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Proteste in Frankreich: Schüler müssen niederknien – Kritik an Polizeieinsatz

Proteste in Frankreich: Schüler müssen niederknien – Kritik an Polizeieinsatz

Ausland Proteste in Frankreich

Schüler müssen niederknien – Kritik an Polizeieinsatz

| Lesedauer: 2 Minuten

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Frankreichs Polizei greift hart durch – Schüler müssen niederknien

Die Proteste der „Gelbwesten“ in Frankreich Mittlerweile protestieren auch Schüler gegen die Reformen im Bildungssektor. Die Polizei geht hart gegen sie vor. Ein Video löst Empörung aus.

In Frankreich ist ein Video eines Polizeieinsatzes aufgetaucht, bei dem hart gegen Schüler durchgegriffen wird.

  • Die Schüler hatten gegen Bildungsreformen protestiert, teilweise inspiriert von der Gelbwesten-Bewegung.
  • Linke Politiker kritisiert den Einsatz der Bildungsminister.

Der videoclip ist nur eine knappe Minute lang, aber seine Bilder in Frankreich für Betroffenheit und Empörung. Er zeigt einen Polizeieinsatz gegen Schüler, die in der Nähe der Schule Saint-Exupéry in Mantes-la-Jolie protestiert hatten.

Zu sehen ist, wie die Dutzende der geknackten Schüler in der Kampfmontur gekleideten Sicherheitskräfte in Reihen auf den Boden geknüpft wird. Ihre Hände müssen hinter dem Kopf oder den Rücken liegen.

Polizeikreise bestätigen die Echtheit der Aufnahmen, die bei „Le Monde“ zu sehen sind, aber auch bei Twitter und Facebook.

Sagte Frankreichs Bildungsminister Jean-Michel Blanquer am Freitag im Sender France Inter dazu. Er bestätigte, dass bei dem Einsatz in der Nähe von Paris rund 150 Menschen festgenommen wurden. Andere Quellen dagegen sprechen von deutlich mehr.

Der Bildungsminister betonte gegenüber, dass man die Bilder in ihrem Kontext sehen müsse – "in einer Zeit, in der die Sicherheitskräfte in ganz Frankreich stehen, mit enormen Schwierigkeiten und mit unvorstellbaren Risiken". In Mantes-la-Jolie wurden zuvor Sicherheitskräfte angegriffen, es gibt Ausschreitungen gegeben.

„Ein Großteil (der Festgenommenen) wird natürlich freikommen, aber unter ihnen sind auch solche, die sehr schlimme Dinge getan haben“, sagte Blanquer.

Einer der Schüler wird abgeführt

Quelle: AFP

Linke Politiker verurteilten den Polizeieinsatz. Nichts die diese Demütigung der Minderjährigen rechtfertigen, schrieb der Chef der Sozialisten, Olivier Faure, bei Twitter. „Das Feuer schwelt, fachen Sie ist nicht an!“ Der frühere Präsidentschaftskandidat der Sozialisten, Benoît Hamon, twitterte: „Was sucht die politische Führung, wenn nicht Gewalt als Reaktion?“

Seit Montag protestieren neben den übrigen Gelbwesten in ganz Frankreich auch Schüler und Studenten. Sie wenden sich gegen Reformen im Bildungsbereich und blockieren Bildungseinrichtungen. Die Proteste seien aber eher diffus, wie die Zeitung „Le Monde“ schrieb.

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Zum Teil sind sie von den Gelben Westen inspiriert, die seit Mitte November gegen Steuererhöhungen und die Reformpolitik auf die Straßen gehen. Bei den Gelbwesten-Protesten kam es am vergangenen Wochenende in Paris zu schweren Ausschreitungen und mehr als 400 Festnahmen. Für diesen Samstag sind neue Proteste in der Hauptstadt angekündigt.

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