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Historische Geste: Merkel und Macron erinnern sich gemeinsam an den Zweiten Weltkrieg

Historische Geste: Merkel und Macron erinnern sich gemeinsam an den Zweiten Weltkrieg

Es war das erste Mal seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland, dass ein Kanzler an diesem Ort mit dem französischen Präsidenten zusammen gewesen war, sagte sie am Samstagabend in Paris. Das ist eine "symbolische Geste". "In diesem Sinne ist dieser Tag nicht nur eine Erinnerung, sondern auch ein Anreiz."

Macron und Merkel haben am Samstag in der Nähe von Compiègne zwei Steintafeln enthüllt, die die Bedeutung der deutsch-französischen Aussöhnung im Dienste von Europa und des Friedens unterstreichen. Heute gibt es den Willen, "alles zu tun, um eine friedlichere Weltordnung zu schaffen", sagte Merkel und verwies auf ein Friedensforum, das sie am Sonntag in Paris sprechen wird. Es bleibt jedoch noch viel zu tun.

Im verheerenden Krieg von 1914-1918 starben fast neun Millionen Soldaten und mehr als sechs Millionen Zivilisten.

Trump und Macron sind "sehr gute Freunde" geworden

Vor dem Termin mit Merkel hatte Macron sich in Paris mit US-Präsident Donald Trump getroffen. Macron unterstützte Trumps Forderung nach einem viel stärkeren europäischen Engagement in der NATO. "Es ist unfair, dass die europäische Sicherheit heute nur von den Vereinigten Staaten garantiert wird", sagte Macron. "Deshalb glaube ich, dass wir mehr europäische Kapazität und mehr europäische Verteidigung brauchen." Trump sagte, bisher haben die USA die Hauptlast übernommen. "Wir wollen Europa helfen, aber es muss fair sein."

Macron verteidigte sein Vorhaben, eine europäische Armee zum Schutz gegen Russland aufzubauen. "Ich stimme mit der Ansicht von Präsident Trump überein, dass wir eine wesentlich bessere Lastenteilung innerhalb der NATO brauchen, und deshalb glaube ich, dass meine Vorschläge für die europäische Verteidigung voll und ganz im Einklang sind, weil dies mehr Europa innerhalb der NATO bedeutet."

Trump hatte Macrons Umzug kritisiert, nachdem er am Freitagabend in Paris angekommen war. "Sehr schmerzhaft", schrieb Trump auf Twitter. "Vielleicht sollte Europa zuerst seinen gerechten Anteil an der NATO zahlen, was die Vereinigten Staaten erheblich subventioniert!" Bei dem Treffen sagte Trump, dass er und Macron in den letzten Jahren zu "sehr guten Freunden" wurden. Macron nannte Trump "meinen guten Freund".

"World War II Summit" vom Sonntag in Paris

Merkel und Macron trafen sich in einem Denkmal in der Nähe der nordfranzösischen Stadt Compiègne, wo am 11. November 1918 der Waffenstillstand in einem umgebauten Speisewagen auf einer Waldlichtung unterzeichnet wurde.

Auf der Lichtung seit den 1920er Jahren befindet sich eine große Granitplatte mit der französischen Inschrift: "Hier am 11. November 1918 wurde die kriminelle Arroganz des Deutschen Reiches besiegt, besiegt von den freien Völkern, die behauptet hatten, es zu unterwerfen."

Vor dieser Granitplatte enthüllten Merkel und Macron die beiden kleineren Tabletten mit versöhnlicher Inschrift. Sie lesen in deutscher und französischer Sprache: "Anlässlich des 100. Jahrestages des Waffenstillstands am 11. November 1918 dienen der französische Staatspräsident Emmanuel Macron und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel der Bedeutung der deutsch-französischen Aussöhnung Europas und der Frieden bekräftigt. "

Am Sonntag beginnt in Paris der "World War II Summit", zu dem Macron eingeladen hat. Höhepunkt ist ein großer Gedenkgottesdienst im Schatten des Pariser Triumphbogens. Daran werden Merkel, Trump, der russische Präsident Wladimir Putin, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und viele andere Staats- und Regierungschefs teilnehmen.

Steinmeier zur Gedenkfeier in London

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nimmt als erster deutscher Staatschef an diesem Sonntag an der traditionellen Kranzniederlegung im Memorial of the Fallen in London und dem anschließenden Gedenkgottesdienst in der Westminster Abbey teil. Die Veranstaltung ist die zentrale Veranstaltung zum Gedenken des Zweiten Weltkriegs in Großbritannien. Die Einladung des ehemaligen Feindes ist für die Briten ein weiterer großer Schritt.

Normalerweise wurde der Kranz immer von der Königin niedergelegt. Prinz Charles hat seit dem letzten Jahr die Leitung übernommen. Fast zwei Wochen vor dem "Remembrance Sunday" tragen die Menschen im ganzen Land Mohnblüten aus Papier oder Plastik auf ihren Kleidern und bekunden ihre Solidarität mit verletzten oder getöteten Soldaten.

Treffen zwischen Erdogan und Trump?

Der Erste Weltkrieg wird von einigen Historikern als "Katastrophe" des 20. Jahrhunderts betrachtet. Die Imperien Österreich-Ungarn, Deutschland und Russland brachen zusammen wie das Osmanische Reich. Aus den Trümmern ging eine Vielzahl neuer Staaten hervor, insbesondere in Mitteleuropa und auf dem Balkan. Sogar Machtzentren verlagerten sich allmählich, beispielsweise von Großbritannien in die USA.

Um 11.00 Uhr in Frankreich läuten die Glocken, um 13.30 Uhr dann weltweit. Die Initiative kam aus Großbritannien und Deutschland. Am Morgen ist im Berliner Dom eine ökumenische Gedenkfeier geplant, die von der Evangelischen Kirche in Deutschland und den katholischen deutschen Bischöfen organisiert wird. Konferenz.

Am Rande des Gipfels in Paris könnte es laut Erdogan zu einem bilateralen Treffen mit Trump kommen. Die Türkei hatte zuvor mit den Vereinigten Staaten, Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Saudi-Arabien Aufnahmen des Mordes an dem saudischen Journalisten Jamal Khashoggi veröffentlicht. Der saudische Regierungskritiker wurde am 2. Oktober im Konsulat seiner Heimat in Istanbul getötet. Vor allem halten Beobachter das Verhalten von Trump für die Klärung des Falls für entscheidend.

Im Video: Nach kritischem Tweet von Trump: Macron drückt dem US-Präsidenten fast die Hand

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