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Bus mit deutschen Touristen stürzt ab – 29 Tote

Bei einem Busunglück auf der Insel Madeira wurden mehrere Dutzend Menschen getötet. Laut dem portugiesischen Präsidenten sind alle Opfer Deutsche. Der Bus fuhr einen Damm hinunter in ein Haus.

Fotoserie mit 11 Bildern

Tragisches Ende eines Osterurlaubs unter südlicher Sonne: Bei einem Busunglück auf der Atlantikinsel Madeira kamen mindestens 29 Menschen ums Leben. Alle Todesfälle kamen nach Angaben der Regierung aus Deutschland. Der Bus, mit dem die Urlauber unterwegs waren, stürzte am Mittwochabend in der Gemeinde Caniço einen Hang eines Wohnhauses herunter.

Laut portugiesischen Medienberichten sagte der portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa am Abend, dass seine Informationen nach all seinem Tod aus Deutschland stammten. Er spricht den Hinterbliebenen im Namen aller Portugiesen sein Beileid aus, wurde Sousa zitiert. Er sah die Toten an und sagte: "Mir wurde gesagt, dass sie alle Deutsche sind." Er will am Donnerstag mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprechen.

Hotline für Angehörige wurde eingerichtet

Der Bus befand sich am Mittwochabend in der Gemeinde Caniço, in der die Touristen die Osterferien im Hotel "Quinta Splendida" verbrachten, in einer Kurve von der Straße abwich und an einem Wohngebäude einen Abhang hinunterstürzten. Die portugiesische Zeitung "Diario de Noticias de Madeira" veröffentlichte auf ihrer Website ein Video des Unfalls. Die Bilder werden von einer Überwachungskamera aufgenommen und zeigen, wie der Bus die Straße verlässt und umkehrt.

Laut Medienberichten waren Urlauber zwischen 40 und 50 Jahren von ihrem Hotel zu einem Restaurant in der Provinzhauptstadt Funchal unterwegs. "Wir waren schockiert, als wir von dem tragischen Busunfall auf Madeira erfahren haben, aber leider müssen wir davon ausgehen, dass die Opfer aus Deutschland stammen", twitterte das Außenministerium am Mittwochabend. Regierungssprecher Steffen Seibert schrieb: "Aus Madeira erreichen uns schreckliche Nachrichten, unsere tiefe Trauer geht an alle, die im abgestürzten Bus ihr Leben verloren haben, unsere Gedanken sind bei den Verletzten."

Drei Tage Trauer auf der Insel

Besorgte Angehörige können sich laut Seibert an das Auswärtige Amt in Berlin wenden, unter der Rufnummer 030 / 5000-3000. Das Auswärtige Amt hat auch ein Krisenteam eingesetzt. Die deutsche Botschaft stand in engem Kontakt mit den portugiesischen Behörden auf Madeira, um die Identität der Opfer zu klären und den Verletzten zu helfen, teilte das Krisenhilfezentrum des Auswärtigen Amtes am späten Mittwochabend mit.

Auf der Urlaubsinsel kamen offensichtlich einige Leute aus dem Bus ins Krankenhaus. (Quelle: Imago-Bilder)Auf der Urlaubsinsel kamen offensichtlich einige Leute aus dem Bus ins Krankenhaus. (Quelle: Imago-Bilder)

Der portugiesische Ministerpräsident António Costa billigte die Kanzlerin Angela Merkel. Er war bestürzt und schickte dem Kanzler "in dieser schwierigen Stunde" sein Bedauern, twitterte Costa am Mittwochabend.

Die Regionalregierung ordnete eine dreitägige Trauerzeit für die Insel an. Dies gilt von Donnerstag bis Samstag, heißt es in einer Erklärung des Regierungsrates der Autonomen Region Madeira. Demnach werden die Flaggen an allen öffentlichen Gebäuden auf Madeira während der drei Tage auf Halbmast gesetzt.

Der Fahrer kam anscheinend von der Straße

Der Fahrer verlor den Bus anscheinend früh in einer Kurve und stürzte dann einen Hügel hinunter in ein Wohngebiet.

Die Zeitung "Observador" meldete insgesamt 57 Personen an Bord. 27 von ihnen wurden bei dem Unfall verletzt. Zwei konnten bereits das Krankenhaus verlassen. Unter den Verletzten befanden sich laut Auskunft zwei Portugiesen: der Fahrer und ein Fremdenführer.

Madeira: Dieses Drohnenvideo zeigt den abgestürzten Bus und das Ausmaß der Katastrophe, bei der 29 deutsche Touristen getötet wurden. (Quelle: AFP)

Der Unfall hatte sich um 18.30 Uhr im östlichen von Funchal gelegenen Caniço ereignet. Zwei Dutzend Rettungswagen waren im Einsatz, die Polizei hat den Unfallort abgeriegelt. Auf Videos wurde gezeigt, wie Helfer Verletzte unterstützten und in Sicherheit brachten. Im Hintergrund waren Sirenen von Rettungswagen zu sehen.

Luftwaffe will Maschinen schicken

Die portugiesische Regierung will Schwerverletzte auf das Festland schicken. Die Luftwaffe will drei Maschinen nach Madeira schicken. "Wir bereiten zwei Falcon 50s und einen C-295M mit medizinischer Ausrüstung vor, um die Opfer der Madeira-Tragödie zu bedienen und, falls nötig, schnell zum Kontinent zu transportieren", sagte eine Luftwaffe.

Die Ursache des Unfalls war zunächst unklar. Medien berichten, dass wahrscheinlich ein mechanisches Problem die Ursache war – entweder ein Ausfall der Bremse oder ein Gaspedal. Der Staatsanwalt leitete eine Untersuchung ein. Der Fahrzeughalter behauptete, dass er uneingeschränkt mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeitete. "Es ist unser Wille und unser Wunsch, dass alle Fakten, Gründe und Verantwortlichkeiten des Unfalls ermittelt werden", zitierte die Nachrichtenagentur Lusa am Donnerstag aus einer Nachricht des Transportunternehmens SAM.

Madeira: Ein Bus ist abgestürzt, 28 Todesfälle wurden bestätigt. (Quelle: Imago-Bilder)Madeira: Ein Bus ist abgestürzt, 28 Todesfälle wurden bestätigt. (Quelle: Imago-Bilder)

Präsident Rebelo de Sousa wollte zunächst abends nach Madeira reisen, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Das Militärflugzeug könnte jedoch erforderlich sein, um Verletzte auf das Festland zu bringen, hieß es.

Sousa hatte also zunächst die Reise abgesagt, wie die Medien berichteten. "Dies ist ein Moment des Schmerzes, aber auch der Solidarität", sagte der Präsident des Nachrichtensenders SIC Noticias.

Aufgrund des milden Klimas ist Madeira das ganze Jahr über bei Touristen beliebt. Immer mehr Deutsche reisen zur "Blumeninsel".

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