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Neuseeland: Mehrere Tote nach Überfall auf zwei Moscheen


Bei einem bewaffneten Angriff auf Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch sind mehrere Menschen getötet worden. Die Polizei hat dies am Freitag bestätigt, ohne genaue Zahlen zu nennen. Augenzeugenberichten zufolge hatte ein Mann zuerst in einer Moschee in der Innenstadt erschossen, in der sich hunderte Muslime zum Freitagsgebet versammelten. Später wurden in einer anderen Moschee Schüsse abgefeuert. Stunden nach den ersten Schüssen war die Situation noch unklar.

Die neuseeländischen Medien berichteten von mindestens neun Todesfällen und Dutzenden von Verletzungen. Es gab aber auch Berichte über deutlich mehr Todesopfer.

Polizeisprecher Mike Bush erzählte Reportern eine Stunde nach dem Anschlag, dass drei mutmaßliche Männer und eine Frau festgenommen worden seien. Zur gegenwärtigen Situation sagte er: "Lassen Sie uns nicht so tun, als ob keine Gefahr besteht." Auf den Fahrzeugen der Angreifer waren Sprengstoffe gefunden worden, die von der Armee entschärft worden waren. Bush ließ offen, ob die Polizei die Anschläge als terroristische Handlung einstuft.


Sanitäter kümmern sich um einen Verletzten in Christchurch


DPA

Sanitäter kümmern sich um einen Verletzten in Christchurch

Laut Augenzeugenberichten wurden die ersten Schüsse um 13.45 Uhr Ortszeit (1:45 Uhr MEZ) abgefeuert. In der Moschee befanden sich mehr als 300 Gläubige. Zeugen zufolge ist der Täter ein weißer Mann, der einen Helm und eine kugelsichere Weste trägt. Mit seiner automatischen Waffe soll er wiederholt in die Menge geschossen haben. Es gibt ein Video im Internet und verschiedene Nachrichten, die angeblich vom Täter stammen. Dies konnte zunächst nicht zuverlässig nachgewiesen werden.

Der neuseeländische Premierminister Jacinda Ardern verurteilte den Anschlag nachdrücklich. In einer kurzen Erklärung sprach die sozialdemokratische Politikerin von einem der "dunkelsten Tage" in der Geschichte ihres Landes. Für so etwas gibt es "keinen Ort in Neuseeland". Gleichzeitig drückte sie den Familien der Opfer ihr Beileid aus. "Neuseeland ist ihre Heimat, hier hätten sie sich sicher fühlen sollen."

Die Situation war auch nach Stunden unklar. Polizeisprecher Bush sprach in einer Videobotschaft, die in sozialen Netzwerken verbreitet wurde, von einer "sehr ernsten und tragischen Reihe von Ereignissen". Zur gleichen Zeit appellierte er an alle Muslime in Neuseeland, zu Hause zu bleiben. "Auf keinen Fall sollte jemand im Land jetzt in eine Moschee gehen."

Die Stadt wurde wegen der unklaren Lage aller Staatsgebäude abgeriegelt. Neben Schulen wurden das Rathaus, die Stadtbibliothek und Museen geschlossen. Die Bürgermeisterin Lianne Dalziel appellierte an die Bewohner, das Stadtzentrum zu meiden. Sie sagte: "Jeder ist geschockt, ich hätte nie gedacht, dass so etwas hier passieren könnte." Christchurch hat 350.000 Einwohner und liegt auf der Südinsel des Pazifiks.

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