Zwei weitere Mitarbeiter von Webasto wurden krank

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BDer Automobilzulieferer Webasto beschäftigt zwei weitere Mitarbeiter. Das Unternehmen gab an, engen Kontakt zu den fünf Kollegen gehabt zu haben, die sich in der vergangenen Woche bereits angesteckt hatten. Insgesamt wurden 130 Mitarbeiter getestet, 122 waren nicht infiziert und einige Tests standen noch aus.

Der sechste Fall war am Nachmittag bestätigt worden. Es ist das Kind eines Mannes aus dem Landkreis Traunstein, dessen positiver Befund am Donnerstagabend bekannt gegeben wurde. Wie die anderen infizierten Erwachsenen ist auch der Mann ein Mitarbeiter von Webasto.

Tests für das Koronavirus in Deutschland werden jetzt von den Krankenkassen bezahlt. Krankenversicherer und Ärzte haben sich darauf geeinigt, wie das Bundesgesundheitsministerium am Freitag mitteilte. Die Kostenübernahme gilt ab diesem Samstag. Selbst zu prüfende Ärzte müssen die Kosten nicht selbst tragen. Ab Samstag gilt auch eine bereits angekündigte neue Meldepflicht für Ärzte, Krankenhäuser und Laboratorien. Sie müssen nun Verdachtsfälle des Coronavirus der Gesundheitsbehörde melden und nicht wie bisher nur bestätigte Fälle.

Deutschland holt nun wie Amerika, Frankreich und Japan seine Bürger aus der von der neuen Lungenkrankheit schwer betroffenen Stadt Wuhan. Am Freitagnachmittag startete ein Luftwaffenflugzeug vom Flughafen Köln-Wahn in Richtung China.

Die Rückkehrer sollen am Samstagnachmittag in Frankfurt landen und anschließend für ca. 14 Tage in der südpfälzischen Kaserne am Stadtrand von Germersheim unter Quarantäne gestellt werden. Auf dem Rückflug sollten nach Angaben der Deutschen Presseagentur rund 130 Personen fliegen – rund 90 deutsche Staatsbürger und rund 40 Angehörige anderer Nationalitäten. Die Teilnahme am Flug ist freiwillig. Außenminister Heiko Maas (SPD) betonte, dass unter den Passagieren keine Verdachtsfälle bestünden. Auf Wunsch Chinas sollten auf dem Hinflug 10.000 Schutzanzüge mitgenommen werden, die vor Ort benötigt wurden.

Die Zahl der in China bestätigten Fälle stieg am Freitag auf 9.692, berichtete die Beijing Health Commission. Die Zahl der Todesfälle stieg um 42 auf 213. Außerhalb Chinas wurde das Virus bislang bei mehr als 120 Menschen in über 20 Ländern nachgewiesen, Russland und Großbritannien meldeten am Freitag jeweils zwei Fälle. Bisher gab es in Afrika keinen einzigen bestätigten Fall.

Aufgrund der raschen Ausbreitung hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstagabend einen „Gesundheitsnotstand von internationalem Ausmaß“ ausgerufen.

International laufen derzeit verschiedene Impfstoffentwicklungsarbeiten. Das Tübinger Biotech-Unternehmen CureVac erhielt am Freitag von der internationalen Impfstoffinitiative CEPI (Coalition for Epidemic Preparedness Innovations) die Genehmigung für ein Stipendium in Höhe von 8,3 Millionen US-Dollar (rund 7,5 Millionen Euro). Die Impfallianz, an der auch Deutschland beteiligt ist, unterstützt mehrere ähnliche Initiativen weltweit.

Forscher des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) arbeiten ebenfalls an einem Impfstoff. Stephan Becker, Direktor des Instituts für Virologie der Philipps-Universität Marburg und des DZIF, schätzte, dass es mindestens ein Jahr dauern würde, um festzustellen, ob es wirksam und sicher ist. Die EU-Kommission hat am Freitag zehn Millionen Euro für die Erforschung des neuen Koronavirus bereitgestellt.

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