Weltwirtschaftsforum: Trump eröffnet WEF mit Rede in Davos

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Das 50. Jahrestreffen des World Economic Forum (WEF) in Davos beginnt heute offiziell mit einer Rede von US-Präsident Donald Trump. Das Treffen in den Schweizer Alpen konzentriert sich zum Beispiel auf den Kampf gegen den Klimawandel und geopolitische Krisen im Nahen Osten und in Libyen.

Trump steht aufgrund der in Washington laufenden Amtsenthebungsverfahren unter großem innerstaatlichem Druck. Doch anstatt sich im Weißen Haus zu verstecken, sucht er fast zehn Monate vor den US-Präsidentschaftswahlen nach dem globalen Rampenlicht.

Trump wird sich unter anderem mit dem irakischen Staatschef Barham Salih und dem Präsidenten der kurdischen Autonomiegebiete, Nechirvan Barsani, im Irak treffen. Das Verhältnis des Irak zu den Vereinigten Staaten war im Januar ins Stocken geraten, nachdem die US-Streitkräfte den iranischen Spitzengeneral Ghassem Soleimani bei einem Luftangriff in Bagdad getötet hatten. Das irakische Parlament forderte daraufhin die Regierung auf, die derzeit dort stationierten rund 5.000 US-Soldaten des Landes auszuweisen. In seinen Gesprächen wird sich Trump wahrscheinlich darauf konzentrieren, die Flut zu glätten und die Iraker zu veranlassen, gemeinsam gegen den Islamischen Staat der Terror-Miliz (IS) zu kämpfen.

Trump will sich auch mit dem pakistanischen Ministerpräsidenten Imran Khan und der damaligen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hinter verschlossenen Türen treffen. Es sollte auch um den Handelskonflikt zwischen der Europäischen Union und den USA gehen – Trump droht mit Strafzöllen auf Autoimporte aus der EU.

Trump möchte sich auch mit den Chefs großer Unternehmen in Davos austauschen. “Ich werde die wichtigsten Unternehmensführer der Welt treffen”, hatte Trump angekündigt. Er möchte Davos auch dazu nutzen, Investitionen in den Vereinigten Staaten zu fördern, um die “boomende” Wirtschaft weiter anzukurbeln. “Wir möchten, dass diese Wirtschaftsführer alle in die USA kommen”, sagte Trump. Kurz vor seiner Abreise twitterte er, dass er weitere Hunderte Milliarden Dollar in die USA zurückbringen würde. “Wir sind jetzt NUMMER EINS im Universum.”

Von Trump wird erwartet, dass er sich in seiner Eröffnungsrede, wie üblich unter Bezugnahme auf Börsenrekorde und die niedrige Arbeitslosenquote in den USA, als Hauptmotor der wirtschaftlichen Aktivität präsentiert. Wahrscheinlich wird er auch auf die jüngsten Erfolge bei den von ihm angestifteten Handelskonflikten verweisen, da er letzte Woche ein erstes Teilabkommen mit China besiegelt hat. Das von Trump ursprünglich angestrebte umfassende Handelsabkommen mit Peking steht noch in den Sternen.

Greenpeace-Chef Jennifer Morgan forderte die Unternehmensleiter in Davos auf, sich in Klimaproblemen nicht vor Trump zu verbiegen. Sie hoffte, dass die Manager “diesmal ein wenig tiefer in ihre Seele schauen und darüber nachdenken, was sie dort sagen”, sagte Morgan der deutschen Presseagentur. “Die dortigen CEOs sind dafür verantwortlich, mit ihm im Klartext zu sprechen.” Sie müssten eine aktive Rolle übernehmen, “damit Leute wie Trump verstehen, dass sie isoliert sind”.

Ironischerweise konnte die Greta Thunberg, über die er lachte, die Show in Davos stehlen. Nachdem er zur „Person des Jahres“ gekürt wurde, beschrieb er es auf Twitter als „lächerlich“. Trump nannte den Klimawandel einen “Witz”. Er hat sich jetzt davon entfernt, bezweifelt aber immer noch, dass der Klimawandel vom Menschen verursacht wurde. Es wird mit ziemlicher Sicherheit kein Treffen mit Thunberg in Davos geben. Angela Merkel wird auch Trump nicht begegnen: Wenn er am Mittwoch abreist, wird der Kanzler noch nicht da sein.

Auch der chinesische Vizepremier Han Zheng spricht am Dienstag (14.15 Uhr). Bereits am Morgen (8.30 Uhr) will Thunberg über den Klimawandel sprechen. Der 17-jährige Schwede nimmt später an einer weiteren Debatte teil.

Insgesamt 3000 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft diskutieren bis Freitag in Davos über Lösungen für internationale Probleme. Das Thema der diesjährigen Konferenz lautet „Akteure für eine solidarische und nachhaltige Welt“. Neben Merkel, die diesen Donnerstag in Davos eine Rede hält, werden mehrere Minister und Geschäftsführer aus Deutschland erwartet.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze forderte klimafreundliche Investitionen. “Auf dem Weg zu einer klimaneutralen Weltwirtschaft sind alle gefragt”, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstag). Die Finanzindustrie müsse in ihrem eigenen Interesse ein wichtiger Verbündeter für den Klimaschutz werden, betonte Schulze. Dies setzt ein gemeinsames Verständnis voraus, “welche Investitionen klimafreundlich sind und welche nicht”.

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) forderte die internationale Staatengemeinschaft auf, sich verstärkt für den Klimaschutz einzusetzen. «Klimawandel ist eine Frage des menschlichen Überlebens. Genau deshalb müssen die Reichen den Klimaschutz betreiben », sagte Müller am Dienstag gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

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