In Barcelona kam es erneut zu schweren Unruhen: Laut Polizei zündeten Anhänger der Unabhängigkeitsbewegung Autos und Barrikaden an. Beamte wurden deshalb zum ersten Mal mit Molotow-Cocktails beworfen. Es gab 20 Festnahmen und 32 Verletzte.

Die Proteste hatten am Montag ein Urteil des Obersten Gerichtshofs Spaniens gegen neun prominente katalanische Befürworter der Unabhängigkeit ausgelöst. Sie wurden zu Gefängnisstrafen von bis zu 13 Jahren verurteilt, weil sie öffentliche Gelder für die Organisation eines Referendums zur Unabhängigkeit, das im Oktober 2017 von der spanischen Justiz für illegal erklärt worden war, "aufgewühlt" und missbraucht hatten.

Neben friedlichen Kundgebungen tausender Anhänger einer Ausgründung aus der Region Spanien kam es daher seit Montag immer wieder zu Unruhen mit Dutzenden Verletzten und zahlreichen Festnahmen.

Regionalpräsident Torra: Proteste ja, aber bitte friedlich

Der katalanische Regionalpräsident Quim Torra forderte ein sofortiges Ende der Gewalt. Die Demonstrationen müssen "friedlich" sein, sagte Torra in der Fernsehansprache. Gleichzeitig betonte er, dass Proteste gegen ein "ungerechtes und unsinniges Urteil" "normal und gut" seien.

Ministerpräsident Pedro Sánchez traf am Vortag mit den Führern der Oppositionsparteien zusammen, um die Situation zu erörtern. Während konservative Kräfte – wie nach dem Unabhängigkeitsreferendum im Oktober 2017 – an der Durchsetzung der Abspaltungsregion arbeiteten, plädierten linke Parteien für einen Dialog und eine politische Lösung.

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