- oder Vollkaskoversicherung – wie die private Vollkaskoversicherung eine Pflichtversicherung, die nicht einfach ausgesetzt werden kann”, sagt Rechtsanwalt Reichard. Der Gesetzgeber hat jedoch ein Gesetz eingeführt, um die Folgen der Covid 19-Pandemie zu mildern und den Kunden mehr Möglichkeiten zu bieten.

Beispielsweise können Verbraucher, die aufgrund der Krise eine Zahlung benötigen, die Zahlung ihrer Rechnungen im Rahmen einer Pflichtversicherung für bis zu drei Monate aussetzen. „Nach meinem Verständnis gilt dies für Kfz-Haftpflichtversicherungen und die vollständige private Krankenversicherung“, sagt Reichard. Die versicherte Person muss jedoch nachweisen, dass Corona Zahlungsschwierigkeiten hat.

Die ersten Versicherer passen sich auch ihren Firmenkunden an. So bietet die Gothaer Versicherung ihren Unternehmerkunden eine beitragsunabhängige Rentenversicherung ohne behördliche Stilllegung in der Kfz-Haftpflichtversicherung an. Das Fahrzeug darf jedoch nicht auf der Straße stehen, da es dort auch im Leerlauf Schäden verursachen kann, sondern in einer Garage oder auf einem „eingezäunten Platz“.

5. Sollte ich Verträge kündigen, wenn das Geld knapp ist?

Schnelle Schüsse sollten von Versicherten vermieden werden, rät Anwalt Reichard. Die Verbraucher könnten ihre Politik jedoch nach Wichtigkeit sortieren.

Existenzen wie die private Haftpflichtversicherung oder die Berufsunfähigkeitsversicherung sollten nicht leichtfertig in Frage gestellt werden. “Wenn Sie jetzt aus der BU aussteigen und älter sind, haben Sie möglicherweise später Probleme, eine Versicherung unter den alten Bedingungen zu finden”, warnt der Anwalt.

Grundsätzlich gibt es keinen Grund, bestimmte private Versicherungsverträge wegen Corona zu kündigen, erklärt der Verband der Versicherten. Manchmal ist Zeit, Ihre eigenen Richtlinien zu überprüfen. Ein umfassender Schutz beispielsweise für ein elfjähriges Auto ist nicht immer angemessen. Gleiches gilt für Versicherungsunternehmen, bei denen der mögliche Schaden beherrschbar ist, wie z. B. eine Handyversicherung oder eine Brillenversicherung.

6. Muss ich Corona wegen meiner Altersvorsorge in der Lebensversicherung oder der Riester-Rente fürchten?

Private Lebensversicherungen und ein klassischer Riester-Vertrag bieten normalerweise eine Prämien- oder Zinsgarantie. Versicherte sollten daher mindestens das bekommen, was sie eingezahlt haben. Allerdings haben die Sparpläne der Riester-Fonds den Börsencrash gespürt.

Fondsanbieter haben sich daher im Rahmen des gesetzlichen Risikomanagements bereits von Aktien getrennt und auf Anleihen umgestellt. Die Anbieter sind besorgt, dass sie sonst keinen garantierten Prämienempfang garantieren können.

Wenn die Aktienkurse zu einem späteren Zeitpunkt wieder steigen, könnte die Erholung die Sparer des Riester-Fonds weitgehend umgehen, wie das Verbraucherzentrum Baden-Württemberg warnt. Erst wenn die Anbieter die Kapitalgarantie gesichert haben, investieren sie das verbleibende Kapital in Aktien.

Auch Versicherte, die eine fondsbasierte Lebensversicherung abgeschlossen haben, die in diesem Jahr ausgezahlt werden soll, müssen sich Sorgen machen. “In einem solchen Fall lohnt es sich sicherlich herauszufinden, ob es möglich ist, den Vertrag zu verlängern, in der Hoffnung, dass die Preise wieder steigen”, sagt Hermann-Josef Tenhagen, Leiter des gemeinnützigen Verbraucherportals “Finanztip”. . Denn das gesamte Geld, das an der Börse angelegt wurde, ist derzeit vom Preisverfall in den letzten Wochen betroffen – und deutlich geringer geworden.

Mehr: Was Verbraucher tun können, wenn die Immobilienfinanzierung durch Corona erschüttert wird. <

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