Zunahme der akuten Hepatitis bei kleinen Kindern möglicherweise aufgrund einer übertragbaren Ursache

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Arianne Mantel

Gestern um 22:02

Amsterdam

Bei der Suche nach der Ursache für den plötzlichen Anstieg bei Kleinkindern mit akuter Hepatitis schließt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht aus, dass in manchen Fällen eine übertragbare Ursache wie ein Virus vorliegt. Aus den Niederlanden und Schottland wurden Fälle von Leberversagen gemeldet, bei denen Kinder Kontakt miteinander hatten.

Professor für Pädiatrie und Leberarzt Henk-Jan Verkade vom Universitätsklinikum Groningen: „In unserem Land gab es inzwischen fünf schwere Fälle von akutem Leberversagen, wobei bei vier von fünf Kindern erfolgreich eine Lebertransplantation durchgeführt wurde. Bei einem dieser fünf Kinder hatte ein Klassenkamerad kürzlich eine Gelbsucht gehabt.“

Spontan geheilt

„Das kann auf eine Anhäufung von Bilirubin hindeuten, was eines der Symptome einer Lebererkrankung sein kann. Dieses andere Kind erholte sich spontan und entwickelte kein schweres akutes Leberversagen. Übrigens haben wir bei den anderen vier Kindern mit akutem Leberversagen keine anderen Fälle von Lebererkrankungen oder akuter Hepatitis in der Umgebung gefunden.“

Auch wenn einige Patienten durch Kontakt übertragen werden, etwa bei einer Virusinfektion, scheint die letztendliche Konsequenz einer Exposition laut Verkade ebenfalls hauptsächlich von der individuellen Reaktion des Körpers darauf bestimmt zu werden. „Der Begriff Ansteckung ist daher zu stark. Das würde die Ursache des Leberversagens sofort vollständig erklären. Das ist nicht wahr; es geht auch darum, wie die ‚Abwehr des Empfängers‘ darauf reagiert.“

Vermutung über mögliche Quelle

Bei vier von fünf Kindern wurde erfolgreich eine Lebertransplantation durchgeführt.

Bei vier von fünf Kindern wurde erfolgreich eine Lebertransplantation durchgeführt.© Archivfoto ANP

Zwischen Anfang April und dem 26. Mai 2022 wurden der WHO nun 650 mögliche Fälle von Leberversagen bei Kleinkindern aus 33 Ländern gemeldet, wobei die mögliche Quelle und der Übertragungsweg noch unbekannt sind. Während aktuelle Daten darauf hindeuten, dass nur ein kleiner Teil der exponierten Kinder (wenn überhaupt) ein schweres akutes Leberversagen entwickelt, stellt die WHO fest, dass „gemeldete Fälle schwerwiegender sind und dass ein größerer Prozentsatz im Vergleich zu früheren Berichten eine akute Hepatitis entwickelt“. Die WHO hat das Risiko auf globaler Ebene als „moderat“ eingestuft.

Die meisten Fälle, fast 60 Prozent, kommen aus Europa. Das Vereinigte Königreich und Nordirland sind „Spitzenreiter“ mit nicht weniger als 222 Meldungen. Drei Viertel der Kinder sind jünger als fünf Jahre; 165 Kinder landeten im Krankenhaus und 22 auf der Intensivstation. Vierzehn Kinder wurden einer Lebertransplantation unterzogen.

Die tatsächliche Anzahl kann höher sein

Die WHO gibt an, dass die tatsächliche Zahl der Kinder mit Leberversagen aufgrund der begrenzten Kapazität zur Überwachung und Kartierung dieser Krankheit möglicherweise höher ist. Wissenschaftler haben einige Theorien über die Ursache. Eine Hypothese besagt, dass der Schaden durch das Adenovirus vom Typ F41 verursacht wird – eine häufige Infektion im Kindesalter, die normalerweise Erkältungssymptome verursacht.

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Eine andere Theorie besagt, dass die Ursache eine schlechte Immunantwort auf eine vorangegangene Corona-Infektion ist. Und dann besteht die Möglichkeit, dass eine Adenovirus-Infektion zusammen mit einer Corona-Infektion die Leber zerstört. Hinweise auf eine frühere oder gleichzeitige Corona-Infektion wurden übrigens nur bei einer kleinen Minderheit der Kinder mit akuter Hepatitis gefunden.

Weniger Kontakt mit „normalen“ Viren

Auch Hebelarzt Verkade ist sich noch nicht sicher: „Die durch die Pandemie auferlegten gesellschaftlichen Einschränkungen könnten dazu geführt haben, dass Kleinkinder zu einem späteren Zeitpunkt in ihrem Leben erstmals allen möglichen Viren ausgesetzt waren und dies ihre Entwicklung beeinflusst hat Immunsystem. . Das wiederum könnte bei manchen zu einer anderen Immunantwort geführt haben. Während des Lockdowns sind sie weniger mit einem der normalen Viren in Kontakt gekommen, sodass das Immunsystem möglicherweise etwas weniger „erfahren“ war. Aber das Adenovirus ist sicherlich nicht die einzige Erklärung, denn von den fünf Kindern, die wir hier im Krankenhaus behandelt haben, hatten nur zwei das Adenovirus.“

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