Zurück zum Tor des Todes

Diese Straße in Butsja wurde zum Symbol der Brutalität der Russen im Ukrainekrieg.

Jetzt ist die Straße geräumt, neuer Zement aufgetragen. Autos fahren hin und her, Familien rollen Kinderwagen – Kinder fahren mit Vollgas.

BUTSCHA, UKRAINE (Aftenposten): Auf die hier lebenden russischen Soldaten warten noch einige unangenehme Überraschungen.

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Wir warnen in diesem Fall vor starken Bildern.

Es kommt vor, dass Vasil Patakivsky vergisst, was im März dieses Jahres in der Nachbarschaft passiert ist. Der 51-Jährige geht auf die Straße und stellt sich vor, dass seine Nachbarin Holodya spazieren geht und fragt, ob sie ein Bier trinken sollen. Dass er Vita auf der Straße sieht, die dabei ist, etwas zu reparieren. Dass er Jura auf dem Weg zu seinem Auto sieht.

Patakivsky kannte sie von Kindheit an. Sie sind zusammen aufgewachsen. Als Erwachsene lebten sie Seite an Seite. Jetzt sind alle tot.

Er schüttelt den Kopf, holt tief Luft:

– Ich kann mir nicht vorstellen, was mit ihnen passiert ist.

Er macht eine Pause, schließt die Augen und hält sich die Schläfe zu. Dann erzählt er, was er über das Schicksal seiner Freunde weiß.

Vasil Patakivsky ist zurück in Butsja, nachdem die Russen die Stadt Anfang April verlassen hatten.

Wir sind in Butsja. Der Vorort nördlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat Ende März weltweit Schockwellen ausgelöst. Dann zogen sich die russischen Soldaten, die das Gebiet besetzt hatten, zurück. Hunderte von hingerichteten Frauen und Männern, jung und alt, blieben zurück. Als Aftenposten in der ersten Aprilwoche in derselben Gegend war, konnten wir sieben Leichen in den Gärten und entlang der Straße zählen.

siehe auch  Moskau wirft USA unangemessene und unnötige Eskalation vor

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