Nach Vorwürfen des Missbrauchs: Papst akzeptiert Rücktritt des US-Kardinals

0
24

Der US-Kardinal war bereits wegen Missbrauchsvorwürfen suspendiert – jetzt zieht sich der ehemalige Erzbischof von Washington McCarrick ebenfalls aus dem Kardinalskollegium zurück. Papst Franziskus nahm seinen Rücktritt an.

Von Julia Kastein, ARD Studio Washington

Bereits im Juni wurde Theodore McCarrick suspendiert, und nun hat Papst Franziskus den Rücktritt des ehemaligen Erzbischofs von Washington und Newark akzeptiert.

Der 88-Jährige soll vor über 50 Jahren einen 16-jährigen Ministranten missbraucht haben. Mehrere Seminaristen werfen ihm vor, sie zum Sex gezwungen zu haben. Der Kardinal hat es immer abgelehnt.

Schweiggeld als erste Reaktion in den 1990er Jahren

Laut Medienberichten kannte die katholische Kirche in den USA seit Mitte der 1990er Jahre die Vorwürfe der jungen Priesterkandidaten. Aber anstatt sie zu erleuchten, brachte sie die Opfer mit Geld zum Schweigen.

McCarrick ist mittlerweile zu einem der einflussreichsten und bekanntesten Priester in den Vereinigten Staaten geworden, unter anderem mit gutem Glauben in der Politik. Erst als der Fall der jungen Ministranten bekannt wurde, reagierte die Kirche und nannte die Vorwürfe für eine interne Untersuchung als glaubwürdig.

Diesmal schnelle Reaktion des Papstes

Der Missbrauchsskandal hat die katholische Kirche in den USA seit Beginn des Jahrtausends erschüttert, viele Priester und Bischöfe wurden daher bereits von ihren Ämtern enthoben. McCarrick ist jedoch mit über 90 Jahren der mit Abstand höchste Geistliche und erste Kardinal, dem der Papst nun nicht nur seinen Platz im Kardinalskollegium, sondern auch das Priestertum entzogen hat. McCarrick möge sich jetzt einem Leben des Gebets und der Buße widmen, sagte der Papst.

Der Papst reagierte diesmal sehr schnell. Denn McCarrick ist nicht der einzige Kardinal im Vatikan, der Kinder und junge Männer in seiner Obhut misshandelt haben soll: Einer der engsten Mitarbeiter des Papstes, der Australier George Pell, ist deshalb in seinem Heimatland vor Gericht. Aber im Gegensatz zu McCarrick hat der Papst ihm seinen Herzstatus noch nicht genommen und er möchte auf den Ausgang des Prozesses warten.

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.