„Wegen Finanzproblemen stehen deutlich mehr Gastronomiebetriebe zum Verkauf“

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  • Aybala Carlak

    Herausgeber Ökonomie

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Seit Anfang dieses Jahres ist die Zahl der zum Verkauf stehenden Gastronomiebetriebe im Vergleich zu den beiden vergangenen Corona-Jahren um mindestens ein Viertel gestiegen. Die meisten Catering-Chefs hören wegen finanzieller Probleme auf.

Makler schätzen, dass sie seit Januar 25 bis 30 Prozent mehr Gastronomiebetriebe im Angebot haben. Die Branchenökonomin Gerarda Westerhuis von ABN Amro bestätigt den Anstieg.

Ausgleich schaffen

Laut Handelsverband Koninklijke Horeca Nederland gibt es mehrere Gründe für den Anstieg. „Berücksichtigen Sie die Ungewissheit über den kommenden Winter und den Personalmangel“, sagte ein Sprecher. „Viele Unternehmer kämpfen auch mit Corona-Schulden, steigenden Preisen und höheren Personalkosten. Unternehmer ziehen Bilanz und schauen, ob sie weitermachen wollen.“

In den vergangenen zwei Jahren konnten sich auch schwächere Gastronomiebetriebe durch die Corona-Stützungsmaßnahmen der Regierung behaupten. Doch die Corona-Unterstützung ist eingestellt und Unternehmen müssen ab Oktober ihre während Corona entstandenen Steuerschulden zurückzahlen. Das ist der Moment der Wahrheit für eine Reihe von Dingen. „Die Corona-Unterstützung hat viele Partys künstlich am Leben erhalten“, sagt Gertjan Slob, Research Director von Locatus. “Sie fallen jetzt um.”

Kein Puffer

Makler hören verschiedene Geschichten von kündigenden Catering-Chefs. Der Unternehmerin Miranda Ouwekerk ist aufgrund der Corona-Krise der Puffer ausgegangen. Sie hat kein Vertrauen mehr, dass ihr Restaurant in Oud-Beijerland in naher Zukunft reibungslos läuft.

„Es gibt nicht genug gute Köche, und die Köche, die es gibt, haben einen hohen Stundensatz“, sagt Ouwekerk. „Außerdem sind die Einkaufs- und Energiepreise gestiegen. Das hält man nicht so lange aus.“

Gleichgewicht

Übrigens ist es nicht in allen Regionen und Segmenten so, dass immer mehr Gastronomen ihren Betrieb zum Verkauf anbieten. „Angebot und Nachfrage bleiben bei uns ziemlich gleich“, sagt Catering-Makler Lukas Arends, der im Gooi und in Amsterdam tätig ist. Zudem gibt es viele Gastronomen, die zuversichtlich in die Zukunft blicken, denn seit Jahresbeginn gibt es auch etwas mehr Einkäufer.

„Auf der einen Seite sieht man, dass Unternehmen, die schon vor Corona kurz vor dem Kollaps standen, das jetzt tun“, sagt Slob van Locatus. „Andererseits machen die Parteien, denen es gut geht und die expandieren wollen, jetzt dasselbe. Und das hält sich gegenseitig im Gleichgewicht.“

„Ich sehe auch, dass kleine Unternehmen schneller verkaufen, während große Player und Ketten wie Loetje oder Happy Italy weiter wachsen können“, bestätigt Landesmakler Michael Klaassen. Die Optimisten in der Gastronomiebranche sind laut Immobilienverband NVM mittlerweile vor allem Liefer- und Take-Away-Unternehmen.

Zuvor hatte die Handelskammer festgestellt, dass in der Gastronomie die meisten beginnende Unternehmer zu finden sind. Das Wachstum liegt vor allem in der sogenannten Eventgastronomie, wo Unternehmer seltener an ein Gebäude gebunden sind.

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