Wo finde ich das Alzheimer-Medikament?

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TTrotz aller weltweiten Forschungsanstrengungen fehlt es immer noch an einer kausalen Therapie für die Alzheimer-Krankheit. Es gibt keinen Mangel an ausgezeichneten Daten, die seit Aloys Alzheimers Beschreibung der Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen vor über 100 Jahren gesammelt wurden. Es gibt jedoch immer noch kein klares Bild der genauen Ursache der Alzheimer-Krankheit. Und das Scheitern der auf Amyloid ausgerichteten Therapieansätze in der Klinik beunruhigt weiterhin. Es scheint sicher: Alzheimer ist eine komplexe, altersbedingte Erkrankung, und es wird keine einfache Lösung geben. Und: Die derzeitige Amyloidkaskaden-Hypothese liefert noch keinen klinischen Beweis für ihre Richtigkeit.

In den letzten fast dreißig Jahren stand Alzheimer im Mittelpunkt seiner Forschung. Der klinische Ansatz besteht darin, die Bildung und Aggregation der Amyloid-Plaques zu hemmen und diese im Gehirn abzulegen oder zu beseitigen. Die Enzyme, die das schädliche Amyloid aus seiner Vorstufe (APP) abschneiden, wurden identifiziert. Es wurden Inhibitoren entwickelt, die sich jedoch in klinischen Studien nicht positiv ausgewirkt haben. Die ersten Amyloid-Impfversuche scheiterten ebenfalls.

Der Anti-Amyloid-Antikörper Aducanumab ist seit kurzem die letzte Hoffnung auf Heilung durch Impfung. Die präklinischen Daten sind überwiegend und prominent publiziert, klinische Studien wurden eingeleitet, aber von der Firma Biogen im Frühjahr 2019 – nach einer Zwischenanalyse (siehe F.A.Z. vom 29. März 2019) – abgebrochen. Ist die Amyloid-Hypothese also falsch?

Genau genommen galt dies von Anfang an nur für gelegentlich vererbte familiäre Fälle: Mutationen in den Genen für APP, PS1 oder PS2 führen zu mehr Amyloidablagerungen und zu Alzheimer in jungen Jahren. Über 95 Prozent der Alzheimer-Fälle treten je nach Alter sporadisch auf. Die Extrapolation von der seltenen genetischen Form auf die vielen altersabhängigen Alzheimer-Fälle kann falsch sein, auch wenn das pathologische Bild nach dem Tod nicht unterschieden werden kann.

Amyloid allein verursacht keine Alzheimer-Krankheit, aber Amyloid kann Tau-Veränderungen auslösen, die auch bei anderen neurodegenerativen Erkrankungen auftreten – ein Hinweis auf eine allgemeinere neuropathologische Rolle von Tau. Also Alzheimer als molekularer Zustand der Erschöpfung des Proteinhaushalts im Gehirn?

Mit einer geringen Lebenserwartung hat uns der vorzeitige Tod vor Demenz geschützt. Mit zunehmendem Alter müssen wir akzeptieren, dass begrenzte regenerative Gewebe wie unser Gehirn ein Leben lang mit einer Vielzahl von Alzheimer-Risikofaktoren konfrontiert sind. Dazu gehören Störungen des Blutdrucks und des Fettstoffwechsels, des Alkoholkonsums, der Medikation, Entzündungen und Hirnverletzungen – alles Faktoren, die neben genetischen Prädispositionen das allgemeine zelluläre Proteingleichgewicht stören. Wenn sich defekte Proteine ​​in der Zelle ansammeln und dieser allgemeine Proteinschrott nicht entsorgt wird, geht es der Zelle schlecht. Altersflecken sind beispielsweise sichtbare Anzeichen für eine gestörte Proteinhomöostase. Intakte proteinabbauende Systeme – das Ubiquitin-Proteasom-System und die Autophagie – sind die Garanten für eine Homöostase der Proteine. Es ist seit langem bekannt, dass fehlerhafte Transportprozesse und Fehlfunktionen der Autophagie sehr frühe Ereignisse bei der Entwicklung von Alzheimer sind. Eine dauerhafte Unterstützung dieser Abbauwege wäre ein Weg, um unsere Nervenzellen zu entlasten und sie fit und widerstandsfähig zu machen. Dies kann auch gegen andere neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson schützen.

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