Britisches Unterhaus: Labor-Abtrünnige bekommen Zulauf

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Eine weitere Abgeordnete hat die britische Labor-Partei verlassen. Als Grund für den Schritt nannte die Politikerin Joan Ryan am Dienstagabend den Umgang mit Antisemitismus-Tendenzen in der Partei. Sie werde im Parlament der Unabhängigen Gruppe vertreten sein.

Bereits am Montag hatten sieben Abgeordnete die Partei aus Protest gegen die Brexit-Politik von Parteichef Jeremy Corbyn verlassen. Der Unmut über Corbyns Brexit-Politik war zuletzt größer geworden. Einen von Premierministerin Theresa May ausgehandelten EU-Austrittsvertrag lehnte das Parlament ab. Bis zum Austritt bleibt allerdings nicht viel Zeit, er ist für den 29. März vorgesehen. Neben der Brexit-Politik finden die Abgeordneten auch Corbyns Umgang mit Antisemitismus-Tendenzen als Gründe für ihren Weggang. Sie werfen ihm vor, nicht dagegen angegangen zu sein.

Der Abgeordnete Chuka Umunna wird nach seinem Austritt vom Montag eine neue Partei gründen. „Es muss eine Alternative geben“, sagte Umunna am Dienstag im BBC Radio. Er wolle die neue Bewegung, die in der Mitte des politischen Spektrums angesiedelt ist, bis zum Ende des Jahres ins Leben.

Neue Fraktion im Unterhaus

Am Dienstag saßen die sechs Ausgetretenen als ihre neuen Fraktion „Die Unabhängige Gruppe“ im Parlament.

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Der stellvertretende Laborkoch Tom Watson warnte vor weitere Austritten. Seine Partei muss sich ändern, um dies zu verhindern. „Ich liebe diese Partei, aber manchmal erkenne ich sie nicht mehr wieder“, sagte er in einer Videobotschaft.

Laufen auch Konservative über?

Britische Medien könnten die „Unabhängige Gruppe“ unterstützen. Auch die Abgeordnete der konservativen EU-Befürworterin Sarah Wollaston. Sie beklagte im Kurzbotschaftendienst Twitter, dass der Kurs seiner Partei von Brexit-Hardlinern bestimmt wird. „Bald wird nichts mehr übrig sein, um Wähler aus der politischen Mitte anzusprechen.“

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