Bei einem Busunglück auf der Insel Madeira wurden mehrere Dutzend Menschen getötet. Laut dem portugiesischen Präsidenten sind alle Opfer Deutsche. Der Bus fuhr einen Damm hinunter in ein Haus.

Das tragische Ende eines Osterurlaubs unter der südlichen Sonne: Bei einem Busunglück auf der Atlantikinsel Madeira kamen mindestens 29 Menschen ums Leben, darunter 17 Frauen und 12 Männer. Nach Angaben der portugiesischen Regierung stammten alle Todesfälle von der deutschen Regierung. Die Identifizierung der Toten ist noch nicht abgeschlossen, teilte das Krankenhausmanagement auf Madeira in einer Pressekonferenz mit.

Der Bus, mit dem die Urlauber unterwegs waren, stürzte am Mittwochabend in der Gemeinde Caniço einen Hang eines Wohnhauses herunter. Laut den portugiesischen Medien war der einzige Einwohner zum Zeitpunkt des Unfalls nicht zu Hause.

Die Bundesregierung gibt weiterhin keine Auskunft über die genaue Anzahl der verlorenen Deutschen. Kanzlerialchef Helge Braun begründete dies, indem er zunächst die Angehörigen informierte. "Die Bundesregierung tut jetzt alles, um die Gewissheit der Angehörigen zu gewährleisten", sagte er den Reportern in Berlin.

Die Polizei war am Donnerstag noch immer auf der Spur. Wie ein dpa-Reporter vom Unfallort berichtete, haben Polizeibeamte Ausweise oder andere Dokumente gesammelt – oder danach gesucht. Wie ein dpa-Reporter vom Unfallort berichtete, sammelten Polizisten Ausweise oder andere Dokumente – oder suchten danach.

"Portugal und Deutschland sind in gemeinsamen Schmerzen vereint"

Der portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa spricht den Hinterbliebenen im Namen aller Portugiesen sein Beileid aus. Er sah die Toten an und sagte: "Mir wurde gesagt, dass sie alle Deutsche sind." In einer Botschaft an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schreibt er: "In diesem Moment sind Portugal und Deutschland im gemeinsamen Schmerz vereint."

Der Bus befand sich am Mittwochabend in der Gemeinde Caniço, in der die Touristen die Osterferien im Hotel "Quinta Splendida" verbrachten, in einer Kurve von der Straße abwich und an einem Wohngebäude einen Abhang hinunterstürzten. Laut Medienberichten waren Urlauber zwischen 40 und 50 Jahren von ihrem Hotel zu einem Restaurant in der Provinzhauptstadt Funchal unterwegs.

Drei Tage Trauer in Portugal

Die portugiesische Regierung befahl eine dreitägige Trauer. Lokale Medien zitierten eine Erklärung des Ministerrates, in der sie sagten, dass die Trauer und Solidarität aller Portugiesen mit den Opfern und ihren Familien zum Ausdruck gebracht werden sollte.

Die Zeitung "Observador" meldete insgesamt 57 Personen an Bord. 27 von ihnen wurden bei dem Unfall verletzt. Zwei konnten bereits das Krankenhaus verlassen. Unter den Verletzten befanden sich laut Auskunft zwei Portugiesen: der Fahrer und ein Fremdenführer.

Madeira Island: Hier passierte der schwere Busunfall mit 29 Toten. (Quelle: t-online.de)

Der Unfall hatte sich um 18.30 Uhr im östlichen von Funchal gelegenen Caniço ereignet. Zwei Dutzend Rettungswagen waren im Einsatz, die Polizei hat den Unfallort abgeriegelt. Auf Videos wurde gezeigt, wie Helfer Verletzte unterstützten und in Sicherheit brachten. Im Hintergrund waren Sirenen von Rettungswagen zu sehen.

Die portugiesische Regierung will Schwerverletzte auf das Festland schicken. Die Luftwaffe will drei Maschinen nach Madeira schicken. Die Bundesregierung prüft auch den Einsatz eines Rettungsflugzeugs der Luftwaffe, um den verletzten Deutschen schnell zu helfen. Außenminister Heiko Maas reist zusammen mit einem deutschen Ärzteteam zum Katastrophenort. Die Ankunft auf der Insel wurde nach dpa-Informationen am frühen Abend erwartet.

Die Ursache des Unfalls war zunächst unklar. Medien berichten, dass wahrscheinlich ein mechanisches Problem die Ursache war – entweder ein Ausfall der Bremse oder ein Gaspedal. Der Staatsanwalt leitete eine Untersuchung ein. Der Fahrzeughalter behauptete, dass er uneingeschränkt mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeitete. "Es ist unser Wille und unser Wunsch, dass alle Fakten, Gründe und Verantwortlichkeiten des Unfalls ermittelt werden", zitierte die Nachrichtenagentur Lusa am Donnerstag aus einer Nachricht des Transportunternehmens SAM.

Aufgrund des milden Klimas ist Madeira das ganze Jahr über bei Touristen beliebt. Immer mehr Deutsche reisen zur "Blumeninsel".

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