Weitere 100 Jahre bis zur Gleichberechtigung der Frau (neue-deutschland.de)

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Vor allem in der Wirtschaft sind Frauen nicht wirklich gleich.

Vor allem in der Wirtschaft sind Frauen nicht wirklich gleich.

Foto: dpa / Jan-Philipp Strobel

Cologny. Mehr Frauen in der Politik, aber immer noch zu wenig in der Wirtschaft: Das Endergebnis des Weltwirtschaftsforums (WEF) bescheinigt Deutschland Fortschritte in der Gleichstellung. Gleichzeitig forderte die Organisation in ihrer Studie „Global Gender Gap Report 2020“ rasche Schritte, um die Kluft zwischen den Geschlechtern in Führungspositionen und Gehältern zu schließen. In der Weltrangliste hat Deutschland gegenüber dem Vorjahr um vier Plätze zugelegt und liegt nun auf Platz zehn. Im ersten Ranking 2006 lag die Bundesrepublik noch auf dem 5. Platz.

Insgesamt wird es nach Angaben des WEF noch rund ein Jahrhundert dauern, bis die Gleichstellung weltweit abgeschlossen ist. "Dies ist ein Zeitrahmen, den wir in der globalisierten Welt einfach nicht akzeptieren können", schrieb WEF-Gründer Klaus Schwab. »Am Vorabend der 2020er Jahre muss das Ziel globaler und nationaler Führungskräfte und Top-Manager darin bestehen, eine gerechtere und integrativere Wirtschaft aufzubauen.«

Ohne die gleichberechtigte Beteiligung von Frauen – "die Hälfte des globalen Talents" – könnten weder die Volkswirtschaften zum Wohle aller wachsen noch die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen erreicht werden, betonte Schwab.

Das WEF ist der Ansicht, dass die Gleichstellung der Geschlechter in Deutschland vor allem aufgrund der größeren politischen Beteiligung von Frauen vorangeschritten ist. Dies trug auch dazu bei, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel immer noch eine Frau an der Spitze der Regierung ist. Inzwischen sind laut der am Dienstag veröffentlichten Studie 40 Prozent der Ministerposten in Bund und Ländern von Frauen besetzt. Darüber hinaus sind nur 30,9 Prozent der Abgeordneten Frauen.

Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern in diesem Land sind in der Wirtschaft nach wie vor groß: Hierfür sei eine rasche Reduzierung des Gehalts- und Einkommensgefälles notwendig, forderte das WEF. Ein längerer Elternurlaub für Väter würde ebenfalls zur Gleichstellung der Geschlechter beitragen.

Island lag zum elften Mal in Folge an der Spitze. Das Land hat jetzt fast 88 Prozent der Kluft zwischen Männern und Frauen, urteilte das WEF. In Deutschland sind es 78,7 Prozent. In den Bereichen Bildung und Gesundheit ist die Gleichstellung in Deutschland nahezu erreicht. Norwegen und Finnland belegten die Plätze zwei und drei.

Das WEF betonte, dass es weltweit Fortschritte im Vergleich zum Vorjahr gegeben habe. Die Organisation prüfte für den Jahresbericht in 153 Ländern – vier mehr als im Vorjahr – vier Bereiche: Wirtschaft – wie Gehälter und Möglichkeiten für Führungspositionen -, Zugang zu Bildung, politische Partizipation und Gesundheit, wie Lebenserwartung.

Die größten Probleme bestehen nach wie vor in der Politik, auch wenn die Zahl der weiblichen Abgeordneten in vielen Ländern gestiegen ist. Frauen besetzten jedoch nur ein Viertel (25 Prozent) der 35.127 Parlamentssitze und nur ein gutes Fünftel (21 Prozent) der 3.343 Ministerposten.

Aber es gibt auch Nachholbedarf in Wirtschaft und Bildung. Der Anteil der Frauen am Arbeitsmarkt stagniert: Nur gut die Hälfte (55 Prozent) der erwachsenen Frauen hat einen Arbeitsplatz, bei den Männern sind es mehr als drei Viertel (78 Prozent). Das Lohn- und Einkommensgefälle bleibt ebenfalls groß. Weltweit sind zehn Prozent der Mädchen und jungen Frauen zwischen 15 und 24 Jahren Analphabeten, insbesondere in Entwicklungsländern. dpa / nd

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